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Die Zeit der Pferdeflüsterer

Das Pferd, das ist Donald Trump. Und die Flüsterer sind all diejenigen, die alles tun, die Regungen dieses Pferdes zu verstehen, um darauf so reagieren zu können, dass dieses Pferd einigermaßen beherrschbar bleibt, was allerdings nur so viel bedeutet, dass sie vermeiden wollen, unter seinen Hufen zertrumpelt zu werden.

Das fing an mit den sog. Tech-Bossen, die zur Inauguration des Stallions erschienen, das setzte sich fort mit der massiven Aufwartung der EG-Prominenz im Weißen Haus, die dem ukrainischen Präsidenten den Rücken stärken wollten, und das setzt sich fort in London, wo der britische Premier und der König höchstpersönlich dafür sorgten, dass nichts das Wohlbefinden ihres Maga- oder Gaga-Gastes störte.

Was sich da abspielt, wird manchmal als unglaublich, als unvorhersehbar, als absurd bezeichnet. Aber schauen wir uns doch mal an, was Platon vor mehr als 2000 Jahren genau dazu zu sagen hatte:

Das lässt Platon den Sokrates sagen in Der Staat.

Und das lässt sich genau so sagen über all die Trump-Flüsterer unserer Tage. Aber was ließe sich dem entgegenzusetzen? Sokrates würde sagen: Das unbeirrte Festhalten an dem Guten und dem Wahren.

Aber wer ist schon bereit für den Schierlingsbecher?

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Von Joseph Beuys zu Donald Trump?

Das eine: Ein verurteilter Straftäter empfängt einen gesuchten Kriegsverbrecher auf einem roten Teppich in Alaska und schüttelt ihm nicht nur die Hand, sondern tätschelt sie auch noch, macht Scherze und streichelt ihm über den Rücken.

Das andere: Ein weltweit bekannter Künstler beschäftigt sich eine Stunde lang mit einem toten Hasen in einer Performance, bei der er auf die Knie geht, sich die Spitzen der langen, toten Hasenohren zwischen die Zähne klemmt, in jede Hand eine Hasenpfote nimmt, auf den Knien durchs Zimmer rutscht und dabei die toten Hasenläufe in einen Marschierrhythmus versetzt.

Beide Ereignisse: Machen keinen Sinn.  Donald Trump wurde dafür belächelt, gescholten, gehasst und gelobt. Joseph Beuys wurde für solche Aktionen gelobt, bemitleidet, erntete Kopfschütteln und verdiente sehr viel Geld.

Der Politneukrotiker und der Kunstclown: Beide kommen mit dem, was sie machen, durch, weil es sich verkauft.

Am Ende zeigen sich hier die gleichen Marktgesetze.

Marina Abramović

Marina Abramović hat diese Hasengeschichte später (im Guggenheim?) noch einmal nachgestellt. Diese Geschichte ist im Museum Schloss Moyland am Niederrhein dem heute staunenden Publikum zugänglich gemacht. Abramović wurde mit dem „Nobelpreis der Künste“ ausgezeichnet in der Kategorie Skulptur, weil sie ihren Körper mehr als 5 Jahrzehnte als Medium eingesetzt habe. Na Bravo! Sie hat sich als der Joseph verkleidet und mit einem Hasen rumgefuchtelt, ihren Kopf in Blattgold gehüllt. Wie der Beuys seinerzeit. Der Film mit Beuys und totem Hasen ist in Schwarz-Weiß, der ihre in Colour. Immerhin ein Fortschritt.
Das Problem ist, glaube ich, dass Galeriebesitzer Geld verdienen wollen und Kritiker auch und dafür über Dinge Auskunft geben sollen, über die man besser schweigen würde. Was würde ein Kritiker denn nun vermutlich über einen Artikel wie diesen schreiben? Er könnte mir z.B. attestieren, dass ich eine phänomenologische Homomorphie zwischen dem Wirken eines Trump und den Werken eines Beuys entdeckte habe. Oder davon reden, dass ich Beuys als Orakel entdeckt habe, der Trump weissagte… Alles ist möglich. Rien ne va plus.

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Oxymoron

Tante Emma wollte niemals gehen…

Ein weiteres Oxymoron vom Gottgesandten der letzten Tage:

Präsident Donald Trump

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Demagogie

Eine der übelsten Figuren in der Geschichte der Vereinigten Staaten war der Senator Joseph R. McCarthy, der im 2. Weltkrieg im Pazifik Bürodienst getan hat, besoffen eine Treppe runterfiel und sich danach als kriegsversehrten Veteranen, sozusagen als Kriegsheld,  in politische Ämter wählen ließ. Am 9. Februar 1950 zog er während einer Rede in Wheeling, West Virginia, eine Liste mit Namen zahlreicher Kommunisten, die dem Außenminister bekannt seien, hervor. Das war der Beginn einer beispiellosen „Hexenjagd“ (Arthur Miller).  Hugh Brogan schreibt in seiner immer noch lesenswerten „History of the United States of America“ über ihn:

He did enormous damage to his country, both abroad and at home, not all of which has yet been repaired. He was not, it must be repeated, the only scoundrel to take advantage of public nervousness to drum up a Red scare for his own ends. But he was incomparably the most able. Not that he was a cold calculator; rather, his genius (for that it undoubtedly was) lay in a certain hot, instinctive cunning which told him how to win power, headlines and a passionately loyal following by manipulating the worst impulses and most entire weaknesses of his fellow-countrymen. He was a liar on a truly awesome scale, telling so many lies, so often, and in such a tangled fashion that Hercules himself could note have completed their refutation, for new falsehoods sprouted faster than old ones could be rebutted. …

McCarthy knew nothing about communism or the State Department, but he did know that mud sticks, especially if you throw a lot of it

Das Letzte Mal – in Burbach dabei. Noch mal in die Hände spucken, dann ab ins Narrenschiff.

Er hat seinem Land im Ausland und im Inland enormen Schaden zugefügt, von dem noch nicht alles repariert wurde. Er war nicht der einzige Schurke, der die öffentliche Nervosität ausnutzte, um, eine Furcht vor den Roten für seine eigenen Zwecke anzustacheln. Aber er war der unvergleichlich Fähigste. Nicht dass er eiskalt berechnend war; vielmehr lag sein Genie (so kann man das zweifellos nennen) in einer gewissen instinktgetriebenen Verschlagenheit, die ihm sagte, wie er Macht, Schlagzeilen und eine leidenschaftlich treue Gefolgschaft gewinnen konnte, indem er die schlimmsten Impulse und die größten Schwächen seiner Landsleute manipulierte. Er war ein wirklich großartiger Lügner, der so oft und so verworren so viele Lügen erzählte, dass selbst ein Herkules mit deren Widerlegung nicht hätte nachkommen können, denn neue Unwahrheiten entstanden schneller als alte widerlegt werden konnten…

McCarthy verstand nichts von Kommunismus oder vom Außenministerium, aber er wusste sehr wohl, dass Schlamm kleben bleibt, besonders wenn man viel davon schleudert. (Translation by Google, enhanced by Leo Läufer)

Lieber Hugh Brogan!

Du hast das Buch und also diese Worte vor 35  Jahren geschrieben. Der heutige Leser kann diese Charakterzeichnung problemlos in ein gewisses Social-Media-Profil der Gegenwart übertragen und muss enttäuscht feststellen, dass das, was er heutzutage miterlebt und vielleicht für  Niedagewesen hielt (und schaudernd glaubte, Zeuge eines in der Geschichte einmaligen Vorgangs zu sein), dass das also nichts als ein historischer Wiedergänger ist. Mein Großvater hat schon gesagt: Die Menschen ändern sich nicht. Jedenfalls hilft mir dieser Spruch, mich nicht mehr so sehr über die Psychopathen diese Welt, seien sie in der Politik oder auch in der Wirtschaft (aber vielleicht auch schon im Kindergarten) aufzuregen.


			

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Bäume, Kronen, Kerne

Wie kann ein Baum so eine Krone haben?

Wenn der Kern so hohl ist?

Frage ich mich selbstkritisch.

Es ist alles eine Frage des Blasens… Also des Sich-Aufblasens.

Die goldene Krone hat immer noch Trump.

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Eiszeit

Ja, kalt war’s und Schnee gab’s. Und der Specksteinofen versorgte vor allem Aladin und Adonis mit wärmendem Geknister. Aber warum, zum Teufel, macht unser Butler den Ofen denn heute nicht an? Wir warten!
Ja, wir alle warten – auf den Einzug dieses Egomanen in ein weißes Haus, und wir alle werden uns noch sehr warm anziehen müssen, wir alle…
Im Weißen Haus ein Immobilienmogul und sein Schwiegersohn, das Gesetz zur Vetternwirtschaft gelte für den Präsidenten nicht, wurde heute gesagt. Immobil = unbeweglich, also Eiszeit. Wir müssen wieder lernen zu überwintern… Aber können wir uns das leisten?

kater-und-kalter-ofen

Oliver Welke hat in seiner Heute-Show auf einen Auftritt von Donald Trump Bezug genommen, in dem er einen behinderten Journalisten lächerlich machte, hat ihn satirisch bloßgestellt. Aber erst Meryl Streep hat in ihrer Rede zur Verleihung des Golden Globe für ihr Lebenswerk darauf eine ernsthafte Antwort gegeben und ihn politisch-menschlich-moalisch bloßgestellt. Wie hilflos-kindisch war Trump’s getwitterte Antwort: Mary Streep sei eine überschätzte Schauspielerin.

Eiszeit, wohin der Blick schweift: USA, Türkei, Syrien, Ungarn, Polen, Ukraine, etc.

Abgasskandal? Maut auf deutschen Autobahnen? Kalter Ofen? Peanuts!

Aber wieso werde ich den Verdacht nicht los, es könnte uns alle bald kalt erwischen?

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