Monatsarchiv: November 2023

Sub specie aeternitatis: die „Staatsraison“

Nehmen wir doch mal Abstand von allem, was Israel und die Hamas angeht.

Und stellen Folgendes fest: Die Hamas hat am 7. Oktober in einem scheinbar unmenschlich brutalen Terrorakt 1.200 Menschen geschlachtet. (Sagte ich „scheinbar“? Gestern sah ich einen Film mit Michael Douglas, in dem dieser einen frustrierten Kleinbürger spielte, der seine ganze Wut rausließ und peu à peu zum gnadenlosen Killer wurde. Unglaublich unmenschlich, aber in einem Menschen entstand diese Wut. Im Film irgendwie nachvollziehbar.) In dem Versuch, die Hamas auszurotten, sind inzwischen anscheinend 10 mal so viele unschuldige Palästinenser gestorben, darunter eine immens hohe Anzahl von Kindern.

Two buddies
Two buddies… („Wann hast Du Deinen nächsten Gerichtstermin?“)

Wenn ich jetzt sage: Ein Staat, der das in Kauf nimmt, ist selber unmenschlich. Und dann höre ich Benjamin Netanjahus Statement: Wenn auch alle uns im Stich lassen, wir machen das, was wir für richtig halten. Sagt er das mit der Atombombe im Rücken? Ist nicht angesichts dessen die Rede von der „Staatsraison“ gegenüber Israel eine hohle Phrase? Was wäre z.B., wenn die Israelis in ihrer existentiellen Bedrohung Syrien, den Iran, Ägypten, etc. mit Atombomben einäschern würden? Und würde ich jetzt, wenn ich keinen deutschen Pass besäße, des Landes verwiesen?

Unsere Politiker erteilen Israel einen Freischein, wenn sie von der Staatsraison reden. Ich halte das für nicht zu Ende gedacht. Beziehungsweise für eine dieser Blasen, mit denen sich manche Politiker gern selbst ein wenig aufblasen.

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