Monatsarchiv: März 2022

Sich einen Namen machen

„Man muß es nur nötiger haben als andere, dann macht man sich bei der Menschheit einen Namen.“

(Thomas Mann: Der Erwählte. S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1956, p. 271)

Hier kann man etwas mehr über dieses sehr witzige Buch erfahren.

In diesem auch etwas über die Unterschiede von Mann und Frau:

„Herrlich“, antwortete er ihr, „bist du, Sibylla, ganz von selbst und ohne Buhurd (Kampfturnier)! Mein Geschlecht, das muß sich regen und etwas tun, um herrlich zu sein. Mit deinem darf man nur sein und blühen und ist schon herrlich. Das ist der allgemeinste Unterschied zwischen Mann und Weib, von genauerem abgesehen.“

Ich bin mir nicht sicher, ob der Erzähler, ein mönchiches Schlitzohr in Sankt Gallen, wirklich von Genauerem abgesehen hat…

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Joseph, mein Joseph

Antonio M. Esquivel: José y la mujer de Putifar (1854) (Museo de Bellas Artes in Seville, Leo Läufer 2019)

Obwohl Thomas Manns Romane über die biblische Gestalt Joseph, Sohn Jaakobs, zu den „Jahrhundertwerken“ der Literatur gerechnet werden, zusammen genannt etwa mit James Joyces Ulysses und Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, gehe ich wohl nicht fehl in der Annahme, dass viele meiner Zeitgenossen, zumal wenn sie keine Affinität zur Literaturwissenschaft haben, von diesem Werk noch nie etwas gehört haben oder wenn, dann allenfalls von dem berühmten Kapitel Die Damengesellschaft, in dem geschildert wird, wie sich zig ägyptische Damen der Hofgesellschaft bei einem Dinner ausnahmslos beim Apfel Schälen dermaßen in den Finger schneiden, dass ein allgemeines, gewaltiges Blutbad entsteht, – eine Folge dessen, dass der schöne, junge Joseph ins Zimmer trat, um ihnen Tee einzugießen. Das Ganze war von Potiphars Weib, die unsäglich in Joseph verliebt war, arrangiert, inszeniert und provoziert worden, und zwar aus Frust darüber, dass sie beim Joseph keinen Fuß in die Tür kriegte, bzw. Joseph nicht dazu zu bewegen war, mit ihr „Häupter und Füße zusammenzutun“.

Mehr über dieses Buch und seinen Leser unter „Reflexe und Reflexionen“.

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Putin ist Schröd(ing)ers Katze…

Schrödinger erfand im Jahr 1935 das Gedankenexperiment, welches man bis heute unter dem Namen ‚Schrödingers Katze‘ kennt. Es ist ein paradoxes Gedankenexperiment aus der Quantenphysik.

In dem Experiment befindet sich eine Katze in einer Kiste. Zusätzlich ist auch eine Vorrichtung mit einem radioaktiven , chemischen Element und einer Giftampulle eingebaut. Sobald das radioaktive Material in dieser Apparatur zerfällt, wird das Gift freigesetzt und die Katze stirbt.

Das Problem besteht nun darin, dass die radioaktive Substanz in der ersten Stunde nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zerfällt. Dadurch ist nicht sicher, dass das Gift zu der Zeit bereits freigesetzt wurde und die Katze gestorben ist. Vor dem Öffnen der Kiste, wird die Katze deshalb als tot und lebendig angesehen.

Putin ist sowohl „lupenreiner Demokrat“ als auch der lupus, der die Ukraine fressen will.

Zwei altersstarre Männer, Putin und Schröder. Jener ist im Begriff, die Welt zu vernichten, dieser nur sich selber endgültig zu demontieren, also den Rest dessen, was Frau Schöder-Kim nicht schon erledigt hat.

Schröder ist Putins (dummer) Hund.

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Bruder Hitler (Thomas Mann, 1938)

Zwei der letzten Sätze in Thomas Manns Roman Joseph und seine Brüder, dessen letzter Band 1943 veröffentlicht wurde, lauten:

„…Ein Mann, der die Macht braucht, nur weil er sie hat, gegen Recht und Verstand, der ist zum Lachen. Ist er’s aber heute noch nicht, so soll er’s in Zukunft sein, und wir halten’s mit dieser.“

Es fällt mir schwer, diesen humanistischen Optimismus heute zu teilen.

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