Man sollte Armin Laschet nicht unterschätzen!

Armin Laschets Antwort auf Markus Söders Zuschreibung „Kandidat der Herzen“ offenbart, wenn man genau hinsieht, seine Aachener Schlitzohrigkeit.

Auf Blumes Diktum: Söder ist der Kandidat der Herzen! sagt er: „ich bin’s auch.“ Er macht ihm damit nicht etwas streitig, sondern entlarvt diesen Satz als leere Sprechblase. Er will sagen: Jeder kann so etwas behaupten.

Dann folgt eine Steigerung: „Es gibt viele Leute, die sagen, ich bin es auch.“ Das ist aber lediglich ein Anspielung auf Söder Insistieren darauf, dass er die besseren Umfragewerte hat. Der Subtext: Was die Leute so reden, ist irrelevant! Viele Leute sollen gesagt haben, Laschet sei der Kandidat der Herzen? Absurd. Aber mit dem Hinweis auf das, was die Leute so reden, kratzt Laschet an dem entscheidenden Argument Söders.

„So haben wir quasi zwei Kandidaten mit Herzen.“ Hier geht es nicht darum, Söder „ein Herz“ zu attestieren, sondern darum, einen gedanklichen Raum zu eröffnen, in dem sich Fragen stellen. „Zwei Kandidaten mit Herzen“ ist nämlich zweideutig, worauf das „quasi“ verweist. Denn jedem dürfte klar sein: Söder hat kein Herz, er setzt nur auf Zustimmung und nennt das Herz. Laschet aber hat ein Herz, er bringt’s ja erst ins Gespräch, dass es hier um Herzen geht. Und seine Jovialität und Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen liegen assoziativ nahe beim Herzen.

Wir haben also zwei Kandidaten mit Herzen, nicht „mit Herz“! Zumindest nicht in Söders Fall. Söder hat nur mit Herzen zu tun. Mit Leuten, die ihn unterstützen. Und die nennt er dann „Herzen“. Aber der eigentliche Kandidat mit Herz, der diesen Namen verdient, ist Armin Laschet.

Und so gesehen entlarvt der Armin die Herzensangelegenheiten des Markus als bloßes Geschwätz, zwei Kandidaten mit Herzen, haha, dass ich nicht lache. Aber er macht ja nicht kenntlich, dass er Söder entlarvt. Er sagt nur etwas, das nicht sein kann, und für dieses Nicht-sein-Können macht er implizit den Markus verantwortlich.

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Dystopische Nach(t)gedanken

Ein Syllogismus

(der Verständlichkeit halber grob vereinfacht und des lieben Friedens wegen anonymisiert)

Der Otto hat den Pepe ausgetrickst.
Der Pepe ist ein Arschloch.
Also ist der Otto ein größeres Arschloch.

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Kandidat der Herzen: „Ich bin’s auch!“

Der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, hatte diesen Slogan, den er aus dem Umfeld von Lady Di geklaut hat, in die Welt gesetzt. Dieser Kandidat der Herzen hatte ja voll darauf gesetzt, dass manche in der CDU, vor allem auch Bundestagsabgeordnete, Schiss bekommen haben, dass mit einem Kandidaten, der in Umfragen weit abgeschlagen ist, keine Wahl und schon gar nicht ein erneutes Bundestagsmandat zu gewinnen ist. Blume scheint also davon auszugehen, dass diese Klientel das Herz genau da sitzen hat, wo die meisten Leute ihren Geldbeutel tragen, in der Gesäßtasche, am Arsch also, also da, wo das Grundeis ist, wo also der Arsch gelandet ist. Man kann also mit einer gewissen Berechtigung sagen: Markus Söder ist der Kandidat der Ärsche.

Wenn es diese Pandemie nicht gäbe, könnte man glatt meinen, Blume trage diese Maske, weil da irgendwas stinkt…

Aber auch Armin Laschet hat gemerkt, dass man mit solchen semantischen Eroberungen Punkte sammeln kann und rief laut: „Ich bin’s auch!“ Und er fügte noch was hinzu: In einem RTL-Interview stellte er schnell klar: „Ich bin´s auch. Es gibt viele Leute, die sagen, ich bin es auch. So haben wir quasi zwei Kandidaten mit Herzen.“ 

Lieber Armin Laschet, da hast Du wieder mal was völlig missverstanden. Kein Markus Söder würde je behaupten, dass er ein „Kandidat mit Herz“ wäre. Dies offenbart mal wieder, dass im politischen Diskurs dieser Tage niemand irgendjemandem zuhört.

Gibt es eigentlich Eiterblasen? Eitelkeitsblasen gibt es schon. Und unsere beiden Herzenskandidaten sind in ihrer Blase fest beschlossen. Schon Gregory Peck und Audrey Hepburn wussten: Es gibt nur EIN Herz und EINE Krone.

Kann sich jemand den Söder als lachenden Sozius vorstellen? Das sollte dann aber erst ab 18 freigegeben sein…

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Kandidat der Herzen

Beinahe König? Was für ein Paar wäre das geworden!
Königin der Herzen

Der Blume muss völlig durchgeknallt sein. Oder total frustriert. Nachdem der CDU-Vorstand nicht so abgestimmt hat, wie das, bitte sehr, erwünscht war…

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 40: Es ist alles eitel

So lautet der Titel eines Sonetts von Andreas Gryphius, eines Dichters, der den 30-jährigen Krieg erlebt hat. Wir denken heute bei dem Wort „eitel“ zunächst an schön herausgeputzte Männer oder Frauen. Doch schauen wir doch einmal, was in dem Wort „vereiteln“ steckt. Das Wort bedeutet doch „etwas Schlimmes verhindern“, womöglich „den Tod verhindern“, also die Vergänglichkeit (für einen Moment) hinausschieben, also die Erzeugung der Illusion von einem Leben, das ewig sein könnte, – der Hinweis auf etwas, das dem allzeit gefährdeten Leben doch noch einen (ewigen) Sinn verleiht?

Der Gegenbegriff zu „eitel“ wäre dann nicht „uneingebildet“, sondern „unvergänglich“ oder „wesentlich“.

Womit wir wieder bei der Frage wären, ob dieser Hahnenkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder in der gegenwärtigen Situation nur der Eitelkeit geschuldet ist und mithin am Wesentlichen vorbeigeht.

Was sagt nun Andreas Gryphius?

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein,
Wo jetzund Städte stehen, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden,
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach, was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t!
Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.

„Asch und Bein“: Das sind viele mittelständische Unternehmen und Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen.

„pocht und trotzt“: Amazon und Co.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 39: Leselust

Jean Paul: Titan. In: Sämtliche Werke Band 3, München 1999

Ich empfehle Jean Pauls Roman ausdrücklich in diesen Zeiten der Pandemie, in denen man viel Zeit totschlagen muss. Mithin bereit ist, einmal Dinge zu tun, auf die man sonst nicht gekommen wäre. 

Wer kennt das nicht: Ein Bekannter erwähnt ein neues Buch oder bringt einen abseitigen Schriftsteller ins Gespräch. Und dann ist schon mal schnell eine Bestellung aufgegeben, und ein paar Tage später kommt ein kleines oder großes Bücherpaket ins Haus. Handelt es sich um ein einzelnes Buch, kann es durchaus leicht geschehen, dass man sich damit noch am gleichen Abend zurückzieht und – es liest. Ist es jedoch eine etwas umfangreichere Lieferung, kann es passieren, dass man unversehens eine Gesamtausgabe in Händen hält. Aber was macht man jetzt mit der?

Vor genau 20 Jahren stand ich vor genau dieser Frage, als ich eine Gesamtausgabe der Werke von Jean Paul auspackte. Ich hatte, obwohl Germanist, von diesem Autor noch kein Wort gelesen. Ich hatte natürlich gehört von „Siebenkäs“, einem gewissen „Hesperus“, auch „Titan“ war mir zwar kein Begriff, aber immerhin ein Wort, das mir irgendwie mit einem gewissen, dem Vernehmen nach etwas exzentrischen Jean Paul in Verbindung zu stehen schien. Was habe ich mit dieser Gesamtausgabe also gemacht? Nun, was man mit Büchern halt so macht, ich habe sie ins Regal gestellt, irgendwo am Rande, wo sie nicht störten. 

Und da habe ich sie nun nach 20 Jahren wieder entdeckt, als ich sinnend vor meinen Büchern stand und mir überlegte, ob ich nicht einmal neues Terrain erkunden sollte. Dieses Verhalten deutet übrigens auf eine gewisse akute Risikobereitschaft hin. In der Pandemie bin ich so sehr damit beschäftigt, jedes Risiko zu vermeiden, dass es mir schon recht langweilig wurde. Ich stand also vor meinen Büchern und sagte mir plötzlich: Jetzt will ich doch mal was riskieren! Und richtete sogleich meinen Blick auf die Reihe leinener Einbandrücken, deren oberstes Wort „Jean“ war. Diese (unbewusste) Zielgerichtetheit wurde indes sogleich gekontert durch einen absolut wahllosen Griff in die beige Farbe der gleichgeschalteten Bücherbände. Mein Mittelfinger (!) der linken Hand legte sich auf die obere Seite der engen Furchen der zusammengepressten Papierblätter eines beliebigen Bandes, ich zog meine Hand zurück und fing den wahllos erwählten Band mit Daumen und kleinem Finger derselben Hand auf, fasste das Buch dann mit meiner rechten Hand und hielt mir den Buchrücken in dem mir gemäßen Leseabstand vor die Augen. Ich las: 

Wie die Jungfrau zum Kinde, so bin ich auf den Titan gekommen. Vielleicht wollt Ihr noch wissen, was das mit Risikobereitschaft zu tun hat? Nun, wenn ich einmal ein Buch angefangen habe, dann lese ich es bis zum letzten Buchstaben. In der Nachkriegszeit sagte man uns, zu recht: „Brot wirft man nicht weg!“ Ich habe das verallgemeinert und verinnerlicht: „Bücher knabbert man nicht an, um sie dann wegzuwerfen!“ Habe ich ein Buch einmal begonnen, lese ich es bis zum manchmal bitteren Ende. An diesem Verhalten kann man den Unterschied zwischen Wahrscheinlichkeit und Hoffnung verdeutlichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Buch, das schlecht anfängt, nach 50 Seiten doch noch besser wird, tendiert zu Null. Aber ich kann einfach die Hoffnung nicht aufgeben. Nehme ich also nicht nur ein Buch in die Hand, sondern öffne es auch noch und fange gar an, darin zu lesen, dann ziehe ich das auch durch, egal, was da noch kommen könnte. 

Risikobereitschaft? Ich wäre sogar bereit, das einen Nervenkitzel zu nennen. Also genau das, was wir gerade brauchen…

Skurril? Dann schaut Euch doch mal an, was ich dazu in Bezug auf mein Fernsehverhalten in Corona-Zeiten geschrieben habe.

Die Sache hat auch etwas damit zu tun, dass man sich selber treu bleibt. Darum bin ich auch für Laschet, diesen scheinbaren Looser. Der Söder würde jedes Buch, das ihm nach ein paar Sätzen nicht gefällt, in die Ecke feuern. Laschet würde lächeln und sagen: Na und, das ist halt so! Und weiterlesen.

Wollt Ihr jetzt wirklich noch was darüber erfahren, wie mir der „Titan“ gefallen hat? Verdammt schwere Lektüre, wenn man keine Ahnung von Fichtes Philosophie hat. Aber Gottseidank kenne ich mich da ein wenig aus… Aber selbst denjenigen, die nicht alles verstehen, aber einen Sinn für Poesie haben, empfehle ich, dieses Buch zu lesen, selbst wenn das dann so sein würde, als „lese“ man eine Partitur, ohne Noten lesen zu können.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 38: SIDS

Das Sudden Infant Death Syndrome ist ja normalerweise ein Phänomen, das im Säuglingsalter passieren kann. Ganz plötzlich setzt der Atem aus und das Baby stirbt.

Hören wir noch einmal, wie die AfD tickt (atmet):

„Mehr Tests bedeuten natürlich eine höhere Inzidenz.“

Bravo! möchte man bis dahin sagen. Doch gleich danach setzt bei den Höckes und Gauländern die Sauerstoffzufuhr aus, und sie kommen zu Schlussfolgerungen, die auch mir den Atem nehmen.

Aber dazu hatte ich ja schon etwas gesagt. Heute soll es eher um eine Erfahrung gehen, die ich mit mir selber mache. Hockt man nach den Nachrichten und Talkshows noch auf dem Sofa und überlegt sich, jetzt noch einen Film anzuschauen, könnte man ja im aktuellen Programm suchen oder aber in den Mediatheken. Und ich stelle fest, dass ich immer wieder einen vielleicht mäßigen Film aus den live ausgestrahlten Programmen auswähle und nicht einen von den „besten Filmen“ aus der Mediathek.

Denn jene Filme schmecken einfach frischer… Nicht so nach Konservenbüchse…

Der Lockdown macht mich nicht psychisch krank. Nur ein bisschen skurril. Damit kann ich leben.

Der Kater koset die Konserve,
ich liebe live, und ja: mit Verve.

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Metamorphosen

Was da heute passiert ist, erinnert mich an das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Armin trägt sein Los und Kanzler-im-Körbchen, Markus kann man sich gut als großmütterlich getarnten Wolf vorstellen.

Kanzler-im-Körbchen.

Aber der Reihe nach.

Die CDU/CSU hatte zunächst einen Kanzerkandidatkandidaten. Armin Laschet.

Es gab aber noch einen heimlichen Kanzlerkandidatkandidaten: Markus Söder.

Der eine kommt aus der größeren Partei. Der andere hatte zuletzt doppelt so gute Umfragewerte, selbst in der größeren Partei.

Zwischen Ostern und Pfingsten sollte dann entschieden werden, wer Kanzlerkandidat werden sollte.

Seit heute hat die CDU/CSU zwei un-heimliche Kanzlerkandidatkandidaten. Der eine sagt: Ich würde gern Kanzlerkandidat werden (Er sagt aber nicht deutlich warum.). Der andere sagt dasselbe: Ich würde gern Kanzlerkandidat werden (Er sagt, weil es um Deutschland, ja um Europa geht – s. heute journal -. Und das sagt derjenige Ministerpräsident, der noch vor ein paar Tagen verkündete, Bayern werde unabhängig von der EU Millionen Impfdosen von Russland beziehen.)

Die CDU/CSU hat also immer noch keinen Kanzlerkandidaten, keinen gekürten jedenfalls, aber statt des einen angekündigten Kanzlerkandidaten nun zwei noch ungekürte.

Armin Laschet kommt aus dieser Nummer nicht mehr raus. Während Markus Söder auf elegante Weise (Klaus Kleber) nach dem Posten (Verzeihung: Nach der Möglichkeit, für Deutschland, ja für ganz Europa Verantwortung zu übernehmen) schnappt.

Ein Detail aus Klebers Interview mit Söder ist übrigens interessant: Söder schwadronierte davon, dass er sich so toll verstehe mit dem Armin. Das sei alles so ganz anders zwischen den Schwesterparteien als zu Zeiten von Strauß und Kohl. Da sagte Kleber: „Sie greifen also nur eleganter nach der Macht.“ Und Söders Antwort darauf: „Von Eleganz verstehen Sie ja was.“ Ich habe Söder selten so verstört erlebt.

Der Wolf hat das Lamm gerissen. Die Frage wird also sein: Was machen die anderen Schafe?

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 37: Wer hätte das gedacht!

Bernd Höcke verkündet heute auf dem AfD-Parteitag:

Erst die Tests haben die Pandemie hervorgebracht!

Kein Scheiß. Das hat er wirklich sinngemäß gesagt.

Wir fordern: Mehr Intelligenztests!

Und es gäbe vielleicht eine Chance, dass die AfD sagen würde: Leute, testet, was das Zeug hält, und lasst Euch impfen!

Ach, hätte Herr Höcke doch Recht. Ich kann mir viele Tests ausdenken, die das Leben angenehmer machen würden. Z.B. unter der Frage: Welches Potential haben Sie, sehr, sehr reich zu werden? Wer diesen Test macht, hat einen Lottogewinn. Wir alle könnten diesen Test doch machen! Aber hier fällt mir der rheinische Singsang ein: „Wer soll das bezahlen…?“ Was aber nur zeigt, dass vielleicht einige Tests nicht richtig funktionieren. Andere würden indes unbegrenzt anwendbar sein, z.B. Pflaster, die testen, ob man Hühneraugen hat. Aber halt, hier liegt ein Denkfehler vor. Denn wer könnte schon Hühneraugentestpflaster wollen? Am Ende hätten wir alle Hühneraugen!

Bilder von Hühneraugen zeigen meist zwei, da der Mensch halt von Natur zwei Augen hat…

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 36: Nachdenke

Seit Tagen, ja seit Wochen warnen Virologen davor, angesichts dieser sog. dritten Welle und des aggressiven Mutanten B1.1.7. den Lockdown zu lockern und fordern sogar eine drastische Verschärfung. Vor den Ostertagen sagte der Ministerpräsident von NRW, CDU-Parteivorsitzender und möglicher Kanzler-Kandidat, er werde die Ostertage nutzen, um einmal über die Situation nachzudenken. Er hat dafür offenbar auf Twitter viel Spott erfahren. Seit heute, Osterdienstag, wissen wir nun, dass bei dieser Nachdenke auch tatsächlich etwas herausgekommen ist, nämlich eine Wortschöpfung (nicht zu verwechseln mit einer Wertschöpfung!). Armin Laschet hat verkündet, sozusagen als Aprés-Oster-Message: Was Deutschland braucht, ist ein Brückenlockdown. Man hört in den Nachrichten, dass er damit wieder etwas näher an Merkel und den ihr treuesten Ministerpräsidenten Markus Söder herangerückt ist. Übrigens hört man auch, die Kanzlerkandidatenfrage sollte bei den Unionsparteien nicht ohne eine Rückversicherung bei Angela Merkel entschieden werden. Die Röcke der Angela sind offenbar sehr weit. Wer also wird den neuen Oskar Matzerath zeugen, der uns in das Post-Corona-Zeitalter führen wird? Neue Trommeln braucht das Land!

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