Monatsarchiv: November 2020

Corona-Irrsinn

Im Nachtmagazin der ARD sagte heute ein Experte auf die Frage, wer denn nun zuerst geimpft werden sollte, wenn denn Mitte Dezember ein Impfstoff zur Verfügung stehe:

„Zuerst wohl die 90-jährigen und die 85-jährigen, die 60- und 70-jährigen Alten wohl noch nicht sofort.“

Ich mache folgende Rechnung auf: Wird ein 90-jähriger geimpft, überlebt er die Pandemie trotzdem nicht, da er, statistisch gesehen, schon 10 Jahre tot ist.  Wird dagegen ein 60-jähriger geimpft, überlebt er die Pandemie und stirbt, wenn er Glück hat, erst nach gut zwanzig  Jahren.

Ein 30-jähriger würde übrigens noch circa 50 Jahre leben.

Ein 60-jähriger könnte also noch 20 Kinder zeugen, ein 30-jähriger 50. Wenn sie monogam veranlagt sind. Wenn sie das nicht sind, – nicht auszudenken, wieviel Kinder sie noch in die Schöne Neue Welt setzen könnten…

In diesem Post wurde natürlich ausgeblendet, dass das Alter eine Rolle spielen kann, wenn es darum geht, die Gefährdung zu bestimmen.  Dass das Alter u.U. ausgeblendet werden kann, macht der Fall eines Arztes klar, der mit 34 Jahren schwer an  Corona erkrankte und in der Sendung von Maischberger Zeugnis ablegte.

 

 

 

 

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„Can American democracy survive Donald Trump?“

Brief an einen Freund, der mir den Link zu einem sehr interessanten Artikel von Sarah Churchwell in The Guardian zugemailt hat:

Hallo Wolfgang,
wie schon gesagt: Ein sehr interessanter Artikel. Hast Du denn schon für den GUARDIAN gespendet?
Lügen – Paranoia – Verschwörungstheorien: Ja, das führt zur Wissenskrise. Nicht mehr unterscheiden können zwischen Wahr und Falsch. Die Indifferenz der Gesellschaft dem einzelnen gegenüber, die auf deren Vielfältigkeit beruht, wird als Missachtung erlebt, für die doch jemand geradestehen muss (die Regierung, der Staat, die Juden, etc.), und dann gibt es da „eine starke Persönlichkeit“, die das mal klar ausspricht. Voila, nun haben wir den Salat, sprich den Faschismus.
Aber wenn sich nun Corona-Gegner mit Anne Frank vergleichen oder mit Sophie Scholl, ist das nicht einfach nur Dummheit? Punkt! Wer sagt denn, dass die meisten Menschen nicht dumm sind? Kann doch sein,  oder? Und wenn dann die Dummen bei Wahlen alle ihre Stimme abgeben, ist doch demokratisch, oder? 
Aber in den USA scheint es doch nun so zu sein, dass die Republikaner hoffnungslos in der Minderheit sind. Und da sie so die Dummen sind, bleibt ihnen nichts übrig, als mit Hilfe autoritärer Strukturen (Richterstellen besetzen auf Teufel komm raus) oder sinistrer Manöver (Leugnen, was das Zeug hält) wieder an die Macht zu kommen.
Und wenn sich Dummheit mit Lügennarrativ verbindet? So bei Tommy Tuberville, frisch gewählter Senator aus Alabama, der behauptet, sein Vater habe im 2. Weltkrieg Europa vom Sozialismus errettet. Nun sind aber die Demokraten die Sozialisten, und der 2. Weltkrieg würde ja nichts genutzt haben, wenn die jetzt wieder – und sogar in den USA – an die Macht kämen. 
Was für ein Sumpf!!!
Ich weiß übrigens nicht, ob ich nicht den Pence für den noch Gefährlicheren halten sollte. Siehe dazu die Ausführungen zu „Totalitarismus – Theokratie“. Recht hat Sarah Churchwell, wenn sie betont, es gehe in den USA nicht um politische, sondern um existentielle Opposition. Was ja bedeutet, dass wir uns dort wieder im Naturzustand befinden (Hobbes, Locke), was ja angesichts der teilweise schwer bewaffneten Trump-Anhänger auch bedeutet, dass es sich hier nicht um eine abstrakte Theorie handelt. Und das Tantra der ungebrochenen starken Demokratie in den USA (George Washington verzichtete auf eine 3. Präsidentschaft: DAS ist die eigentliche Wiege der amerikanischen Demokratie!) ist nichts anderes als eine Beschwörung dessen, was man glauben möchte, aber längst nicht mehr glauben kann.
Schnitt.
Ich habe gerade das Buch „WUHAN DIARY – Tagebuch aus einer gesperrten Stadt“ von Fang Fang zu Ende gelesen. Hochaktuell diesmal, meine Lektüre. Ich habe zu diesem Buch auch einen „Lesebericht“ unter Reflexe und Reflexionen veröffentlicht. Vielleicht kannst Du mir in einem Punkt weiterhelfen. Fang Fang hat unter 10 Jahren Kulturrevolution gelitten (Sie hat während dieser Zeit als Packer arbeiten müssen.) und danach Literatur studiert. Sie ist wohl eine der angesehensten Schriftstellerinnen Chinas. Ihr Tagebuch, das sie auf Umwegen im Netz geschrieben hat, wurde heftig von „Linksextremisten“ attackiert, die ihr vorwarfen, nur die schmutzigen Sachen zu beschreiben, nicht aber die sauberen, also die Verdienste der Partei. Sie erwähnt aber auch die Rechtsextremisten, von denen sie auch gar nichts hält. Ihren eigenen Standpunkt umreißt sie mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit von Reformen und Öffnung. Damit kann sie ja wohl nicht Xi Jinping meinen, oder? Was sind in China heutzutage die „Linksextremisten“, was sind die „Rechtsextremisten“?
Im vorletzten Kapitel (23. März) sagt sie, dass das Tagebuch anders geworden sei als ursprünglich konzipiert. Und ihr letzter Satz in diesem Kapitel lautet: „Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes ‚den anfänglichen Traum vergessen‘“. In einer Fußnote steht dazu: „Anspielung auf ein zum politischen Slogan gewordenes Zitat von Xi Jinping („den anfänglichen Traum nicht vergessen“), das wiederum den Dichter Bai Juyi (772-846) zitiert. 
Ich vermute sehr stark, dass Fang Fang den letzten Satz des Kapitels 23. März mit einem Augenzwinkern versehen hat. Sie sagt damit: Schaut mal her, ich halte mich offenbar nicht an das, was der Große Vorsitzende für geboten erklärt Aber ist doch hier gar nicht so schlimm, oder? Sie spielt mit Opposition, dabei meint sie es todernst und verarscht den Großen Vorsitzenden en passant – so locker und gelassen, wie das nur Chinesen können, die in China leben…

Ende Januar habe ich mich in der Nähe von Nanning aufgehalten. Als am 26. und 27. Januar die gemeldeten Todeszahlen immer weiter anstiegen, haben wir uns entschlossen, den nächsten Flug nach Deutschland zu nehmen. Oben also ein paar Bildchen und weiter unten der ausführliche Bericht zum Buch von Fang Fang.

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That’s the way the world ends:

not with a bang, but with a whimper.

An diese Worte von T.S.Eliot (The Waste Land) habe ich heute gedacht, als ich die Bilder sah von Trump im gepanzerten Auto auf dem Weg zum Golfspielen, draußen schrien sich 10.000 Unverbesserliche die rote (republikanische) Seele aus dem Leib, und ein paar tausend Meilen, im entfernten Hanoi, wird zur gleichen Zeit der größte Freihandelsvertrag aller Zeiten unter Führung von China unterzeichnet. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen. Ist ein bisschen Mitleid erlaubt?

Im Folgenden nun ein weiteres Zitat aus dem schon öfter genannten Buch von H. Brogan, in dem ich lediglich drei Wörter ersetzt habe:

Trump was at his loss. The inner light had failed. For it had told him that anything was allowed to the President of the United States and that anything was allowable which helped a man to win an election. It was the faith on which he had acted all his adult life, the faith he had divised from watching the imperial actions of Franklin Roosevelt, Harry Truman and the rest, all of whom had from time to time taken chances with the Constitution. He would see no difference between their cases and his, and so went whining into exile in the luxurious golf facility he had created for himself (partly with taxpayers‘ money) in Florida.

Nixon hatte übrigens ein home in California. Ansonsten ist die Übereinstimmung auf den ersten Blick überwältigend. Aber schaut man genauer hin, werden Differenzen sichtbar. Natürlich geht es Trump nicht um Roosevelt oder Truman. Er dürfte sich eher Lukaschenko oder Putin angeschaut haben. Und die Frage bleibt: Geht er wirklich endgültig Golf spielen? Die medialen Möglichkeiten heutiger autokratischer Psychopathen dürfen nicht unterschätzt werden. Wenn Fox News umschwenkt, steht ein anderer Sender bereit zu übernehmen. Und es stehen mehr als 70 Millionen Amerikaner bereit, die ihn gewählt haben. Viele davon bewaffnet. Ein weites Feld für dystopische Brütereien. Den meisten Republikanern scheint es ausschließlich darum zu gehen, die Mehrheit im Senat zu erhalten. Sie nehmen damit durchaus die Möglichkeit eines Bürgerkriegs.2 in Kauf.

(For my American friends:
Nixon, by the way, had a home in California. Otherwise, the accordance is overwhelming at first glance. But if you take a closer look, differences become apparent. Of course, Trump is not about Roosevelt or Truman. He may have looked more at Lukashenko or Putin. And the question remains: Is he really going to play golf for good? The media possibilities of today’s autocratic psychopaths must not be underestimated. If Fox News turns around, another channel is ready to take over. And there are more than 73 million Americans who voted for him. Many of them armed. A wide field for dystopian hatcheries. Most Republicans seem to be all about getting a majority in the Senate. They certainly accept the possibility of civil war.2.)

For my Chinese friends:

順便說一下,尼克森在加利福尼亞有個家。否則,協定乍一看是壓倒性的。但是,如果你仔細看看,差異變得明顯。當然, 特朗普與羅斯福或杜魯門有關。他可能更看盧卡申科或普京。問題依然存在:他真的要打高爾夫球嗎?不能低估當今專制精神病患者的媒體可能性。如果福克斯新聞轉過來,另一個頻道準備接手。有7000多萬美國人投了他的票。他們中的許多人攜帶武器。反烏托邦孵化場的寬闊田野。大多數共和黨人似乎都想在參議院獲得多數席位。他們當然接受內戰的可能性。

(This Chinese translation is not exactly what I wanted, but it will do. Translating German-Chinese always means: You will never get what you want!)

 

 

 

 

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Demagogie

Eine der übelsten Figuren in der Geschichte der Vereinigten Staaten war der Senator Joseph R. McCarthy, der im 2. Weltkrieg im Pazifik Bürodienst getan hat, besoffen eine Treppe runterfiel und sich danach als kriegsversehrten Veteranen, sozusagen als Kriegsheld,  in politische Ämter wählen ließ. Am 9. Februar 1950 zog er während einer Rede in Wheeling, West Virginia, eine Liste mit Namen zahlreicher Kommunisten, die dem Außenminister bekannt seien, hervor. Das war der Beginn einer beispiellosen „Hexenjagd“ (Arthur Miller).  Hugh Brogan schreibt in seiner immer noch lesenswerten „History of the United States of America“ über ihn:

He did enormous damage to his country, both abroad and at home, not all of which has yet been repaired. He was not, it must be repeated, the only scoundrel to take advantage of public nervousness to drum up a Red scare for his own ends. But he was incomparably the most able. Not that he was a cold calculator; rather, his genius (for that it undoubtedly was) lay in a certain hot, instinctive cunning which told him how to win power, headlines and a passionately loyal following by manipulating the worst impulses and most entire weaknesses of his fellow-countrymen. He was a liar on a truly awesome scale, telling so many lies, so often, and in such a tangled fashion that Hercules himself could note have completed their refutation, for new falsehoods sprouted faster than old ones could be rebutted. …

McCarthy knew nothing about communism or the State Department, but he did know that mud sticks, especially if you throw a lot of it

Das Letzte Mal – in Burbach dabei. Noch mal in die Hände spucken, dann ab ins Narrenschiff.

Er hat seinem Land im Ausland und im Inland enormen Schaden zugefügt, von dem noch nicht alles repariert wurde. Er war nicht der einzige Schurke, der die öffentliche Nervosität ausnutzte, um, eine Furcht vor den Roten für seine eigenen Zwecke anzustacheln. Aber er war der unvergleichlich Fähigste. Nicht dass er eiskalt berechnend war; vielmehr lag sein Genie (so kann man das zweifellos nennen) in einer gewissen instinktgetriebenen Verschlagenheit, die ihm sagte, wie er Macht, Schlagzeilen und eine leidenschaftlich treue Gefolgschaft gewinnen konnte, indem er die schlimmsten Impulse und die größten Schwächen seiner Landsleute manipulierte. Er war ein wirklich großartiger Lügner, der so oft und so verworren so viele Lügen erzählte, dass selbst ein Herkules mit deren Widerlegung nicht hätte nachkommen können, denn neue Unwahrheiten entstanden schneller als alte widerlegt werden konnten…

McCarthy verstand nichts von Kommunismus oder vom Außenministerium, aber er wusste sehr wohl, dass Schlamm kleben bleibt, besonders wenn man viel davon schleudert. (Translation by Google, enhanced by Leo Läufer)

Lieber Hugh Brogan!

Du hast das Buch und also diese Worte vor 35  Jahren geschrieben. Der heutige Leser kann diese Charakterzeichnung problemlos in ein gewisses Social-Media-Profil der Gegenwart übertragen und muss enttäuscht feststellen, dass das, was er heutzutage miterlebt und vielleicht für  Niedagewesen hielt (und schaudernd glaubte, Zeuge eines in der Geschichte einmaligen Vorgangs zu sein), dass das also nichts als ein historischer Wiedergänger ist. Mein Großvater hat schon gesagt: Die Menschen ändern sich nicht. Jedenfalls hilft mir dieser Spruch, mich nicht mehr so sehr über die Psychopathen diese Welt, seien sie in der Politik oder auch in der Wirtschaft (aber vielleicht auch schon im Kindergarten) aufzuregen.


			

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