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That’s the way the world ends:

not with a bang, but with a whimper.

An diese Worte von T.S.Eliot (The Waste Land) habe ich heute gedacht, als ich die Bilder sah von Trump im gepanzerten Auto auf dem Weg zum Golfspielen, draußen schrien sich 10.000 Unverbesserliche die rote (republikanische) Seele aus dem Leib, und ein paar tausend Meilen, im entfernten Hanoi, wird zur gleichen Zeit der größte Freihandelsvertrag aller Zeiten unter Führung von China unterzeichnet. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen. Ist ein bisschen Mitleid erlaubt?

Im Folgenden nun ein weiteres Zitat aus dem schon öfter genannten Buch von H. Brogan, in dem ich lediglich drei Wörter ersetzt habe:

Trump was at his loss. The inner light had failed. For it had told him that anything was allowed to the President of the United States and that anything was allowable which helped a man to win an election. It was the faith on which he had acted all his adult life, the faith he had divised from watching the imperial actions of Franklin Roosevelt, Harry Truman and the rest, all of whom had from time to time taken chances with the Constitution. He would see no difference between their cases and his, and so went whining into exile in the luxurious golf facility he had created for himself (partly with taxpayers‘ money) in Florida.

Nixon hatte übrigens ein home in California. Ansonsten ist die Übereinstimmung auf den ersten Blick überwältigend. Aber schaut man genauer hin, werden Differenzen sichtbar. Natürlich geht es Trump nicht um Roosevelt oder Truman. Er dürfte sich eher Lukaschenko oder Putin angeschaut haben. Und die Frage bleibt: Geht er wirklich endgültig Golf spielen? Die medialen Möglichkeiten heutiger autokratischer Psychopathen dürfen nicht unterschätzt werden. Wenn Fox News umschwenkt, steht ein anderer Sender bereit zu übernehmen. Und es stehen mehr als 70 Millionen Amerikaner bereit, die ihn gewählt haben. Viele davon bewaffnet. Ein weites Feld für dystopische Brütereien. Den meisten Republikanern scheint es ausschließlich darum zu gehen, die Mehrheit im Senat zu erhalten. Sie nehmen damit durchaus die Möglichkeit eines Bürgerkriegs.2 in Kauf.

(For my American friends:
Nixon, by the way, had a home in California. Otherwise, the accordance is overwhelming at first glance. But if you take a closer look, differences become apparent. Of course, Trump is not about Roosevelt or Truman. He may have looked more at Lukashenko or Putin. And the question remains: Is he really going to play golf for good? The media possibilities of today’s autocratic psychopaths must not be underestimated. If Fox News turns around, another channel is ready to take over. And there are more than 73 million Americans who voted for him. Many of them armed. A wide field for dystopian hatcheries. Most Republicans seem to be all about getting a majority in the Senate. They certainly accept the possibility of civil war.2.)

For my Chinese friends:

順便說一下,尼克森在加利福尼亞有個家。否則,協定乍一看是壓倒性的。但是,如果你仔細看看,差異變得明顯。當然, 特朗普與羅斯福或杜魯門有關。他可能更看盧卡申科或普京。問題依然存在:他真的要打高爾夫球嗎?不能低估當今專制精神病患者的媒體可能性。如果福克斯新聞轉過來,另一個頻道準備接手。有7000多萬美國人投了他的票。他們中的許多人攜帶武器。反烏托邦孵化場的寬闊田野。大多數共和黨人似乎都想在參議院獲得多數席位。他們當然接受內戰的可能性。

(This Chinese translation is not exactly what I wanted, but it will do. Translating German-Chinese always means: You will never get what you want!)

 

 

 

 

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Atem-Los

USA…

und China…

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„You’re fired“

Zwölftes KAPITEL

Eine wundersam verwickelte Hofgeschichte

„Geheimer Hühneraugenessenzbereiter?” fragte Semilasso mit einem feinen Lächeln.

„Geheimer Hühneraugenessenzbereiter”, sagte der Schriftsteller. ,,Wenn Sie die Verhältnisse des Hofes, in dessen geheimen Diensten ich zu stehen die Ehre habe, kennen, so werden Sie wissen, daß der alte Herzog in dem Spleen seiner vorgerückten Jahre nur noch ein Interesse an seinen Hühneraugen nimmt, die ihn in der Tat auch arg plagen. Ohne diese Pein aber würde dennoch die ganze Existenz des alten Herrn zusammenbrechen, denn der Verdruß gehört ihm zum Leben notwendig hinzu; er ist einer von den Charakteren, die aus Liebhaberei verdrießlich sind. Diese maussade Laune erleichtert übrigens die Staatsverwaltung außerordentlich. Die Regierungsgeschäfte werden in Dünkelblasenheim auf eine höchst einfache Art getrieben; nämlich wenn den alten Herrn die Hühneraugen zu heftig schmerzen,, so schlägt er etwas ab, und wenn es leidlich damit steht, so genehmigt er, auf solche Weise motivieren sich die unerwartetsten Entschließungen ganz natürlich. Das Schneiden der Hühneraugen war daher auch von jeher eines der wichtigsten Geschäfte am Hofe; der Obersanitätsrat war damit begnadigt, nun ist der Mann auch alt geworden, hat blöde Augen bekommen und in den letzten Jahren den Herzog mehrmals in das Fleisch geschnitten, woraus denn strenge Regierungsmaßnahmen entsprangen. Der alte Herr verlangte daher schon seit einiger Zeit nach Abhülfe dieses Übelstandes.

Karl Immermann, Münchhausen. Düsseldorf 1838/1839
http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/immermann_muenchhausen03_1839?p=201

Siehe auch meine Kurzbesprechung

Diese minimalistische Zeitkritik ist der Minimalistin Blühbirne gewidmet…

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Mitteilung aus der Kronen-Gruft 11

Völker aller Länder bewaffnet euch!

Trump hatte sich am Freitag solidarisch gezeigt mit den Demonstranten. „Befreit Minnesota!“ und „Befreit Michigan!“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter, gefolgt vom Aufruf: „Befreit Virginia, und rettet euren großartigen zweiten Verfassungszusatz. Er steht unter Belagerung!“ Der zweite Zusatz zur US-Verfassung garantiert das Recht auf Waffentragen.

Glückliches Amerika! Ich kann nicht einmal einen Waffenschein beantragen, geschweige denn mir eine Waffe besorgen, wenn ich morgen zum Frisör gehen will…  Diese Scheißfrisöre machen zu, wenn diese Scheißregierung das verlangt. Ich glaube, ich wandere aus! Ins glückliche Amerika.

gez.

ein unglücklicher Trumpist in Old Germany

 

 

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America Only!

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Folgerichtigkeit

Da wurden in der vergangenen Woche eine ganze Reihe von Paketbomben verschickt, Trump bedauert das und sagt aber: Das war folgerichtig. Denn wer solche FAKE NEWS verbreitet, der soll sich nicht wundern…

Da wurde heute ein Massaker in einer Synagoge in Pittsburgh verübt. Trump bedauert das und sagt aber: Das war folgerichtig. Denn wer sich nicht bewaffnet, begibt sich in Gefahr.

Die Bomben, die Schüsse. Die terrorischtische Gewalt. Sie gehören inzwischen zu etwas, womit wir in unseren Gesellschaften zu rechnen haben.

Womit ich nie gerechnet hätte: Mit diesem ungeheuerlichen   Zynismus eines amerikanischen Präsidenten, der außerdem so ganz nebenbei atomar aufrüsten will.

Was wäre eigentlich jetzt folgerichtig?

Da muss ich spontan an Friedrich Schiller denken…

Aber Schiller war ein Idealist. Und das Wort Genossenschaft dürfte Herrn Trump völlig unbekannt sein. Das heißt: Das Bild, das sich Schiller von seinen Fürsten („Tyrannen“) machte, ist sehr naiv gemessen an dem Bild, das wir uns von Donald Trump machen müssen. Der Autokratismus unserer Tage fällt also weit zurück hinter die autokratischen Regime des 18. Jahrhunderts.

Die Welt ist nicht besser geworden, und wir befinden uns zur Zeit offenbar in einer gewaltigen Abwärtsspirale.

Wie gesagt: God save the Queen. And my testicles.

 

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Meister Anton: Ich verstehe die Welt nicht mehr. (Hebbel)

Da lieg ich staunend auf dem Schrank, // bin nur ein Kater, Gott sei Dank! (Leo Läufer)

Da baut jemand Mist und wird befördert von B9 zu B11, macht offenbar 2.500 € mehr in Monat. Soviel verdient heute kaum noch ein Facharbeiter. Und weder Frau Merkel noch Herr Seehofer noch Frau Nahes haben geahnt, dass das nicht geht. Und als das Geschrei zu laut wurde, schlug Frau Nahles vor, sich noch einmal zusammenzusetzen. Und nun ist es so, dass derjenige, der Mist gebaut hat, einfach ein anderes Amt erhält, in dem er bei gleichem Gehalt den gleichen Mist weiter bauen darf.

Wie gesagt: Ich versteh die Welt nicht mehr… Man dreht ein wenig an der Gehaltsschraube eines Herren Maaßen und glaubt, jetzt einfach weitermachen zu können. Das ist in der Tat soooo billig!

Also, ich halte den Seehofer inzwischen für genau so gefährlich wie einen gewissen Herrn Trump. Falsch! Herr Seehofer irrlichtert (ist altersstur, rachsüchtig oder liegt einfach total daneben), Herr Trump ist wirklich irre und stellt eine Bedrohung für den Planeten dar.

Die Scharmützel im Hambacher Forst erscheinen da als Kinkerlitzchen.

 

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Traumsteuerung

Träumen macht Spaß. Teilen auch. Auf Facebook teilt so mancher den ersten Zahn seines Kindes oder das Sushi von nebenan mit allen seinen Freunden.

Heute wollen wir mal Träume teilen.

Etwas Teilen ist ja nicht bloß der Facebook-Gemeinde vorbehalten, sondern geschieht auch in der rauen Wirklichkeit. So habe ich erlebt, dass auf Partys gern schon mal Träume geteilt werden. Aber manchmal bin ich mir nicht sicher, ob so mancher Traumteiler einen geträumten Traum oder aber einen erfundenen Traum erzählt. Geteilte Träume werden nämlich durchaus als Prestigeobjekte verwendet. Ich bin, was ich träume! Neulich ist einem Freund von mir angeblich Kant im Traum begegnet, der dauernd gemurmelt haben soll: „Der gute Wille ist gut…“ Alle haben den Traumerzähler bewundert. Ich war ein wenig neidisch. Denn ich träume allenfalls von Königsberger Klöpsen.

Ich möchte hier mal ganz ehrlich sein und sagen: Ich träume mal so und mal so. Also einerseits von solchen Dingen wie „Der Sinn des Lebens“ oder „Die Welt nach Trump“. Das könnten so die Überschriften zu dem sein, was mir manchmal im Traum durch den Kopf geht. Aber ich träume durchaus auch von Kakerlaken oder anderen Missgeschicken. Und manchmal habe ich sogar den Eindruck, ich träume Dinge, die mir einfach guttun. Z.B., dass ich meinem Chef einen bösen Streich spiele, mich also im Traum für etwas räche, das mir angetan wurde. Traum ist hier innere Ersatzhandlung, die den seelischen Haushalt ins Lot bringen soll.

Do you know what I mean? Ich will das an zwei Träumen, die ich geträumt habe, erläutern. Der erste handelt vom Tod, der zweite davon, dass Rache süß sein kann.

Ich hatte neulich diesen Traum, der das, was ich mir in wachem Zustand gelegentlich vorzustellen versucht habe, wirklich werden ließ. Ich habe mir immer wieder mal vorzustellen versucht, wie es wäre, wenn ich mehr oder weniger aus Versehen von einem hohen Turm oder von einer Felsenklippe stürzen würde und dann damit konfrontiert wäre, dass unwiderruflich bald der Tod eintreten würde. Ich habe mit Schrecken an eine solche mögliche Situation gedacht, mir aber nie wirklich vorstellen können, was dann in meinem Kopf passieren würde. Nun weiß ich es. Denn ich habe genau eine solche Situation im Traum erlebt. Ich bewegte mich in einer Stadt, in der es große alte Gebäude gab. Offenbar war noch jemand bei mir, den ich aber verloren hatte. Ich irrte also ziellos umher und kam schließlich zu einem großen Gebäude, das nach meiner Vorstellung wie andere große Gebäude an einem großen Platz stand und auch einen treppenartigen Zugang dazu zu haben schien. Ich befand mich auf dem flachen Dach und ging an den Rand des Daches, vermutend, dass sich dahinter irgendeine Treppe abtun würde. Ich kam an den Rand dieses Dachplateaus und wollte offenbar dann diese vermutete Treppe hinuntersteigen. Aber die gab es nicht. Vor mir und unter mir war nur der Abgrund, ganz in der Tiefe, die tiefer war als ein Haus hoch sein könnte, lag ein Meer. Und auf dieses flog ich nun zu, segelte ich zu. Ich versuchte, den fliegenden Absturz durch Arm- und Beinbewegungen zu beeinflussen, in der vagen Hoffnung auf irgendeinen Berg oder eine Wolke getragen zu werden, die mich sanft aufnehmen könnten.

Mit dieser Vorstellung endete der Traum. Die Hoffnung stirbt wirklich zuletzt. Wohl weil man sich das eigene Sterben nicht wirklich vorstellen kann oder will.

Gestern habe ich erneut etwas Skurriles geträumt. Ich befand mich wieder auf einer Reise. Zu Orten, die ich kannte. Dann dicht gedrängt ein Raum mit Menschen, die ich offenbar kannte. Ich musste auf die Toilette, ließ zwei Frauen vor mir passieren, hielt ihnen sogar die Tür auf. Als ich dann schließlich selber rein wollte, drängte sich ein Mann vor, der auf meinen Einwand, ich sei nun aber endlich an der Reihe, nicht reagierte. Doch als sich die Tür ein wenig später öffnete, sah ich ihn auf dem Klo sitzen, und eine Frau bastelte am Spülkasten, der hoch über dem Klo hing und aus dem Wasser in Strömen triefte auf den Mann, der auf dem Klo saß.

Traum von der Rache des kleinen Mannes (An der Theatergarderobe hatte sich gestern ein dicker Mann vorgedrängt und mich in bester Trumpscher Manier beiseite geschoben.): Rache ist süß!? Oder vom Sekt der Natur: Süße Erinnerung!?

Wer weiß dass schon. Ich müsste meinen Psychiater einmal fragen. Der ist allerdings etwas prüde und würde Letzteres von vornherein ausschließen. Ich könnte das verstehen. Denn auch Psychiater sind Menschen.

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Über Lüge in postfaktischen Zeiten

Was steckt dahinter, wenn der amerikanische Präsident „schnell mal“ eine falsche Kathastrophenmeldung in die Welt setzt, wie erst heute wieder über einen angeblichen Terroranschlag in Schweden?
Der britische Autor Ian McEwan macht in seinem neuesten Buch „Nutshell“ ein paar interessante Anmerkungen über das Lügen.
„The effective lie, like the masterly golf swing, is free of self-awareness.“
Ian McEwan: Nutshell, p. 170
Aber es gibt zwei Arten von Lügnern.
Trudy: „Only persuade herself and she’ll deceive with ease and consistency. Lies will be h e r truth.“
„Claude, unlike Trudy, owns his crime. This is a Renaissance man, a Machiavel, an old-school villain, who believes, he can get away with murder. The world doesn’t come to him through a haze of the subjective; it comes refracted by stupidity and greed, bent as through glass or water, but etched on a screen before the inner eye, a lie as sharp and bright as truth. Claude doesn’t know he’s stupid. If you’re stupid, how can you tell?“
Nutshell, pp. 147f.

nutshell

Eine Besprechung dieses Buches bald bei „Reflexe und Reflexionen“. Der Roman/die Novelle ist nichts anderes als eine zeitgemäße Version des „Hamlet“. „And the rest is chaos.“ We learn at the very end…

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