Monatsarchiv: April 2021

Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 41a: Kommunikative Transparenz? Nein Danke!

Wer steckt hinter #allesdichtmachen ?

  1. Die Kampagne #allesdichtmachen erweckte zunächst den Anschein, als ob sich 53 Schauspieler aus eigenem Antrieb an die Öffentlichkeit wendeten, um angesichts ihrer verzweifelten Lage auf sich aufmerksam zu machen.
  2. Das ist offensichtlich falsch, da die Aktion zentral nicht nur initiiert, sondern auch inhaltlich gesteuert wurde.
  3. Mehrere Schauspieler gaben im Nachhinein an, dass sie kontaktiert worden seien und ihnen eine Liste mit Texten vorgelegt wurden, aus denen sie eine Auswahl treffen sollten, wenn sie sich an der „Aktion“ beteiligen wollten.
  4. Was also zunächst als eine kollektive Protestaktion erschien, entpuppte sich als eine zentral gesteuerte Aktion, bei der die Akteure nicht Herr oder Frau Ihrer Statements waren. Die sie aber gemäß ihren schauspielerischen Veranlagungen in Szene setzten.
  5. Wem das weit hergeholt erscheint, der möge sich einmal alle 53 Videoclips anschauen. Die sind nämlich nach einem Muster gestrickt. Es geht gegen „die Regierung“, es geht dagegen, dass in übertriebener Weise Angst geschürt wird. Es geht gegen Masken. Es geht gegen Kontaktbeschränkungen. Es geht gegen alles, was in dieser Pandemie helfen kann, ihrer Herr zu werden.
  6. Ein Beispiel: „Ich lerne, Distanz bedeutet Nähe!“ sagt eine Schauspielerin. Sie macht sich also lustig über das Gebot, Distanz einzuhalten. Das heißt aber im Klartext: Wenn Distanz halten Blödsinn ist, dann setzt Euch doch über dieses Gebot hinweg!
  7. Das heißt aber im Klartext: Diese Schauspielerin fordert genau dasselbe, was auch die AfD oder die Qdenker sagen.
  8. Ein Schauspieler präsentiert sich in einem weißen Raum und räsonieret darüber, dass er in die „rechte Ecke“ gestellt werde durch die Medien. Er steht, während er dies sagt, auf der rechten Seite des Bildausschnitts und bewegt sich dann in die Mitte des Bildes, womit er sagen will: Alles eine Sache der Perspektive. Denn nun stehe er ja wieder in der Mitte. Dieser Clip nimmt den Shitstorm vorweg. Aber er widerlegt ihn nicht.
  9. Ulrich Tukur räsoniert in seinem Beitrag über den Tod, in rilkescher Attitüde. Wenn wir alle tot sind, hat das Virus keine Chance mehr! Das ist zwar wahr und soll wohl auch einen gewissen intellektuellen Reiz haben, ist aber trotzdem absolut lächerlich.
  10. Ein Münchener Corona-Verharmloser hat sich einen Berliner Filmemacher gesucht, der in sozialen Netzwerken durch coronakritische Äußerungen aufgefallen ist. Und der schrieb dann das Drehbuch für eine Aktion, aus der dann aber einen Tag später viele Teilnehmer wieder ausgestiegen sind, als sie merkten, dass sie instrumentalisiert worden sind.

Siehe auch dies hier.

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Klischee der Woche

Noch einmal die SZ. Sie fragt Armin Laschet:

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Annalena Baerbock und Ihnen?

Laschet: Sie redet, ich handle.

Mein Gott, ist das billig! Laschet hätte doch so vieles sagen können. Er hätte auf seine Regierungserfahrung hinweisen können. Aber was er da sagt, ist nicht besser als wenn er gesagt hätte: Sie ist eine Frau, ich bin ein Mann. Oder fragen Sie doch mal eine Opernsängerin, was der Unterschied zwischen ihr und einer Nachtigall ist. Vielleicht würde sie ja antworten: Die zwitschert drauflos, ich kann vom Blatt lesen. Genau, der Armin kann vom Blatt lesen… Er handelt. Wäre auch schlimm, wenn ein Ministerpräsident das nicht täte. Und sie redet. Was könnte sie auch sonst tun als Parteivorsitzende.

Aber niemand würde sagen können, dass das, was Annalena sagt, keine Wirkung hätte… Schon mal was von Sprechhandlung gehört?

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Sprechblase des Tages

Armin Laschet auf die Frage der Süddeutschen Zeitung von heute:

Was macht einen guten Kanzler aus?

Ein Bundeskanzler muss, wenn er um vier Uhr nachts in einer Krise geweckt wird, immer europäisch denken.

Offenbar hat die SZ Herrn Laschet morgens um vier aus den Federn geholt… Da ist es gut, einen stabilen Vorrat an Reflexen zu besitzen.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 41: #allesdichtmachen ist nicht ganz dicht…

Dietrich Brüggemann, mitverantwortlich für #alllesdichtmachen, hat eine Band gegründet: Theodor Shitstorm. Und nun hat er den Salat. Denn diese auch vom ihm organisierte Aktion #allesdichtmachen erlebt ja nun gerade einen gehörigen Shitstorm. Brüggemann hat sich dazu im Deuschlandfunk geäußert:

Dietrich Brüggemann fordert, dass man auch über Kollateralschäden reden müsse. Er habe sein ganzes Leben lang das gesagt und getan, was er für richtig halte. „Jetzt tue ich das weiterhin. Auf einmal kommt Applaus von der AfD und plötzlich sagen alle, du bist jetzt rechts. Wenn man damit nur noch den falschen Leuten in die Hände spielt, was ist das für ein Diskurs.“

Die Medien, erklärt Brüggemann, würden oft vorgefertigte Meinungen liefern, Journalisten wüssten schon vorher, was richtig und falsch sei. 

Die Debatte um Corona und die Maßnahmen will er erweitern. „All das muss man satirisch überhöhen, überspitzen und zum Abschuss freigeben.“

Dietrich Brüggemann sollte bei seiner Musik bleiben. Oder noch einen Tatort inszenieren. Aber er sollte sich mit politischen Kommentaren zurückhalten. Dass man falschen Leuten in die Hände spielt, ist ja wohl nicht ein Problem des „Diskurses“, sondern eine Frage dessen, was man sagt. Was soll eigentlich zum Abschuss freigegeben werden? Die Maskenpflicht? Die Abstandsregel? Die Vernunft? Schieß, Junge, schieß. Aber wundere Dich nicht, wenn andere Dich dann politisch verorten. Das ist ihr gutes Recht, wie das deiner Schießerei.

Richy Müller, der neben mehr als 50 Schauspielern einen Videoclip beigesteuert hat, sagt dazu im Nachhinein in einen Interview bei ntv:

Der Text, den Sie in Ihrem Video sprechen, stammt der von Ihnen?

Nein, es kamen allerlei Vorschläge und ich habe mir den Part mit den Tüten ausgesucht. Ich fand das zunächst witzig.

Richy benutzt eine Tüte zum Einatmen, die andere zum Ausatmen…

Da hat also offenbar ein Filmemacher, also Dietrich Brüggemann, sich ein paar Gags ausgedacht und verteilt die unter den Schauspielern, die dann ihren Text zu sprechen haben. Ganz die alte Schule etwa auch eines Alfred Hitchcock, der seinen Schauspielerinnen ganz klar sagte, wo es langgeht.

Jan-Josef Liefers war ja auch dabei und hat sich u.a. dazu so geäußert:

@JanJosefLiefers. Alles hat drei Seiten. Eine positive, eine negative und eine komische. Berlin, Germany.

Wer erinnert sich noch an den Antikriegsfilm „Catch-22“ aus dem Jahre 1970, an die Szene im Krankenhaus, wo einem total in Verbandszeug eingewickelten Soldaten auf der Intensivstation Infusionen als Nahrung gegeben wurden, die aus dem Beutel stammten, in dem die Ausscheidungen aufgefangen wurden? Ja, mein lieber Dietrich, mein lieber Richy und mein lieber Jan-Josef: Neben den Säcken fürs Einatmen (die eine Seite) und fürs Ausatmen (die zweite Seite) braucht’s noch einen komischen Sack, den ihr Euch zunächst an den Arsch haltet und dann Mahlzeit!

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Dystopische Nach(t)gedanken

Ein Syllogismus

(der Verständlichkeit halber grob vereinfacht und des lieben Friedens wegen anonymisiert)

Der Otto hat den Pepe ausgetrickst.
Der Pepe ist ein Arschloch.
Also ist der Otto ein größeres Arschloch.

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Kandidat der Herzen: „Ich bin’s auch!“

Der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, hatte diesen Slogan, den er aus dem Umfeld von Lady Di geklaut hat, in die Welt gesetzt. Dieser Kandidat der Herzen hatte ja voll darauf gesetzt, dass manche in der CDU, vor allem auch Bundestagsabgeordnete, Schiss bekommen haben, dass mit einem Kandidaten, der in Umfragen weit abgeschlagen ist, keine Wahl und schon gar nicht ein erneutes Bundestagsmandat zu gewinnen ist. Blume scheint also davon auszugehen, dass diese Klientel das Herz genau da sitzen hat, wo die meisten Leute ihren Geldbeutel tragen, in der Gesäßtasche, am Arsch also, also da, wo das Grundeis ist, wo also der Arsch gelandet ist. Man kann also mit einer gewissen Berechtigung sagen: Markus Söder ist der Kandidat der Ärsche.

Wenn es diese Pandemie nicht gäbe, könnte man glatt meinen, Blume trage diese Maske, weil da irgendwas stinkt…

Aber auch Armin Laschet hat gemerkt, dass man mit solchen semantischen Eroberungen Punkte sammeln kann und rief laut: „Ich bin’s auch!“ Und er fügte noch was hinzu: In einem RTL-Interview stellte er schnell klar: „Ich bin´s auch. Es gibt viele Leute, die sagen, ich bin es auch. So haben wir quasi zwei Kandidaten mit Herzen.“ 

Lieber Armin Laschet, da hast Du wieder mal was völlig missverstanden. Kein Markus Söder würde je behaupten, dass er ein „Kandidat mit Herz“ wäre. Dies offenbart mal wieder, dass im politischen Diskurs dieser Tage niemand irgendjemandem zuhört.

Gibt es eigentlich Eiterblasen? Eitelkeitsblasen gibt es schon. Und unsere beiden Herzenskandidaten sind in ihrer Blase fest beschlossen. Schon Gregory Peck und Audrey Hepburn wussten: Es gibt nur EIN Herz und EINE Krone.

Kann sich jemand den Söder als lachenden Sozius vorstellen? Das sollte dann aber erst ab 18 freigegeben sein…

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Kandidat der Herzen

Beinahe König? Was für ein Paar wäre das geworden!
Königin der Herzen

Der Blume muss völlig durchgeknallt sein. Oder total frustriert. Nachdem der CDU-Vorstand nicht so abgestimmt hat, wie das, bitte sehr, erwünscht war…

Ein Kommentar

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 40: Es ist alles eitel

So lautet der Titel eines Sonetts von Andreas Gryphius, eines Dichters, der den 30-jährigen Krieg erlebt hat. Wir denken heute bei dem Wort „eitel“ zunächst an schön herausgeputzte Männer oder Frauen. Doch schauen wir doch einmal, was in dem Wort „vereiteln“ steckt. Das Wort bedeutet doch „etwas Schlimmes verhindern“, womöglich „den Tod verhindern“, also die Vergänglichkeit (für einen Moment) hinausschieben, also die Erzeugung der Illusion von einem Leben, das ewig sein könnte, – der Hinweis auf etwas, das dem allzeit gefährdeten Leben doch noch einen (ewigen) Sinn verleiht?

Der Gegenbegriff zu „eitel“ wäre dann nicht „uneingebildet“, sondern „unvergänglich“ oder „wesentlich“.

Womit wir wieder bei der Frage wären, ob dieser Hahnenkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder in der gegenwärtigen Situation nur der Eitelkeit geschuldet ist und mithin am Wesentlichen vorbeigeht.

Was sagt nun Andreas Gryphius?

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein,
Wo jetzund Städte stehen, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden,
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach, was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t!
Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.

„Asch und Bein“: Das sind viele mittelständische Unternehmen und Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen.

„pocht und trotzt“: Amazon und Co.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 39: Leselust

Jean Paul: Titan. In: Sämtliche Werke Band 3, München 1999

Ich empfehle Jean Pauls Roman ausdrücklich in diesen Zeiten der Pandemie, in denen man viel Zeit totschlagen muss. Mithin bereit ist, einmal Dinge zu tun, auf die man sonst nicht gekommen wäre. 

Wer kennt das nicht: Ein Bekannter erwähnt ein neues Buch oder bringt einen abseitigen Schriftsteller ins Gespräch. Und dann ist schon mal schnell eine Bestellung aufgegeben, und ein paar Tage später kommt ein kleines oder großes Bücherpaket ins Haus. Handelt es sich um ein einzelnes Buch, kann es durchaus leicht geschehen, dass man sich damit noch am gleichen Abend zurückzieht und – es liest. Ist es jedoch eine etwas umfangreichere Lieferung, kann es passieren, dass man unversehens eine Gesamtausgabe in Händen hält. Aber was macht man jetzt mit der?

Vor genau 20 Jahren stand ich vor genau dieser Frage, als ich eine Gesamtausgabe der Werke von Jean Paul auspackte. Ich hatte, obwohl Germanist, von diesem Autor noch kein Wort gelesen. Ich hatte natürlich gehört von „Siebenkäs“, einem gewissen „Hesperus“, auch „Titan“ war mir zwar kein Begriff, aber immerhin ein Wort, das mir irgendwie mit einem gewissen, dem Vernehmen nach etwas exzentrischen Jean Paul in Verbindung zu stehen schien. Was habe ich mit dieser Gesamtausgabe also gemacht? Nun, was man mit Büchern halt so macht, ich habe sie ins Regal gestellt, irgendwo am Rande, wo sie nicht störten. 

Und da habe ich sie nun nach 20 Jahren wieder entdeckt, als ich sinnend vor meinen Büchern stand und mir überlegte, ob ich nicht einmal neues Terrain erkunden sollte. Dieses Verhalten deutet übrigens auf eine gewisse akute Risikobereitschaft hin. In der Pandemie bin ich so sehr damit beschäftigt, jedes Risiko zu vermeiden, dass es mir schon recht langweilig wurde. Ich stand also vor meinen Büchern und sagte mir plötzlich: Jetzt will ich doch mal was riskieren! Und richtete sogleich meinen Blick auf die Reihe leinener Einbandrücken, deren oberstes Wort „Jean“ war. Diese (unbewusste) Zielgerichtetheit wurde indes sogleich gekontert durch einen absolut wahllosen Griff in die beige Farbe der gleichgeschalteten Bücherbände. Mein Mittelfinger (!) der linken Hand legte sich auf die obere Seite der engen Furchen der zusammengepressten Papierblätter eines beliebigen Bandes, ich zog meine Hand zurück und fing den wahllos erwählten Band mit Daumen und kleinem Finger derselben Hand auf, fasste das Buch dann mit meiner rechten Hand und hielt mir den Buchrücken in dem mir gemäßen Leseabstand vor die Augen. Ich las: 

Wie die Jungfrau zum Kinde, so bin ich auf den Titan gekommen. Vielleicht wollt Ihr noch wissen, was das mit Risikobereitschaft zu tun hat? Nun, wenn ich einmal ein Buch angefangen habe, dann lese ich es bis zum letzten Buchstaben. In der Nachkriegszeit sagte man uns, zu recht: „Brot wirft man nicht weg!“ Ich habe das verallgemeinert und verinnerlicht: „Bücher knabbert man nicht an, um sie dann wegzuwerfen!“ Habe ich ein Buch einmal begonnen, lese ich es bis zum manchmal bitteren Ende. An diesem Verhalten kann man den Unterschied zwischen Wahrscheinlichkeit und Hoffnung verdeutlichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Buch, das schlecht anfängt, nach 50 Seiten doch noch besser wird, tendiert zu Null. Aber ich kann einfach die Hoffnung nicht aufgeben. Nehme ich also nicht nur ein Buch in die Hand, sondern öffne es auch noch und fange gar an, darin zu lesen, dann ziehe ich das auch durch, egal, was da noch kommen könnte. 

Risikobereitschaft? Ich wäre sogar bereit, das einen Nervenkitzel zu nennen. Also genau das, was wir gerade brauchen…

Skurril? Dann schaut Euch doch mal an, was ich dazu in Bezug auf mein Fernsehverhalten in Corona-Zeiten geschrieben habe.

Die Sache hat auch etwas damit zu tun, dass man sich selber treu bleibt. Darum bin ich auch für Laschet, diesen scheinbaren Looser. Der Söder würde jedes Buch, das ihm nach ein paar Sätzen nicht gefällt, in die Ecke feuern. Laschet würde lächeln und sagen: Na und, das ist halt so! Und weiterlesen.

Wollt Ihr jetzt wirklich noch was darüber erfahren, wie mir der „Titan“ gefallen hat? Verdammt schwere Lektüre, wenn man keine Ahnung von Fichtes Philosophie hat. Aber Gottseidank kenne ich mich da ein wenig aus… Aber selbst denjenigen, die nicht alles verstehen, aber einen Sinn für Poesie haben, empfehle ich, dieses Buch zu lesen, selbst wenn das dann so sein würde, als „lese“ man eine Partitur, ohne Noten lesen zu können.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 38: SIDS

Das Sudden Infant Death Syndrome ist ja normalerweise ein Phänomen, das im Säuglingsalter passieren kann. Ganz plötzlich setzt der Atem aus und das Baby stirbt.

Hören wir noch einmal, wie die AfD tickt (atmet):

„Mehr Tests bedeuten natürlich eine höhere Inzidenz.“

Bravo! möchte man bis dahin sagen. Doch gleich danach setzt bei den Höckes und Gauländern die Sauerstoffzufuhr aus, und sie kommen zu Schlussfolgerungen, die auch mir den Atem nehmen.

Aber dazu hatte ich ja schon etwas gesagt. Heute soll es eher um eine Erfahrung gehen, die ich mit mir selber mache. Hockt man nach den Nachrichten und Talkshows noch auf dem Sofa und überlegt sich, jetzt noch einen Film anzuschauen, könnte man ja im aktuellen Programm suchen oder aber in den Mediatheken. Und ich stelle fest, dass ich immer wieder einen vielleicht mäßigen Film aus den live ausgestrahlten Programmen auswähle und nicht einen von den „besten Filmen“ aus der Mediathek.

Denn jene Filme schmecken einfach frischer… Nicht so nach Konservenbüchse…

Der Lockdown macht mich nicht psychisch krank. Nur ein bisschen skurril. Damit kann ich leben.

Der Kater koset die Konserve,
ich liebe live, und ja: mit Verve.

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