Altes Mädchen – ha! Ich habe die Loreley verpasst. Zu toll geschifft wahrscheinlich…
Auf der Pirsch. Nach Musikalischem? Einem chinesischen Feder-Spielzeug? Dem alten Mädchen?
„Hey, komm mal rüber auf’n TiVi! Lagebesprechung.
Position beziehen. Warten. Ist Nietzsche am Ende Godot? Warten wir’s ab.
Aladin hat seine Position verlassen. Und: Gefundenes Fressen! Endlich etwas aufgelesen. Ein Zeichen. Heinrich Heine ist nicht Godot. Aber so gut wie Nietzsche. Und leider so gut wie tot. Die beiden.
Was aber macht Adonis?
Er schaut sich nach Thomas Mann um. Es lebe die Diversität!
Ich konnte es mir nicht verkneifen, in diese Trumpete zu stoßen. Es lebe die Freiheit! Nieder mit der Trompete!
war früher einmal. Nun ziehe ich Richtung seniler Bettflucht. Und das fühlt sich dann etwa so an:
Gestern Abend bin ich um 23 h zu Bett gegangen, nachdem ich drei Kieler Tatorte angeschaut hatte: Drei Filme mit Lars Eidinger als Serienkiller, der sich in die Wohnungen von Frauen begibt und in deren Abwesenheit Gerüche erschnüffelt und haptische Hinterlassenschaften ertastet. Gegen 4 h war ich schon wieder wach, und wenn ich zu solchen frühen Zeiten aufs Klo gehe, weil ich muss, denn am liebsten würde ich einfach unter meiner warmen Decke bleiben, fällt es mir schwer, ja es erweist sich meistens als unmöglich, wieder einzuschlafen. Ich habe das Gefühl, am besten in Seitenlage einschlafen zu können, die Beine etwas angewinkelt und immer etwas unsicher, was ich mit dem Arm machen soll, auf dem ich jeweils notgedungen liege. Meist bekomme ich nach einer gewissen Weile ein taubes Gefühl in dem Arm, auf dem ich NICHT liege. Dafür habe ich noch keine Erklärung. Gelegentlich lege ich mich auch auf den Rücken, strecke entweder beide Beine aus oder winkle ein Bein etwas an, was die Wirbelsäule zu entspannen scheint, und falte die Hände über Bauch oder Brust, richte gelegentlich meinen Schwanz zum Abruf eines haptischen Wetterberichts, meist wird nichts Aufregendes gemeldet. Ich zähle rückwärts ab 10. Dann beginne ich wieder mit der 10. Denn auf-wärts will ich nicht zählen, da ich fürchte, das könnte mich zu sehr auf-regen Ich werde von einem Geräusch geweckt. Oder bilde ich mir nur ein, kurz eingeschlafen zu sein? Um 6 h stehe ich auf und gehe in mein Arbeitszimmer, lege mich dort ins Bett und lese ein paar Seiten in „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“. Ich habe die Tür aufgelassen, also sind meine beiden Kater bald zur Stelle. Aladin kriecht ins Bett, Adonis leckt seine Wunden auf dem Teppich vor dem Bett. Darunter sind krustenartige Schwellungen am ganzen Körper zu verstehen, und wenn er sie leckt, verliert er dabei regelmäßig viele, viele Haare. Dem armen Kerl ist vielleicht nicht mehr zu helfen. Wenn Aladin allein zurückbleiben würde, wäre das eine Katastrophe, nicht nur für ihn… Um 7 h verlässt Aladin das Bett, setzt sich neben Adonis, und im Verein singen sie das Lied: Bitte gib uns unser Nassfutter! Danach gehe ich wieder ins Bett, ins große Bett im Schlafzimmer, und hoffe, noch eine Runde schlafen zu können. Die Hoffnung ist meist vergeblich, denn es kreisen Gedanken in meinem Kopf, auf die ich gern verzichten würde. Ich mache mir Gedanken wegen der neuerlichen Fließgeräusche in der Heizung, nachdem der Heizungsbauer eine neue Therme eingebaut hat. Die Fließgeräusche kriegt der einfach nicht weg. Muss ich jetzt ewig mit Fließgeräuschen leben? Werden die nie aufhören? Werde ich verrückt deswegen? Ich versuche, diesen Gedankenstrom zu stoppen, gerate aber in ein anderes Fahrwasser, das sich nicht besser anfühlt. Warum hat Frau K.-R., diese dumme Kuh, den Hausverwalter in der OK-Straße abgesägt? Weil der nicht sofort machte, was sie wollte? Und Frau K.-R. will viel. Sie will, dass ich meinen Zaun anstreiche. Sie will, dass die Eisenträger im Keller erneuert werden. Sie will, dass ihr Französischer Balkon auf Kosten der ETG absturzsicher gemacht wird. Schnitt. Schluss damit. Ich sollte an angenehme Seiten des Lebens denken oder besser noch: versuchen, an gar nichts zu denken. Nirwana. Doch aus dem Nichts taucht plötzlich wieder ein Geräusch auf: Aladin miaut nachdringlich und bedient sich dabei erstaunlich tiefer Kehllaute. Er hat natürlich längst sein Nassfutter vertilgt, hat Adonis die pickelige Haut unter dem ausgedünnten Fell geleckt und auch völlig unappetitlich daran herumgeknabbert, um diese angewachsenen Krustentierchen zu entfernen, was ihm natürlich keineswegs gelingt, und erinnert mich nun daran, dass es auch für mich an der Zeit wäre, ein wenig Nahrung aufzunehmen. Ich schaue auf die Uhr. Ist es früher als 8 h, öffne ich die Tür und werfe einen Pantoffel in seine Richtung. Das hält allerdings kaum länger als 15 Minuten vor. Nun ist es Zeit zu frühstücken, no matter what time it is. Aber auf dem Berge liegt garantiert immer noch der Frühtau…
Wer von Euch altsprachlichen Humanisten erinnert sich denn noch an den GEMOLL, das Griechisch-Deutsche Schul- und Handwörterbuch aus den 60er Jahren? Das steht bei mir noch im Regal, in friedvoller Nachbarschaft zu einem Affen aus meiner Kinderstube in den 50er Jahren und einem Philosophischen Wörterbuch aus der DDR. Neulich habe ich diesen Gemoll in einer meiner koronaischen Mußestunden auf meinen Schreibtisch geholt – ja, so was gibt es bei mir noch neben Laptop und Desktop… Und ich habe was nachgeschlagen, weil ich mir der Schreibweise nicht mehr sicher war. Den Anlass dazu gab eine stille Episode mit meinen Katern, die verrückt vor Freude sind, weil ich das Haus kaum noch verlasse, also praktisch immer für sie da bin. Aber vielleicht hat diese gesuchte Nähe auch andere Gründe. Denn meine chinesische Frau hat zu einem eigenen Zeitvertreib gefunden. Mit Hilfe diverser Apps singt sie auf Chinesisch am laufenden Band und lässt ihre
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Gesänge anschließend von einer App bewerten. Es gibt die Note A (für „asozial“?) und dreimal die Note S (für „sozial“?), also SI, SII und SIII . Ihre Freundin Ling schafft es oft bis zur SIII, meine Frau hingegen kommt nie über SII hinaus. Und das ärgert sie, und so singt sie wieder, und immer wieder… Kein Wunder, dass die Kater meine Nähe suchen. Auf deren Zutraulichkeit und vertrauten Umgang bilde ich mir also gar nichts ein. Wir drei, Adonis, Aladin und ich, wir üben uns gemeinsam in ATARAXIA (siehe GEMOLL). Und wir beziehen da durchaus meine Frau in akustischen Gedanken mit ein, denn sie ist schließlich der Anlass für diese neue Männerfreundschaft, ja Schicksalsgemeinschaft.
Für meine chinesischen Freundinnen und Freunde hier die Übersetzung dieses Beitrags:
So wie das aussieht, könnte das im Chaos enden… Oder alles wird gut….
Der Fisch ist jedenfalls tot.
Also in Sicherheit.
Aber da scheint noch was zu sein.
Wir Menschen verschließen jedenfalls die Augen davor, dass alles noch schlimmer wird und ein Wort wie Chaos nicht ausreichen wird, um das, was wird, zu beschreiben.
Das alte Jahr ist Vergangenheit. Das Neue noch nicht so richtig Gegenwart. Zeit für ein beschauliches Zwischenspiel, das Anlass für ein wenig Hoffnung gibt in dieser verlorenen Zeit.
Der eine seine Pfote leckt, der andre hält sich sehr bedeckt, dieweil ihr Knecht ihr Futter checkt.
Ich komme zurück, ihr Napf ist voll. Nun pennen sie. Das ist ja toll!!Die beiden haben noch nicht kapiert, dass man normalerweise vor dem Bildschirm sitzt, nicht dahinter.Aha, einer hat‘s kapiert!
Vor ein paar Wochen erhielt ich von der Zeitschrift GERMANISTIK das Angebot, wieder mal ein neu erschienenes Buch zu rezensieren.
Sehr geehrter Herr Hoppenkamps,
hiermit möchten wir Ihnen anbieten, über folgenden Titel ein Kurzreferat für die Zeitschrift „Germanistik“ (Druck- und Online-Ausgabe) zu schreiben:
Bewegte Sprache. Vom „Gastarbeiterdeutsch“ zum interkulturellen Schreiben. Hrsg. von Carmine Chiellino und Natalia Shchyhlevska. Dresden: Thelem, 2014. 284 S. (Arbeiten zur neueren deutschen Literatur ; Bd. 27). ISBN 978-3-942411-60-8
Mit dem Titel konnte ich gar nichts anfangen. Die Namen der beiden Herausgeberinnen kamen mir verdächtig vor. Ebenso der Erscheinungsort. Schließlich wohne ich am anderen Ende der Republik, im Saarland, wo bekanntlich Erich Honecker geboren wurde.
Ich sagte mir also: Was zum Teufel habe ich mit interkulturellem Schreiben zu tun, da es mir doch schon schwer genug fällt, etwas Kulturelles zu schreiben…
Also habe ich dem freundlichen Herrn aus der Redaktion der GERMANISTIK abgesagt und ihm mitgeteilt, er möge mir, einem beinahe Siebzigjährigen, wenn überhaupt, doch bitte etwas Interessanteres anbieten. Etwa aus dem Bereich der Sprachphilosophie.
Das hat er dann auch prompt gemacht und mir ein kürzlich erschienenes Handbuch der Sprachphilosophie angeboten. Das lese ich gerade. Und das ist ein Hammer! Ich habe den Verdacht, er wollte mir eins auswischen oder mich provozieren. Da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Habe schließlich in den einschlägigen Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA studiert, wo diese sprachanalytischen Gurus nur so herumliefen. Habe Davidson, Searle und Geach auch Chomsky und Harris persönlich getroffen und auch gelegentlich einen Joint mit ihnen geraucht gemäß der analytischen Devise: GRASS IS GREEN genau dann, wenn Gras grün ist. Haben wir gelacht! Und den nächsten Joint gedreht. Weil die Leute das wirklich geglaubt haben!
So sicher, wie der Tag einen Morgen, einen Mittag und einen Abend hat, so habe ich drei Dinge bei mir und um mich herum, wenn ich arbeite: Ein Buch, ein MacBook, zwei Kater. Das Buch: Handbuch Sprachphilosophie. Auf dem MacBook: Aladin schaut der Ratte beim Kochen zu. In der realen Welt: Er und Adonis pennen auf der Fensterbank. Da nenne ich ein gutes Arbeitsklima…
Kennt Ihr die Ratte aus dem Film… Wisst Ihr, um welchen Film es sind handelt? Ich schwöre, Aladin hat genau hingeschaut. Gekocht hat er bisher nichts. – Blöd, nicht? Aber im Alter wird man kindisch So sagt man doch, oder?
Übrigens, auf das Bild klicken, um es zu vergrößern. Aber wem sage ich das…
Der Zigarrenabend am Donnerstag, den 27. November, bei Dalay Zigarren mit Stargast José Dominguez war schweinisch gut. Der Ibérico-Schinken in Belotta- Qualität wurde fachmännisch in feinen Scheiben abgeschnitten, ja abgeschabt von einem Spanier, wie er im Buche steht, nämlich von „Cortator de Jamon“ Zoran Anastasijevic. Dazu gab’s feines Bier, Cock-Tails (Der Zoolander war der Renner!) und last not least Zigarren, die von José persönlich eingeflogen worden waren aus der Dominikanischen Republik. José hatte ein Lachen drauf, dass man befürchten musste, das Schwein würde wieder zum Leben erweckt und würde anfangen, ebenso laut und kehlig quiekend wie der Südamerikaner durch die Bude zu rennen. Ich habe übrigens selten ein so graziles Schweinebein gesehen, das immer noch sexyer wurde, je mehr an ihm geschabt wurde. Schade, man hätte die Zehen ein klein wenig mit Make-up versehen sollen. Dem Schwein wär’s egal gewesen, und der Herrenrunde hätte es noch den letzten schweinischen Kick versetzt. Aber die Story geht ja weiter. Der Schenkel der Iberica wurde für ein Trinkgeld an meinen Freund St. weitergegeben, der einen Freund Hakki the Lucky hat, der was vom Tranchieren von Schweinen versteht. Der brachte noch einen Freund mit aus der Energiebranche, so dass am Ende eine Truppe beisammen war, die mit dem Restschenkel der Iberica fertig zu werden glaubte: Energetisch, schnittisch, abfällig. Drei Freunde fürs Leben, die meine Wortspiele verstehen. Und ich natürlich. Denn das Ganze fand ja in meiner Gartenlaube/Hütte statt. Aladin oder Adonis, wer weiß das schon, da die beiden Zwillingsbrüder sind, ging vor Beginn der Session zwischen den Kochgeräten noch ein wenig spazieren. Kam nicht besonders gut an bei meinen Gästen. Aber ich stehe zu meinen Katern. In jeder Beziehung. Natürlich wurde Rum getrunken zu den Zigarren, die wir rauchten. Old Munk z.B.. Zum andräunenden Nikolaustag gab’s selbstgebackene Plätzchen von S., Zimtwafffeln z.B. mit dem Durchmesser eines Toastbrots, so dass der Zimtgeschmack sichergestellt war. Es wurden Bilder gemacht und auch ein Film. Aber die zeige ich meinen lieben Gästen erst beim nächsten Zigarrentreff in der Hütte. – Wer bis dahin nicht warten will, kann in einem Extra-Beitrag (siehe oben) zwei Links anklicken, der eine zu einer Diashow, der andere zu einem Filmchen. Das Passwort ist den Protagonisten und Z-Performisten und Favoristen iberischer Ferkel bekannt.