Monatsarchiv: Juli 2021

So ein süßer Unsinn!

Der Schuh des Mann#MeToo

Take it or leave it!

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„Es tut mir leid“

sagt der Bundespräsident in Erftstadt. Und währenddessen lacht der Armin Laschet.

Meines Erachtens hilft da keine Entschuldigung. Der Mann muss weg.

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In eigener Sache

Eigentlich geschah es ganz stickum und am Abend dann doch unter Beisein einiger Zigarrenfreunde, dass ich 75 Jahre alt geworden bin. Wäre es ein Grund zu feiern gewesen? Immerhin habe ich bis dato Corona überlebt. Am Abend wurde dann gegrillt und geraucht. Denn die Smoking Heads waren dieser Einladung gefolgt:

Corona zwar noch insistiert,
doch hier ist einer, der sinniert:
Nicht alle sind schon GGG*,
doch wie ich’s wende oder dreh’:
Die Lust auf Cigar, Grill und Rum
ist einfach da, so sei es drum:
Kommt doch zu mir, Ihr hübschen Knaben,
so dass wir was zu knabbern haben.
Wir knabbern hier, wir dödeln da
zum After-Covid-Trallala.
Am 3. Juli wär’s ok,
danach ich ins Nirwana geh’!
Sagt also an, ob Ihr dann könnt.
Soviel Respekt sei mir vergönnt.

* Geimpft, Getestet, Genesen

memento mori

Wie in jedem Jahr gab’s eine Geburtstagstorte von Café LOLO in Saarbrücken.

Das ist die eine eigene Sache. Eine andere hat sich daraus ergeben, dass der eine oder andere Besucher dieses BLOGS sein Bedauern darüber ausgedrückt hat, dass die einzelnen Reflexe und Reflexionen etwas schwer abgerufen werden können, da ihre Anzahl sich in den letzten Jahren derart vermehrt hat, dass sie zwar titelmäßig in der Liste leicht überschaubar sind, beim Scrollen nach einem bestimmten Text jedoch die Auffindbarkeit zu wünschen übrig lässt. Darum sei hier angemerkt: Die Liste beginnt mit der ältesten Kurzrezension, also der Nr. 1 (Am Schluss der Texte ist eine weitere Liste mit Kurzrezensionen auf Leo Läufers Homepage.) . Die nachfolgenden Texte jedoch sind so angeordnet, dass das Neueste immer zuoberst steht. Da man meine Reflexe und Reflexionen durchaus als Leseempfehlung verstehen kann, habe ich die Orientierung dadurch erleichtert, dass ich die Listennummer als deutlich erkennbare Überschrift über die Texte gesetzt habe.

Ich hoffe, dass ich diesen literaturkritischen Teil meines BLOGS noch eine Weile fortsetzen kann. Er dient übrigens auch eigenen Zwecken, sind die Texte doch für mich ein wichtiges Mittel der Selbstvergewisserung. So wie ich auf Grund einer altersbedingten Gedächtnisschwäche mir inzwischen ohne Weiteres jeden Fernsehfilm zweimal, ja dreimal anschauen kann bei gleichbleibendem Unterhaltungspegel, so schaue ich auch selber gelegentlich in meine Reflexe und Reflexionen, wenn ich ein Buch ausgelesen habe und noch nicht weiß, was ich als nächstes lesen soll. Allerdings ist dieses Verfahren von dem bezüglich der angeschauten Filme dadurch unterschieden, dass ich bei einer Zweitlektüre immerhin gelegentlich veranlasst bin, mir zu sagen: Donnerwetter*, das habe ich so bisher nicht verstanden!

Das hat, glaube ich, etwas mit dem guten alten Hermeneutischen Zirkel zu tun…

* Dieses „Donnerwetter!“ stellt sich beim wiederholten Anschauen eines Films seltener ein, obwohl in solchen Fällen natürlich der Hermeneutische Zirkel genau so greifen müsste, was wohl damit zu tun hat, das ich einem Buch aus alter Verbundenheit einfach mehr Aufmerksamkeit widme. Filme sind für mich wie Cola, ein Buch wie ein Single Malt. Mit dem einen vertreibt man sich die Zeit, mit dem anderen füllt man sie (oder sich; allerdings hört der Zirkel dann auch auf zu wirken).

And here is something for my wwf (worldwide friends):

As every year, there was a birthday cake from Café LOLO in Saarbrücken.

That is a matter of its own. Another has resulted from the fact that one or the other visitor to this BLOG has expressed his regret that the individual „reflexes and reflections“ are a bit difficult to access, as their number has increased so much in recent years that they are in the list are easily manageable, but when scrolling for a certain text, the findability leaves a lot to be desired. Therefore, it should be noted here: The list begins with the oldest short review, i.e. No. 1 (At the end of the text there is another list with short reviews on Leo Läufer’s homepage.). The following texts, however, are arranged in such a way that the latest is always on top. Since you can understand my „reflexes and reflections“ as a reading recommendation, I have made orientation easier by placing the list number as a clearly recognizable heading over the texts.

I hope that I can continue this literary critical part of my BLOG for a while longer. Incidentally, it also serves my own purposes, as the texts are an important means of self-assurance for me. Just as, due to an age-related memory impairment, I can now easily watch every TV film twice, even three times with the same level of entertainment, so I occasionally look into my „reflexes and reflections“ myself when I’ve read a book and don’t yet know what I should read next. However, this procedure differs from the one with regard to the films being watched in that when I read a second time I am occasionally prompted to say to myself: For heavens’s sake*, I have not understood that so far!

*I think that has something to do with the good old hermeneutic circle … This “For heaven’s sake!” occurs less often when I watch a film again, although in such cases the hermeneutic circle would of course have to work in exactly the same way, which probably has to do with the fact that I simply devote more attention to a book out of an old bond. For me, films are like cola, a book like a single malt. With one you pass the time, with the other you fill it (or yourself; however, the circle then also ceases to work).

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Toleranz – Akzeptanz – Duldung

als perspektivische Fluchtpunkte im Feld von Gendervielfalt

Wenn ich mich nicht irre, gibt es inzwischen etwa ein Dutzend verschiedene Arten von „Geschlecht“. Noch im vorigen Jahrhundert gab es nur zwei: nämlich „weiblich“ und „männlich“. Alles andere wurde allenfalls toleriert, kaum akzpetiert, so gut wie nie geduldet. Menschen meines Alters haben gelernt, dass Homosexualität keine „Abweichung“ ist, sondern etwas „ganz Normales“. Menschen meines Alters haben meist erst aus den Medien erfahren, dass es Transsexuelle gibt, gewöhnen sich an Bezeichnungen wie „Unisex“ (bei Frisörsalons) und lesen ab und zu auch mal einen Artikel, in dem es um so etwas wie „Gender“ oder „Identitäten“ geht.

Also, bei den Gendersternchen *** mache ich ja noch mit, obwohl ich der Meinung bin, dass solche Stolpereien (* bedeutet so etwas wie „Vorsicht Stufe!“ oder: „Achtung Pause!“) sich in unserem gewohnten Sprachfluss etwas seltsam ausmachen. Aber wenn ich dann lese, dass geschlechtsneutrale Toiletten in Schulen gefordert werden oder Urinale für Frauen in öffentlichen Toiletten, damit diesem diskriminierenden Schlangestehen vor dem Damenklo ein Ende gemacht wird, dann realisiere ich, dass ich mich mit meiner Meinung dazu nicht mehr ganz im Rahmen der o.g. Fluchtpunkte aufhalte.

Genauer gesagt: Ich schüttele nur noch den Kopf.

Sonntag, den 11. Juli 2021, in Düsseldorf

Den Kopf geschüttelt habe ich auch lange noch, nachdem ich die Kunsthalle Düsseldorf betreten habe, und lange noch, nachdem ich sie wieder verlassen hatte. „Die Ausstellung Journey Through A Body untersucht Körperwahrnehmungen und -verständnisse im Kontext von Geschlechtsidentitäten und Selbstidentifikation. 
„In den Werken von sechs jungen, aus diversen und internationalen Perspektiven auf den menschlichen Körper und seine Identitätsfragen schauenden, Künstler*innen werden so, auf sehr verschiedene Weise und in vielfältigen Medien, spannende Fragestellungen zu Gender- und Identitätskonzepten diskutiert.“ So wird die Ausstellung auf der Website der Kunsthalle beworben.

Kate Cooper

Was hat mich nun in der Kunsthalle erwartet? Nach Eintragung in die Corona-bedingte Besucherliste geht’s eine breite Treppe hoch. An den beiden Sälen links und rechts sind ein paar junge Leute positioniert, die eher Kunststudent*innen als Museumswärter*innen gleichen. Auf der linken Seite befinden sich Videos von Kate Cooper, ijn denen ein nackter Mensch mit Plastkfolien kämpft, in die er eingepackt ist. Daneben ein großer Raum mit Bildern von Nicole Ruggiero, auf denen häufig ein Mensch mit Puppen konfrontiert ist, die mit Smartphones versehen sind. In der Mitte des Raumes hängt ein Headset von der Decke. Setzt man sich das auf, befindet man sich in einem virtuellen Raum mit Surfboard, einem riesigen Löffel in einem Eimer und einem Tisch mit riesigen Torten. Schlägt man auf eine Torte, zerbirst die, und die Teile fliegen in die Luft. Nettes Spielchen, hat aber mit der Ausstellung nichts zu tun.

Ellbow Baby

Im rechten Saal der ersten Etage ist die Examensarbeit (2016) von Christiane Quarles zu sehen, die an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat. Ihre Bilder sind eine Art Nabelschau, nur dass es hier nicht um den Nabel, sondern um die Vulva geht. In der Mitte des Raumes ist eine 9 m hohe Stange angebracht, an der sich zwei leicht bekleidete junge Frauen räkeln, also einen Stangentanz vollführen, dem Volksmund bekannt als Pole Dance. Das Arragement stammt von der in New York lebenden Cajsa von Zeipel und wurde eigens für diese Ausstellung angefertigt. Aber was treiben die beiden da oben? Die Transfusionsbeutel – und -schläuche, die über und an ihnen befestigt sind, erlauben uns anzunehmen, dass es sich hier nicht um eine Veranstaltung handelt, die dem Betrachter Lust bereiten soll. Es geht um mehr, um viel mehr. Es geht um Leben. Eine freundliche Kunststudentin mit rehbraunen Augen (viel mehr war wegen der Corona-Maske nicht zu erkennen) wies mich darauf hin, dass es hier um künstliche Befruchtung gehe. Stammzellen würden dem Ellbogengelenk entnommen. Von Zeipel sei eine lesbische Künstlerin. – Darauf wäre ich von alleine nie gekommen! – Rehauge erwähnte noch, dass man ein so gezeugtes Baby „Ellbow Baby“ nenne. Der Titel dieser Stangenmädchenskulptur ist übrigens „X plus X equals x“. Man beachte die Feinheiten: Zweimal großes X, dann ein kleines (Baby-)x! Wer sich ein wenig in der Chromosomenlehre auskennt, der entdeckt sogleich, welches feministische Potential in dieser Formel steckt…

Tschabalala Girl

Ich will meine Kunstführung durch diese kostenlos zu besichtigende Ausstellung nun ein wenig verkürzen. Ihr habt ohnehin schon genug gesehen, um zu wissen, dass man so etwas nicht unbedingt sehen muss, wenn man von einer Ausstellung erwartet, dass man, bildlich gesprochen, zumindest einen Fuß in die Tür bekommt. Oben also habe ich noch ein paar Werke von Tschabalala Self angeschaut, deren Name zumindest eine Assoziation mit der Thematik der Ausstellung („Tschabalala“ klingt wie eine lustige Geschlechtsidentität und „Self“ ist immerhin die Abkürzung für „Selbstidentifikation“) zulässt. Und auf der anderen Seite der 2. Etage gibt’s noch eine kleine Ausstellung, die offenbar nicht zu der hier besprochenen gehört, aber mindestens so verstörend ist. In einem Video erklärt ein Mann, dass er schwarz und schwul sei, neben Englisch auch fließend Deutsch spricht und Französisch und Persisch. Den Saal dahinter darf man nur mit Überziehschuhen betreten, da der Boden als ein Baseballspielfeld ausgelegt ist. Die auch hier rehaugenmäßige Kunststudentin erklärt mir, das habe damit zu tun, dass der Künstler als Kind gezwungen war, mit Jungen Baseball zu spielen, obwohl er sich als Mädchen fühlte. Aber vielleicht habe ich da auch etwas falsch verstanden. Denn während sie mir diese Welt erklärt, muss ich wie gebannt auf einen bunten Bildschirm starren, auf dem gerade ein Video von einem Künstler läuft, der filmt, wie drei Männer einen Mann kitzeln. Dieser lacht und lacht. Und in dieses Lachen hinein höre ich Rehauge sagen: „Man kann sich das auch in deutscher Übersetzung anhören.“ „Das Lachen?“ frage ich und deute auf das Video. Rehauge antwortet mit einem müden Lächeln.

Belassen wir es dabei.

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Eingeordnet unter Reflexe und Reflexionen, Zeitliches

Beim Zahnarzt

Heute war ich beim Herrn Abdo, meinem Zahnarzt. „Wie geht es Ihnen?“ Ich sagte: „Ich habe nachgedacht. Wenn Sie sagen, ein toter Zahn kann viel Unheil anrichten (er verzog sein Gesicht: Das habe ich so nicht gemeint!), und wenn Sie dann an diesem toten Zahn eine Wurzelbehandlung vornehmen, dann wird der tote Zahn dadurch ja nicht lebendig. Mein früherer Zahnarzt, der diese ganzen Kronen bei mir eingesetzt hat, war der Meinung, man sollte tote Zähne ziehen (Herr Abdo verzog sein Gesicht um einige Grad deutlicher). Wenn man das macht, kann doch ein Implantat eingesetzt werden.“ Herr Abdo, mein Zahnarzt, über dessen Herkunft ich mir Gedanken gemacht habe (Ali Abdo ist z.B ein australischer Ringer, Amdurahman Abdo ein äthiopischer Leichtathlet), schluckte sportlich und sagte dann: „Das hat man vor 20 oder 30 Jahren so gemacht. Wir wollen heute den Zahn erhalten.“ Und dann hat er mir noch einmal mit Hilfe der Röntgenaufnahme erklärt, wie die Wurzel behandelt werden kann und soll. Ein Implantat sei natürlich eine Alternative. Er hat mir aber nicht gesagt, warum er sich in meinem Fall für die Wurzelbehandlung entschieden hat. Vielleicht ist er ja ein Erhaltungsfreund, vielleicht sind ja auch Implantate nicht sein Ding. Also wurde nun mit der Behandlung begonnen. Mir scheint, Röntgenaufnahmen dienen nur untergeordnet der Diagnose. Denn eine Karies ist doch wohl in vielen Fällen auch ohne deren Einsatz zu erkennen (Wurden denn in den letzten 75 Jahren meines Lebens mit Zahnärzten so viele Kariesfälle nicht bemerkt?). Sie, die Röntgenaufnahmen, dienen in der Hauptsache als Unterfütterung der Argumentation, mit der der Patient zu einer vom Zahnarzt bestimmten Behandlung motiviert werden soll. Es wird auf Stellen hingewiesen, die kaum erkennbar etwas dunkler sind als der Rest, und dann behauptet, das sei Karies (Oh je, wie kann ich so etwas ungeschützt sagen? Hier ist eine offene Flanke im Reich der Meinungen…).

Die 45-minütige Behandlung unter örtlicher Betäubung verlief sehr glatt, das Team Arzt-Assistentin ist gut eingespielt, ich hatte keine Beschwerden wegen Speichelbildung (es wurde perfekt abgesaugt) und verspürte bei den diversen Bohrungen und Schleifungen und der anschließenden Füllung des Bohrloches keinerlei Schmerz. „Wie war ich“, fragte Herr Abdo, nicht wörtlich so, aber dem Sinne nach. Ich antwortete: „Perfekt.“ Wörtlich so!

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