Daniel Kehlmann: Lichtspiel

„Und bei eurem nächsten Film, Der Fall Molander, da hat der große Paul Wegener die Hauptrolle gespielt?“
„Welchem?“
„Bei eurem nächsten Film“, liest er von der Karte. „Der Fall Molander. Da hat Paul Wegener die Hauptrolle gespielt.“
„Den gibt es nicht.“
„Den Paul Wegener?“
„Diesen Film. Gibt es nicht, der wurde geplant, aber nie gedreht.“
Ein paar Sekunden ist es still, dann sagt Heinz Conrads: „Doch, doch, hier steht … Gedreht ist er schon worden. Es hat ihn nur keiner gesehen, er ist dann verloren gegangen.“

Wer wissen will, warum ich diesen Ausschnitt aus dem 1. Kapitel des Romans für eine Schlüsselstelle halte, der kann das unter „Reflexe und Reflexionen“ erfahren. Einfach hier anklicken und dann nach unten scrollen…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Reflexe und Reflexionen

Eine Antwort zu “Daniel Kehlmann: Lichtspiel

  1. Ich habe den Roman in Auszügen vorgelesen gehört (auf NDR-Kultur). Deine Einschätzung, besonders der alltägliche Faschismus der kleinen Leute werde sichtbar, teile ich vollkommen – für mich besonders eindrucksvoll der in SA-Uniform auftrumpfende Hausmeister in G.W.Pabsts österreichischem „Schloss“. Samt seiner dumpfbackigen kleinbürgerlichen Familie, die sich kleine und große Gemeinheiten gegenüber der Eigentümerfamile erlaubt. Wie er kuscht vor dem Großkopferten aus Berlin, Göbbels‘ Abgesandten. Zum Speien – und großartige Literatur.

Kommentar verfassen