Archiv der Kategorie: Zigarren

Von Zoki, Zoten und Zigarren

Bei Dalays After Work Smoke schleichen sich neuerdings auch Frauen rein. Sie rauchen zwar keine Zigarren, aber passen auf ihre Ehemänner auf oder sind einfach nur schön. Das hält die Männer indes nicht davon ab, herrenabendtaugliche Witze zu machen. Nach solchen geilen Witzen grölen die Männer, die wenigen Frauen lächeln und schauen auch manchmal ein wenig bedröppelt drein. Einer der witzigsten Raucher ist ohne Zweifel Zoki. Der geht an solchen Abenden gern von Gruppe zu Gruppe und läßt mal dies, mal jenes ab, was wirklich meistens sehr witzig ist. Und ich meine das ernst.

Ich habe daher Zoki die folgende Collage gewidmet.

zoki-sagt

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Über den schönen Schein mit der Zigarre

Der griechische Philosoph Platon erzählt in seinem Höhlengleichnis von einer Höhle, in der ein Feuer brennt, und zwischen Feuer und hinterer Höhlenwand befindet sich eine Mauer, hinter der alle möglichen Gegenstände so bewegt werden, dass sie oberhalb der Mauer sichtbar werden, so dass durch das Feuer Schatten an die Wand geworfen werden, auf der sich nun ebensolche Gegenstände zu bewegen scheinen. Ein Mensch aber sitzt gefesselt zu Füßen der Mauer, das Gesicht zur Höhlenwand gerichtet, und beobachtet das Geschehen auf der Höhlenwand. Er sieht z.B. eine Katze, die sich bewegt, nein, genauer, was er sieht ist lediglich der Schatten einer Katze, die sich bewegt, aber er hält diesen Schatten für das real Existierende, also für die Wirklichkeit, also für eine Katze.

Platon-revisitedNatürlich ist das Gleichnis hier nicht zu Ende. Mir kommt es aber hier darauf an, auf eine Möglichkeit hinzuweisen, die bei Platon nicht diskutiert. Was ist, wenn der über der Mauer gezeigte Gegenstand so verdreht wird, dass auf der Höhlenwand ein Bild von etwas ganz anderem entsteht? Der gefesselte Mensch wäre dann ja doppelt gefoppt! Das nebenstehende Bild (zum Vergrößern wie immer klicken!) soll verdeutlichen, was ich meine.

Im Alltag ergeht es uns manchmal so ähnlich. Wir geraten in eine Situation und denken: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Wir nehmen wirklich etwas wahr und haben zugleich das Gefühl, in eine unwirkliche Wirklichkeit hineingeraten zu sein, also wie z.B. in ein Konzert ohne Ton oder eine Ausstelung ohne Bilder oder ein Buch ohne Buchstaben. In anderen Worten, wir glauben, dass das, was wir wahrnehmen, eigentlich nur unserer Phantasie entsprungen sein kann.

Jedenfalls erging es mir ein bisschen so bei meinem Besuch des letzten Zigarrenabends deluxe am 25.02.2016 bei DALAY Zigarren in Saarbrücken. Kaum war ich in dem Laden, da rief eine Stimme von hinter der Theke: „Da kommt der Doktor. Jungs, benehmt euch. Sonst schreibt der wieder was Böses!“

Insgesamt sind es ja inzwischen drei Jungs, die den Laden schmeißen. Salih M., diesmal mit einer dunkelblauen Fliege, hatte den Part des Empfangschefs übernommen, Viktor schnibbelte die Zigarren zurecht und bediente den Feuerwerfer und Michael sah man nur mit einem megagroßen Taschenrechner das Geschäft besorgen. Rum-Cocktails wurden serviert von einer freundlichen jungen Frau, deren Robbie-Williams-TShirt die Aufmerksamkeit der Raucher auf sich zog. Außer vielen gepflegten Herren bewegte sich eine weitere junge Frau sehr anmutig durch die Menge.

Exkurs:

In Selma Lagerlöfs Erzählungen von Nils Holgersens wunderbaren Reisen mit den Wlldgänsen gibt es ein Kapitel, in dem Kraniche einenTanz aufführen, der soviel Anmut besitzt, dass die anderen Tiere glauben, Zeugen von etwas Überirdischem geworden zu sein. Nun sind Anmut und Gepflegtheit Geschwister, die in unserer rastlosen Welt so etwas wie eine Ruheinsel bieten, ein Gefühl also, allem enthoben zu sein. Eine ehrenwerte Krawatte vor der Brust und der himmlische Rauch von feinen Zigarren über unseren Köpfen, das sind Chiffren moderner Vollkommenheit, in der Kombination ein Alleinstellungsmerkmal postdigitaler Transzendenz. Vgl. auch Immanuel Kant: Praktische Vernunft, frei zitiert: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in meiner Brust.

Aber zurück zu Dalay. Irgendwann stand die anmutige junge Frau, die übrigens ein märchenhaft hübsches Gesicht aufwies, an der Theke mit ihrem Begleiter, der sich eine Zigarre anschneiden ließ. Man kann es dem Mann mit der Guillotine  nicht verübeln, wenn er dann beim Anzünden der Zigarre nicht ganz bei der Sache war. Nachdem er nämlich einen abschließenden gefälligen Blick (Und der Herr sah, dass es gut war!) auf das glühende Ende geworfen hatte, legte er die angezündete Zigarre weg und bereitete eine neue an. Die erste hatte er nämlich am mundseitigen, also beschnittenen Ende befeuert.

Worüber wird eigentlich im Dunst der Zigarren an einem solchen Abend geredet? Im smoking-xxlTennisclub spricht man vielleicht über die VW-Aktie oder die vermuteten Seitensprünge des einen oder anderen Platzhirschs. Mir ist aufgefallen, dass an diesem Abend immer wieder ein Wort in die Diskussion getragen wurde: Monogamie. Sagte der eine: „Ich bin glücklich verheiratet, absolut monogam.“ sagte ein anderer „Ich bin auch monogam, denn ich lebe mit meiner Frau auf Augenhöhe.“ und ein dritter sagte: „Monogamie ist eine ganz feine Sache.“ (Letzterer versäumte indes nicht, mir einen Tipp zu geben, in welchem Supermarkt die Frau mit dem ultimativen, gepuderten Atombusen an der Kasse sitzt!) Diese monogamen Bekenntnisse pflanzten sich fort auf dem Dunst der Zigarren, ergriffen zuerst die unteren Räume und stiegen dann die Treppe hoch in die Obergeschosse.

Ich bin dann bald gegangen. Doch noch auf der Straße scholl mir ein Gesang aus der Casa del Habano nach:

Ich bin zahm

du bist zahm

wir sind alle monogam

 

Monogamie und Zigarrenrauchen gehören wohl auch deswegen eng zusammen, weil man eben immer nur eine Zigarre, nie zwei wirklich gleichzeitig, rauchen kann. Oder weil man oft eine Zigarre nicht von einer anderen unterscheiden kann. Womit wir wieder im Bilde, also bei Platon wären.

Zigarre-XXL

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Zigarrenabend bei Dalay Zigarren und Nachschlag in meiner Hütte

2014-11-27 21.09.07Der Zigarrenabend am Donnerstag, den 27. November, bei Dalay Zigarren mit Stargast José Dominguez war schweinisch gut. Der Ibérico-Schinken in Belotta- Qualität wurde fachmännisch in feinen Scheiben abgeschnitten, ja abgeschabt von einem Spanier, wie er im Buche steht, nämlich von „Cortator de Jamon“ Zoran Anastasijevic. Dazu gab’s feines Bier, Cock-Tails (Der Zoolander war der Renner!) und last not least Zigarren, die von José persönlich eingeflogen worden waren aus der Dominikanischen Republik. José hatte ein Lachen drauf, dass man befürchten musste, das Schwein würde wieder zum Leben erweckt und würde anfangen, ebenso laut und kehlig quiekend wie der Südamerikaner durch die Bude zu rennen. Ich habe übrigens selten ein so graziles Schweinebein gesehen, das immer noch sexyer wurde, je mehr an ihm geschabt wurde. Schade, man hätte die Zehen ein klein wenig mit Make-up versehen sollen. Dem Schwein wär’s egal gewesen, und der Herrenrunde hätte es noch den letzten schweinischen Kick versetzt.
HüttenwartAber die Story geht ja weiter. Der Schenkel der Iberica wurde für ein Trinkgeld an meinen Freund St. weitergegeben, der einen Freund Hakki the Lucky hat, der was vom Tranchieren von Schweinen versteht. Der brachte noch einen Freund mit aus der Energiebranche, so dass am Ende eine Truppe beisammen war, die mit dem Restschenkel der Iberica fertig zu werden glaubte: Energetisch, schnittisch, abfällig. Drei Freunde fürs Leben, die meine Wortspiele verstehen. Und ich natürlich. Denn das Ganze fand ja in meiner Gartenlaube/Hütte statt. AladinAladin oder Adonis, wer weiß das schon, da die beiden Zwillingsbrüder sind, ging vor Beginn der Session zwischen den Kochgeräten noch ein wenig spazieren. Kam nicht besonders gut an bei meinen Gästen. Aber ich stehe zu meinen Katern. In jeder Beziehung. Old-MonkNatürlich wurde Rum getrunken zu den Zigarren, die wir rauchten. Old Munk z.B.. Zum andräunenden Nikolaustag gab’s selbstgebackene Plätzchen von S., Zimtwafffeln z.B. mit dem Durchmesser eines Toastbrots, so dass der Zimtgeschmack sichergestellt war. Es wurden Bilder gemacht und auch ein Film. Aber die zeige ich meinen lieben Gästen erst beim nächsten Zigarrentreff in der Hütte. – Wer bis dahin nicht warten will, kann in einem Extra-Beitrag (siehe oben) zwei Links anklicken, der eine zu einer Diashow, der andere zu einem Filmchen. Das Passwort ist den Protagonisten und Z-Performisten und Favoristen iberischer Ferkel bekannt.

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Tatuaje bei Dalay in Saarbrücken

Tatuaje-Zigarrenevent in der Dalay Zigarrenlounge in Saarbrücken am 21.11.2013

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Ich habe also zuerst mal einen Mann an der Theke gefragt, was denn Tatuaje bedeutet. Er hat es mir erklärt, aber ich habe es offenbart nicht verstanden. Und fragte, ob das eine Firma sei, die eine neue Marke für Zigarren erzeugt habe. Der Mann lachte. Ich fragte: Habe ich eine komische Frage gestellt? Nein, nein, hieß es. Ansonsten wurde ich freundlich empfangen. Ein paar interessante Typen grüßten mich, und wenn ich jemanden ansah, sah der meist freundlich zurück und begann zu lächeln. Man war also allseits bemüht, jeden für einen potentiellen Freund zu halten. Das war schon mal ein guter Anfang. Als ich mich durch die Menge vom hinteren Eingang aus an der Verkaufstheke vorbei zum vorderen Eingang durchgekämpft hatte, sah ich praktisch im Schaufenster einen halbnackten Mann sitzen. Keinen Body Builder, eher eine weichere Variante von Mann, was die obere Hälfte betrifft. In der rechten Hand hielt er eine Zigarre, senkrecht, halb abgebrannt, die Asche war so lang wie der nicht gerauchte Teil, also professionell geraucht bis dahin. Bei näherem Hinsehen bemerkte ich, dass es sich hier um Salih M. Dalay handelte, der sich gerade ein Tattoo nadeln ließ auf den Rücken, auf sein linkes Schulterblatt. Ich habe dann an der Theke 29 € entrichtet und sogleich eine Tatuaje der dicksten Art erhalten, dazu ein Nizza Bier. Mich mit diversen Gästen gut unterhalten und von eifrigem Personal professionell weiter bedienen lassen, mit Hamburgern und Nizza-Bier. Es waren schließlich sehr viele Gäste da, die Skala reichte von distinguierten Zigarrenrauchern bis deftigen Bikern (draußen standen zwei Harleys aus Kusel). Der tätowierte Mister Dalay flanierte in T-Shirt durch die Menge, seine Helfer machten Fotos, grillten, brachten Bier und schauten nach den Gasthermen. Man sah auch eine 90 € – Flasche Rum auf einem Tisch, der von absoluten Kennern belagert war. Andere Tische waren weniger zigarrenorientiert, also eher auf Konversation oder Black Angus Steak-Burger mit Bier fixiert. Ein mutiger Mann ließ sich noch tätowieren. Man trank, rauchte, redete. Oder schaute einfach nur in die Runde. Das Ganze war ein tolles rundes Ding! So prall gefüllt mit guter saarländischer Laune wie eine Tatuaje mit würzigem nicaraguaischem Tabak. Und beides kann man nicht in der Pfeife rauchen… 

O leck

O LECK!

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