Political Correctness revisited

Vor ein paar Wochen erhielt ich von der Zeitschrift GERMANISTIK das Angebot, wieder mal ein neu erschienenes Buch zu rezensieren.

Sehr geehrter Herr Hoppenkamps,

hiermit möchten wir Ihnen anbieten, über folgenden Titel ein Kurzreferat für die Zeitschrift „Germanistik“ (Druck- und Online-Ausgabe) zu schreiben:

Bewegte Sprache. Vom „Gastarbeiterdeutsch“ zum interkulturellen Schreiben. Hrsg. von Carmine Chiellino und Natalia Shchyhlevska. Dresden: Thelem, 2014. 284 S. (Arbeiten zur neueren deutschen Literatur ; Bd. 27). ISBN 978-3-942411-60-8

Mit dem Titel konnte ich gar nichts anfangen. Die Namen der beiden Herausgeberinnen kamen mir verdächtig vor. Ebenso der Erscheinungsort. Schließlich wohne ich am anderen Ende der Republik, im Saarland, wo bekanntlich Erich Honecker geboren wurde.

Ich sagte mir also: Was zum Teufel habe ich mit interkulturellem Schreiben zu tun, da es mir doch schon schwer genug fällt, etwas Kulturelles zu schreiben…

Also habe ich dem freundlichen Herrn aus der Redaktion der GERMANISTIK abgesagt und ihm mitgeteilt, er möge mir, einem beinahe Siebzigjährigen, wenn überhaupt, doch bitte etwas Interessanteres anbieten. Etwa aus dem Bereich der Sprachphilosophie.

Das hat er dann auch prompt gemacht und mir ein kürzlich erschienenes Handbuch der Sprachphilosophie angeboten. Das lese ich gerade. Und das ist ein Hammer! Ich habe den Verdacht, er wollte mir eins auswischen oder mich provozieren. Da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Habe schließlich in den einschlägigen Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA studiert, wo diese sprachanalytischen Gurus nur so herumliefen. Habe Davidson, Searle und Geach auch Chomsky und Harris persönlich getroffen und auch gelegentlich einen Joint mit ihnen geraucht gemäß der analytischen Devise: GRASS IS GREEN genau dann, wenn Gras grün ist. Haben wir gelacht! Und den nächsten Joint gedreht. Weil die Leute das wirklich geglaubt haben!

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So sicher, wie der Tag einen Morgen, einen Mittag und einen Abend hat, so habe ich drei Dinge bei mir und um mich herum, wenn ich arbeite: Ein Buch, ein MacBook, zwei Kater. Das Buch: Handbuch Sprachphilosophie. Auf dem MacBook: Aladin schaut der Ratte beim Kochen zu. In der realen Welt: Er und Adonis pennen auf der Fensterbank. Da nenne ich ein gutes Arbeitsklima…

Kennt Ihr die Ratte aus dem Film… Wisst Ihr, um welchen Film es sind handelt? Ich schwöre, Aladin hat genau hingeschaut. Gekocht hat er bisher nichts.  –  Blöd, nicht? Aber im Alter wird man kindisch So sagt man doch, oder?

Übrigens, auf das Bild klicken, um es zu vergrößern. Aber wem sage ich das…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Zeitliches

Eine Antwort zu “Political Correctness revisited

  1. Hallo Hermann, das ist aber sehr korrekt. Wer seinem Kater cultural studies und Medienanalyse ermöglicht, sollte ihn und seinen Kumpel weiterhin bei der Ausbildung ihrer Identitätspolitik unterstützen, statt sie an den heimischen Herd zu verbannen. Schnödes Ratatouille kann man auch beim Vega-Caterer bestellen. Arbeiten die beiden am Manifest einer Katzenkultur (das würde die Kätzinnen ja einschließen) oder einer ausgesprochenen Katerkultur? Es lebe die Differenz! Auf die Rezension des Handbuchs bin ich gespannt. Die Sprechakt-Analysen zur Eigentümer-Versammlung in Düsseldorf und zur Causa Böhmermann-Erdogan haben mich sehr amüsiert. Mehr davon! Dein D.

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