Monatsarchiv: Juni 2016

B.B. & The Blues Shacks

B.B. & The Blues Snacks haben das dritte Konzert am Saarbrücker Schloss in diesem Sommer IMG_0891bestritten. Die Band besteht aus fünf Spielern, Michael und Andreas Arlt, Dennis Koeckstadt, Henning Hauerlen und Jochen Reich. Waren beim erstenKonzert vor zwei Wochen nur relativ wenig Besucher da, weil das Wetter nicht mitspielte, so war es diesmal recht schön voll auf dem Platz zwischen dem Schloss und der Mauer, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die Autobahn, die Saar und Karstadt hat. Das Wetter war nicht wesentlich besser, aber wir haben uns wohl an diese neue Art von Sommer gewöhnt. Wenn es so voll da oben ist wie diesmal, dann werden alle möglichen Typen in noch bunterer Vielfalt ins Blueskonzert gespült. Ich schließe mich hier gar nicht aus, trug ich doch heute eine dermaßen konservative Kleidung, dass ich befürchten musste, absolut nicht da rein zu passen. Aber Gottseidank trug der Blues Vokalist und Blues Harp Player Michael Arlt einen feinen Anzug, der sogar zweifach zugeknöpft war, was bei mir, als ich mich nach vorne durchgekämpft hatte und dies bemerkte, eine gewisse Erleichterung verursachte. Ansonsten waren da die üblichen Exoten, aber eben diesmal sehr, sehr viele, mit komischen Hüten,  Männer mit entblößten, Frauen mit halbentblößten Brüsten, zwei schwarze Schönheiten, die direkt von einem Dorffest in Kenia zu kommen schienen, IMG_0895mächtig ausladend nach allen Seiten, dann auch natürlich ein paar Verrückte, die sich völlig falsch zum Rhythmus der Musik bewegten, aber leider dauernd in Bewegung blieben. Ein älteres Mädchen mit einer Klammer im Haar und einer Plastikblume, die plötzlich neben mir auftauchte und sehr gelenkig dort stehen blieb. Was die Musik angeht, die Jungs waren wirklich toll. Michael Arlt wechselte vom Gesang zur Harmonika und zurück, bluesige Stimme mit Timbre und einer klagenden Blues Harp, die Sonny Boy Williamson nicht trauriger oder wütender hingekriegt hätte.Andreas Arlt bot Ähnliches auf der Gitarre. Dennis Koeckstadt musste sich inIMG_0904 vielen Stücken zurücknehmen, doch wenn man ihn ließ, lieferte er Schmuckstücke. Das alles belächelt von dem betagten Bassisten und dem Zigaretten rauchenden Schlagzeuger.

Letzten Sonntag habe ich das Konzert verpasst. Ich hatte absolut nicht an die Blueskonzerte am Schloss gedacht und am Morgen einen Kuchen für meine kranke Nachbarin gebacken. Heute Morgen beim Frühstück habe ich meiner Freundin von diesem Missgeschick erzählt. Und ratet mal, was sie mir noch zurief, als sie um 10 h das Haus verließ? – „Nicht vergessen, ans Schloss zu gehen!“ – Hat sie mich verarscht, oder hat sie das ernst gemeint? Wenn man das nicht mehr unterscheiden kann, muss man wohl zugeben, dass man alt geworden ist. Ach, – und dann habe ich mich besonders fein angezogen und bin zum Konzerte gefahren. Aber das hat wohl nichts zu bedeuten…

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Political Correctness revisited

Vor ein paar Wochen erhielt ich von der Zeitschrift GERMANISTIK das Angebot, wieder mal ein neu erschienenes Buch zu rezensieren.

Sehr geehrter Herr Hoppenkamps,

hiermit möchten wir Ihnen anbieten, über folgenden Titel ein Kurzreferat für die Zeitschrift „Germanistik“ (Druck- und Online-Ausgabe) zu schreiben:

Bewegte Sprache. Vom „Gastarbeiterdeutsch“ zum interkulturellen Schreiben. Hrsg. von Carmine Chiellino und Natalia Shchyhlevska. Dresden: Thelem, 2014. 284 S. (Arbeiten zur neueren deutschen Literatur ; Bd. 27). ISBN 978-3-942411-60-8

Mit dem Titel konnte ich gar nichts anfangen. Die Namen der beiden Herausgeberinnen kamen mir verdächtig vor. Ebenso der Erscheinungsort. Schließlich wohne ich am anderen Ende der Republik, im Saarland, wo bekanntlich Erich Honecker geboren wurde.

Ich sagte mir also: Was zum Teufel habe ich mit interkulturellem Schreiben zu tun, da es mir doch schon schwer genug fällt, etwas Kulturelles zu schreiben…

Also habe ich dem freundlichen Herrn aus der Redaktion der GERMANISTIK abgesagt und ihm mitgeteilt, er möge mir, einem beinahe Siebzigjährigen, wenn überhaupt, doch bitte etwas Interessanteres anbieten. Etwa aus dem Bereich der Sprachphilosophie.

Das hat er dann auch prompt gemacht und mir ein kürzlich erschienenes Handbuch der Sprachphilosophie angeboten. Das lese ich gerade. Und das ist ein Hammer! Ich habe den Verdacht, er wollte mir eins auswischen oder mich provozieren. Da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Habe schließlich in den einschlägigen Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA studiert, wo diese sprachanalytischen Gurus nur so herumliefen. Habe Davidson, Searle und Geach auch Chomsky und Harris persönlich getroffen und auch gelegentlich einen Joint mit ihnen geraucht gemäß der analytischen Devise: GRASS IS GREEN genau dann, wenn Gras grün ist. Haben wir gelacht! Und den nächsten Joint gedreht. Weil die Leute das wirklich geglaubt haben!

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So sicher, wie der Tag einen Morgen, einen Mittag und einen Abend hat, so habe ich drei Dinge bei mir und um mich herum, wenn ich arbeite: Ein Buch, ein MacBook, zwei Kater. Das Buch: Handbuch Sprachphilosophie. Auf dem MacBook: Aladin schaut der Ratte beim Kochen zu. In der realen Welt: Er und Adonis pennen auf der Fensterbank. Da nenne ich ein gutes Arbeitsklima…

Kennt Ihr die Ratte aus dem Film… Wisst Ihr, um welchen Film es sind handelt? Ich schwöre, Aladin hat genau hingeschaut. Gekocht hat er bisher nichts.  –  Blöd, nicht? Aber im Alter wird man kindisch So sagt man doch, oder?

Übrigens, auf das Bild klicken, um es zu vergrößern. Aber wem sage ich das…

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