Archiv der Kategorie: Reflexe und Reflexionen

Menschenwürde

Im Jahr 1796 haben Schiller und Goethe sog. Xenien verfasst (Der Begriff geht auf den römischen Dichter Martial zurück und bedeutet im Griechischen „Gastgeschenke“.), also Epigramme in der Form von Distichons, in denen die beiden Weimarer sich über so Manches in der deutschen Literatur lustig machten. Aber nicht nur, wie man an folgendem Distichon erkennen kann, dessen Urheber Schiller ist.

 

Friedrich Schiller: Würde des Menschen

Nichts mehr davon, ich bitt euch. Zu essen gebt ihm, zu wohnen,

Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst.

 

Das liest sich doch wie ein Appell der Uno an die Staaten dieser Welt, dafür Sorge zu tragen, dass Hungersnöte, Flucht, Vertreibung, aber auch jede Form von prekären Lebensverhältnissen überwunden werden müssen, wenn wir dem Wort von der „Würde des Menschen“ noch einen Sinn zugestehen wollen.

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Feministisch-virtuelles Rumpelstielzchen

STATUSMELDUNG in eigener Sache:

Unter Reflexe und Reflexionen habe ich eine weitere „Buchbesprechung“ veröffentlicht, besser gesagt: einen Doppelschlag gegen eine viel veröffentlichte Lyrikerin und eine Frau, die aus dem Internet zu uns und über uns kam. Und einen Tipp für diejenigen, die sich eher eine Hand abhacken würden als ein Buch weg schmeißen…

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W. Eilenberger: Zeit der Zauberer

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer. 

Während Wittgenstein auf dem Lande Kaninchen kocht, liegt Benjamin in Capri 24 Stunden auf seiner frisch gebackenen Geliebten. Und während Heidegger in Davos Ski läuft, liegt Cassirer dort im Sterne-Hotel mit einer Grippe im Bett.

Aber es war wirklich ein großes Jahrzehnt der Philosophie, diese Zeit von 1919 bis 1929.

Was danach kam, war dann nicht mehr so schön. Heidegger durfte bekanntlich bleiben, die drei anderen wurden raus geschmissen aus dem Deutschland, dessen einziges Gesetz frei nach Heidegger der Führer war…

Ein paar Anmerkungen zu diesem Buch finden sich unter Reflexe und Reflexionen.

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Margaret Atwood: Hag-Seed

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood, die übrigens im Jahre 2017 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, hat viele Jahre an diversen Universitäten als Literaturwissenschaftlerin gearbeitet, und dies spürt man bei diesem Buch besonders gut, da in dessen Kern die Aufführung und Deutung von Shakespeares The Tempest steht.

(Mehr dazu unter Reflexe und Reflexionen.)

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Tyll

Unter „Reflexe und Reflexionen“ habe ich auf den zuletzt erschienenen Roman „Tyll“ von Daniel Kehlmann reagiert. Während der Lektüre dieses Buches fiel mir per Zufall ein altes Buch aus „Familienbesitz“ in die Hände, nämlich der erste Band von „Die alten Volksbücher nach den ältesten Druckvorlagen neu übertragen und mit neuen Figuren. I. Till Eulenspiegel. Alster-Verlag Hamburg, 1924″. Die nebenstehende Illustration wird in der Buchbesprechung kurz erläutert.

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T. C. Boyle: The Terranauts

Das Buch, erschienen 2017, wurde offenbar in der amerikanischen Presse hoch gelobt. Die Mail on Sunday z.B. schrieb: „Based on the real nineties debacle of Biosphäre 2, Boyle’s Comic Satire is a dry reminder of utopianism’s pitfalls.“ Oder The Times Literary Supplement schrieb: „A satirical novel for our era of wrap-around surveillance and publicity… An excruciatingly funny, pitch-perfect rendition of chronic disgruntlement.“

Unter Reflexe und Reflexionen könnt Ihr meine kurze Besprechung einsehen. Mit einem kleinen Seitenhieb auf Youying, die das wirklich nicht verdient hat…

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Sein oder Nichts

Sein wohl letztes Werk von solchem Umfang – so der Autor Dieter Henrich (90) – trägt den Titel „Sein oder Nichts. Erkundungen um Samuel Beckett und Hölderlin“. Henrich attestiert Hölderlin die weitaus größere poetische Potenz, scheint aber – altersweise geworden – mit der Schwindsucht Becketts zu kokettieren. Natürlich ist dies eine völlig unzureichende, ja fatal falsche Kurzversion dessen, was in dem umfangreichen Buch dargelegt wird. Etwas mehr dazu findet sich in  Reflexe und Reflexionen von Leo Läufer, wo das Buch als neunzehntes aufgenommen wurde, obwohl es dort wegen seines exklusiv-abstrakten Charakters eine Ausnahmeposition innehält…

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