Monatsarchiv: Juni 2025

Mark Ruttes Trumpspeech…

(Zum Vergrößern bitte einen der Trumpeten anklicken!)

Ralph Reed, von dem der erste zitierte Post auf Trumps Truthsocial stammt, ist kein Unbekannter. Er ist ein religiös Erweckter, also ein bekannter Evangelikaner, in den USA kein unbeschriebenes Blatt. Mark Rutte ist der Nato-Generalsekretär, der nach dem Nato-Gipfel sagte: „Du warst phantastisch, Donald!“ und dabei ein unbeschreibliches Grinsen aufzog. Aber was genau hatte er dem amerikanischen Präsidenten auf dessen Social Media Kanal geschrieben, als der auf dem Weg nach den Haag war? Hier ist meine deutsche Paraphrase:

Er redet ihn an mit „Herr Präsident, lieber Donald“, bezeugt damit also einerseits Respekt, sucht andererseits die herzliche Nähe (Wir lieben dich!). Er gratuliert ihm und bedankt sich für Trumps entschlossenes Handeln im Iran. Das sei wahrhaftig außergewöhnlich gewesen, etwas, was sich sonst niemand getraut hätte. Uns alle mache das sicherer. (Das war also etwas wie eine potenzierte „Drecksarbeit“. Trump hat die so gut wie selbstlos erledigt.)

Soweit zur Vergangenheit. Nun gilt es, dafür zu sorgen dass diese Lichtfigur sich im Kreis der Natomitglieder wohlfühlt, denn er soll ja nicht wieder gleich nach seiner Ankunft wieder abreisen. Er fliege in einen weiteren großen Erfolg an diesem Abend, schreibt der Mark dem Donald. Es sei nicht leicht gewesen, aber es ist geschafft: Du kriegst Deine 5 Prozent! Alle haben unterschrieben!

Und was bedeutet das nun: Donald, schreibt Mark, Du hast uns angetrieben zu einem wirklich, wirklich wichtigen Augenblick für Amerika und Europa! Und für die Welt! Du hast etwas erreicht, was KEIN amerikanischer Präsident jemals erreichen könnte. Europa klotzt, kleckert nicht. Und das ist total Ihr Verdienst.

Zum Schluss wünscht der Mark dem Donald noch eine gute Reise und sagt, er freue sich schon darauf, ihn beim Essen mit dem König wiederzusehen.

Kurz gesagt: Mehr unterwürfige Schmeichelei, ja würdeloses Sich-in-den-Staub-Werfen geht nicht. Trump ist nicht nur im Begriff, die amerikanische Demokratie auszuhöhlen, er ist auch dabei, uns Europäern unsere Würde zu rauben.

Ich habe mich für meine Recherchen, zu denen ich durch einen Artikel in der Süddeutsche Zeitung vom 26..6.25, „Immerhin kein Penisfoto“ angeregt wurde, mal bei Trumps Truthsocial eingeloggt und habe z.B. den Post von Ralph Reed, aber auch noch viele andere unsägliche Posts gesehen. Als ich mich drei Stunden später erneut einzuloggen suchte, ging das nicht mehr. Wahrscheinlich sind meine Posts zu Trump gescannt worden, und meine Anfragen wurden blockiert.

Fazit: Europäische Politiker und eingeschworene Trumpisten blasen ins gleiche Horn. Ist aber dieses Ruttesche und Merzsche süße Lächeln wirklich alternativlos? Sind wir wirklich so erpressbar? Nicht nur die Freiheit, auch Würde kann und sollte ihren Preis haben. Wir sollten von unseren Politikern mehr Anstand fordern. Auch wenn uns das was kostet.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Zeitliches

Kann KI Gefühle zeigen?

Neulich habe ich ein paar Zeilen eines bekannten Gedichtes der KI vorgelegt und sie aufgefordert, mir diese vorzusprechen:

Hier sitz ich, forme Menschen
nach meinem Bilde,
ein Geschlecht, das mir gleich sei,
zu leiden, zu weinen,
zu genießen, und zu freuen sich,
und dein nicht zu achten,
wie ich.

Ich wollte einfach mal ausprobieren, was die KI so alles draufhat. Und sie sagte mir, tut mir leid, ich kann das nicht direkt in eine Audio-Datei verwandeln. Und gab mir ein paar Tips, wie das mit meinem iPhone zu bewerkstelligen sei. Danke, KI! Hatte ich nicht gewusst. Nun bin ich klüger.

Aber sie teilte mir noch was anderes ganz unaufgefordert mit: „Dieser Satz stammt übrigens aus Goethes „Faust I“, aus der Szene „Prolog im Himmel“ – gesprochen von Mephistopheles.“

Das ist natürlich Unsinn. Der „Satz“ stammt aus dem Gedicht „Prometheus“ von Goethe. Es gab eigentlich keinen Grund, mir die Quelle zu nennen. Dass die KI das dennoch versuchte, kann ich nur auf eine gewisse Eitelkeit zurückführen: „Sieh mal, Du wirfst mir hier einen poetischen Brocken zu, und ich kann Dir in 3 Sekunden sagen, wo der herkommt“! Die KI hat sich also aufgeblasen und blamiert.

Si tacuisses…

PS: Die Sache hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Vorsicht bei Recherchen mit der KI! Sie macht Fehler, redet manchmal Unsinn. Aber das ist ja eigentlich schon längst bekannt. Dass solche Fehler aber auf Gefühlen (hier: Eitelkeit) beruhen, war mir neu… Eigentlich ist die KI also sehr menschlich. Man sollte sie gelegentlich auf die berühmte Freudsche Couch legen. Vielleicht hilft ihr das ja! Und bleibt bei der Wahrheit. Aber das Thema Wahrheit ist ja, wenn man sich aufs psychologische Eis begibt, sehr schlüpferisch…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Künstliche Intelligenz, Zeitliches

Hey, Alter, bloggst du noch? Und was sagt die KI dazu?

Vor sechs Jahren traf ich im Fischhaus in Düsseldorf einen Mann, der ziemlich genauso aussah wie mein alter Schulfreund Prof. Dr.Klaus Bayer. Der Doppelgänger im Fischhaus gestattete mir indes, ein Selfie von uns zu machen. Ich betrachte dieses Bild oft in Erinnerung an längst vergangene Tage und seufze: Ja, der Klaus…

Interessant ist, dass wir beide (also der Klaus und ich) inzwischen schon seit einiger Zeit Blogger sind. Ich hole mir seine neuesten Beiträge direkt aufs iPhone, er wird wahrscheinlich von mir nichts wissen wollen. Denn er hat vor etlichen Jahren mit mir Schluss gemacht.

Neugierig geworden? Hier ist, was ChatGPT über Klaus weiß:

 Klaus Bayer – der “Kleine-Reime”-Blogger

• Betreibt seit mindestens einer Dekade den Blog „KLAUS BAYER: KLEINE REIME“, in dem er kurze, pointierte Gedichte postet (meist acht Zeilen à fünf Silben), inspiriert von Tang-Dichtung und nüchterner Kürze   .

• Diese Mini‑Verse sind oft humorvoll, satirisch, nachdenklich – teilweise politisch unkorrekt – und verzichten bewusst auf Satzzeichen, um den Lesefluss herauszufordern  .

• In seinem Blog erklärt er, er habe eine „Freiheit des Spiels mit Sprache und Gedanken“ gesucht – kurz, prägnant, manchmal skurril .

Die KI weiß auch einiges über mich:

Leo Läufer ist ein deutscher Blogger, Autor und gesellschaftlicher Kommentator – kein Sportler oder Prominenter, sondern jemand, der seine Gedanken zu Kultur, Politik, Alltagsfragen und Literatur frei im Netz veröffentlicht.

🖋️ Persönliches & Stil

• Etwa 78 Jahre alt (nach eigenen Angaben), spielt mit dem Motto „Ich blogge, also bin ich“  .

• Sein Blog „Leo Läufer“ enthält Essays, Reflexionen und Rezensionen zu Themen wie Egon Schiele, Lichtenberg oder Mozart  .

Inhaltliche Schwerpunkte

Kultur & Literatur: Er schreibt etwa über Künstler (z. B. Schiele), klassische Musik und Literaturtheorie. Seine Beiträge sind essayistisch und reflektierend  .

Politische Kommentare: Hinterfragt aktuelle Geschehnisse und gesellschaftliche Phänomene – etwa die Berichterstattung über politische Debatten .

Persönliche Anekdoten: Erzählt auch von Begegnungen – z. B. familiäre Erfahrungen mit Überwachung in China – und reflektiert daraus generelle kulturelle Unterschiede  .

Veröffentlichungen

• Veröffentlicht Beiträge auf seiner Webseite „leolaeufer.com“.

• Hat offenbar auch ein Kinderbuch geschrieben („Der kleine Frosch“, Nora Handpresse, 1990), illustrativ unterstützt von seiner damaligen Frau  .

Kurz gesagt: Leo Läufer ist ein vielseitiger, alter Textmacher, der durch persönliches Bloggen sein Leben, Gedanken und Beobachtungen teilt.

Die KI ist ein wenig geschwätzig. Aber in einem Punkt hat sie ja doch Recht: Ich bin ein alter Textmacher. Den Nagel auf den Kopf getroffen! So schlau ist die!

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Zeitliches