Oh Mein Gott Schalk

Thomas Gottschalk hat sich also noch einmal auf den Weg gemacht, gestern Abend. Mit 72. Vieles wirkte abgedimmt, lag sozusagen wie in einem altersbedingten Nebel, manches wurde aus der Klamotten-Koffer-Kiste entnommen, oft stand er am Kanaldeckel, also am Abgrund, also kurz vor einem Absturz. Er machte auf jung as ever, kam aber bewegungstechnisch ziemlich hölzern daher. Trug einen roten, fast hautengen Taucheranzug, der als Entschuldigung dafür dienen musste, dass er beim Can-Can mit Bully Herbig und Christoph Maria Herbst seine Beine nicht heben konnte. Michelle Hunziker wurde in ihrem weiten roten Kleid mit der Vermutung gegrüßt, darunter könne sich ja vielleicht eine Schwangerschaft verbergen. Aber die Oma (Die Oma, die Oma, liegt längst noch nicht im Koma!) hegte deshalb keinen Groll und half immer mal wieder schnell aus, wenn Thomas seinen Einsatz zu verpassen drohte. Und trotz allem, der altersbedingten Entschleunigung, ist mir dieser Kerl immer noch lieber als die Pflaume, also der Pflaume aus der Ratesendung, der höflich-semiwitzig durch die Sendung führt wie eine Gouvernante durch eine Ballnacht – immer bedacht darauf, nirgendwo anzustoßen.

Und Gottschalk ist beim Publikum nach wie vor sehr, sehr beliebt. Als Michelle sich für den ihr gespendeten Begrüßungsbeifall bedankte, sagte Thomas: Du hättest erst mal meinen hören sollen! – Auf dem Timmelsjoch gab ich mal mein Bestes, showmäßig und einfach so. Ganz ohne Publikum und Beifall. Das ist das Schicksal von Künstlern, die niemand kennt…

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Sprichwort des Jahres

Hinterher ist man immer klüger.

Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

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Ist „Spitzweg“ wirklich lesenswert?

Ich habe noch einmal nachgedacht. Und teile Folgendes mit:

Die Antwort hängt allein vom Leser ab. Wer einen Roman lesen will, wird enttäuscht sein. Wer sich für Kunst interessiert, kann begeistert sein.Wer jedoch von diesem Buch erwartet, in einen Künstlerroman eintauchen zu können, in so eine Art Adrian-Leverkühn-Geschichte der modernen Kunst oder der Kunst überhaupt, der wird aufs Tiefste enttäuscht werden. Um es direkt und ohne Schnörkel zu sagen: Der Autor missbraucht seinen Erzähler, der übrigens namenlos bleibt, um seine ureigensten Vorlieben an den Mann zu bringen. Die Romangestalten, angehende Abiturienten, lassen sich über dies und jenes aus, über die Kunst, die Musik, die Literatur, als ob sie von all dem eine Ahnung hätten. Die Ahnung aber hat – der Autor. Der einen ungebändigten Drang zum Bombastischen hat. Das äußert sich in den hyperbolischen Ergüssen über Kunst.

Wenn ich das wohlwollend oder einfach auch nur vorsichtig als mögliche Satire bezeichnet habe, so ziehe ich diese Einschätzung hiermit zurück. Der Autor ist ein Ästhet, ein ziemlich humorloser Ästhet, dem zwar hier und da im Buch ein paar prägnante Formulierungen gelingen, was aber alles verkleinert wird, da er sich in so vielen großbedeutenden Formulierungen verliert. Warum, zum Teufel, sagt Eckhart Nickel in einem Interview/Podcast der FAZ wiederholt auf eine Frage, die er mit „ja“ beantworten könnte: „ABSOLUT!“? Ein „Ja“ reicht ihm nicht. Er will das Besondere, das Einmalige, das Abnormale, das Große, das Absolute.

Auf dem hinteren Bucheinband ist ein Bild von ihm, auf dem er sich die Haare kämmt und dabei offenbar in den Spiegel schaut. Im Buch wird über Egomanie reflektiert. Und darüber, dass die einzig wahre Liebe die Selbstliebe sei. Selten hat ein Autor sich über seine Figuren so rückhaltlos offenbart.

Das Bild ist urheberrechtlich geschützt. Aber es gelangte hier zufällig in den Bildbereich meiner Fotografie dieser kostbaren Davidoff-Zigarre…

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Ist „Spitzweg“ wirklich ein Roman?

Eckhart Nickel: Spitzweg. Piper, München 2022

Eckhart Nickel lässt seinen etwa 17-jährigen Ich-Erzähler als erstes verkünden: „Ich habe mir nie viel aus Kunst gemacht.“

In diesem ersten Satz des neuen Buches von Eckart Nickel deutet sich die Schwierigkeit an, in die der Autor mit diesem „Roman“ geraten ist. Die Geschichte ist aus der Sicht eines jungen Schülers geschrieben, enthält indes eine sich aufdrängende Fülle von kunsthistorischen, musikhistorischen und literarischen Mosaiksteinen, die der Autor, nicht der Erzähler an den Mann bringen will.

Um nicht zu protzsüchtig zu erscheinen (davon legt auch die geradezu bescheidene, große Ansprüche abwehrende Eingangsbemerkung Zeugnis ab), aber dennoch auf die Absicht, Großes aus dem Universum der Kunst kundzutun, nicht verzichten wollend, wird dem eher normal erscheinenden Erzähler (der sogar darunter leidet, dass er ganz normale Eltern hat) eine zweite Handlungsfigur an die Seite gestellt, die es in sich hat:

„Was Carl auch äußerte war wohlüberlegt und bedeutungsvoll formuliert. Ich war wie geblendet von der Allgegenwart seiner Gedanken, die nicht nur wie das geschriebene Wort klangen, sondern genug Sinn ergaben, um aus einem schlauen Buch stammen zu können. Weil ich nie zuvor einen Menschen so hatte reden hören, wurde mir allein von dem Versuch, seinen Ausführungen zu folgen, schwindlig. Fast schien es, als verfolge er mit jedem Wort, das er sagte, ein Ziel, auf das alles hinauslief, dessen Umrisse für mich jedoch umso weiter in einem dichter werdenden Nebel verschwanden, je länger ich über sie nachzusinnen imstande war.“

Hätte der Erzähler nicht auch etwas einfacher sagen können: „Carl sprach so druckreif, dass mir fast schwindlig wurde und ich manchmal Probleme hatte, seinen mündlich vorgetragenen Worten zu folgen.“? Der Erzähler spricht also elaborierter als ihm ansteht, wenn er z.B. so wegwerfend von „schlauen Büchern“ spricht. Eifert er bloß Carl nach, da er in dessen Sog geraten ist? Ist das Buch vielleicht sogar als Satire auf all die kulturkackenden Schönredner unserer Zeit und der Vergangenheit zu verstehen?

Bitte weiterlesen bei „Reflexe und Reflexionen“!

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Four Layers of Augmented Reality

Folgt dem Wink des Schamanen!

Und schaut Euch an, wie diese Serie zu Stande kam. Dazu bitte hier klicken.

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You’ll never walk alone

Der DJ Ötzi sieht das so.

Und der BuKa Olaf so.

Was der Bundeskanzler nicht sagt, der DJ Ötzi aber singt: DON‘T BE AFRAID OF THE DARK!

Weiß der Ötzi also mehr?

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6. September 2022 · 2:42

Poleposition for the winterzeit

Meine Kater, Adonis und Aladin, haben schnell begriffen und also Besitz ergriffen, die besten Plätze vor dem Specksteinofen, der nächsten Winter bullern wird.

Was hast Du begriffen? Bist Du bereit? Bist Du gescheit? Oder wirst Du einfach wie ein Scheit verbrennen, im Leben gescheit, gewesen, und nun gescheitert?

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Zur Metaphysik der Zigarre

Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht? Ein Glas Rum z.B. kann man leeren und wieder nachfüllen. Eine Zigarre rauchst Du, und dann ist sie scheinbar weg. Sind wir also im Grunde wie Zigarren:

Das Leben raucht an uns vorbei und dann ist es weg?

Mitnichten, würden auch die alten Inder sagen. Die Zigarre löst sich ja in Rauch auf. Und wir?

Wir werden ätherisch!

Das gilt natürlich auch für Nicht-Zigarren-Raucher. Die Metaphysik der Zigarre enthält also das Versprechen einer großartigen Inklusion. Sie ist eine alle umfassende menschliche Weisheitslehre.

Fingerzeig, Kreuz/Weise…

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Gegen den Strich

Des Wanderers Füße und sein Schatten

Geh‘ ich einmal ins Schattenreich,

Was nehm‘ ich mit?

(DU HAST EINEN WUNSCH OFFEN!)

Den Schatten? Nein,

Gewiss die Füße.

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Thinking of a bedtime treat

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26. Juli 2022 · 0:42