Archiv der Kategorie: Auf ein Wort

Ein neues kleines DAB-Radio

 Ich bin mit Bus nach Hause gefahren, weil offenbar die Oberkasseler Brücke für die Bahnen gesperrt war. Schienenersatzverkehr also. Mein neues kleines DAB-Radio verbreitet KLASSIK, das Radio, das ich als Prämie für PAYBACK-Punkte erhalten habe. Die Flasche Wein ist halb leer. Oder noch halb voll? Diese Frage hat mich eigentlich noch nie interessiert. Habe sie auch nie ganz verstanden. Geht es da um Optimismus vs. Pessimismus? Scheint mich wenig zu interessieren. Ich bin da wohl eher Fatalist. Also stimmungsmäßig stark abgefedert. Und damit den volatilen Schwankungen der Weltgeschichte weniger ausgesetzt. Meine Mutter war erzkatholisch. Ich verachtete das. Dieses gottestrunkene Ergebenheitsgewebe. Aber oha! Das war es doch, was sie so stark gemacht hat. Dieser gottverbrämte Fatalismus. Mütterlein, ich komm Dir immer näher. – Nun kommt mir nicht mit dieser ganzen Freud-Scheiße! Es kommt halt vor, dass man erst sehr spät gewisse Sachen kapiert. Wer hat das gesagt: Es ist nie zu spät? Wahrscheinlich jemand, der dauernd zu spät kam. Besser (zu) spät als praecox. Amen dem Samen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Auf ein Wort, Tagebuch, Zeitliches

Auf ein Wort… (Spruchspieß No 1)

Jean Paul: Titan, 68. Zykel

 

Solang‘ ein Weib liebt, liebt es in einem fort – ein Mann hat dazwischen zu tun -.

 

只要女人戀愛了,她就會永遠愛男人-男人不時忙於其他事情-.

 

As long as a woman is in love, she loves through and through – a man has to do something in between -.

 

Tant qu’une femme aime, elle aime tout le temps – un homme doit faire quelque chose entre les deux -.

 

Amíg egy nő szeret, mindig szeret – a férfinak közben valamit tennie kell -.

 

Zolang een vrouw liefheeft, heeft ze altijd lief – een man moet in de tussentijd iets doen -.

 

Oder bildlich dargestellt:

Weib: _______________________________________

Mann: —vvv—vvv—vvv—vvv—vvv—vvv—vvv—vvv—vvv—

Des Weibes Liebe stellt sich also dar wie die Todeslinie auf dem Vitaldatenmonitor  einer Intensivstation, die des Mannes wie das Versmaß lebendiger Poesie. 

Was können wir daraus schließen? Man war zumindest im 18. Jahrhundert der Auffassung: Zuviel Liebe kann erdrückend sein (Siehe auch: „Ihre Liebe nahm ihm den Atem!“ Man sollte solche vermeintlichen Sprüche endlich ernst nehmen! – Wir sollten endlich anfangen, die Weiber umzuerziehen.) Oder lieben unsere Frauen heutzutage ganz anders? Dann sollten die Männer ein Verständnis für die Intervalle (haha) entwickeln!  Und lernen, sich zu synchronisieren… Wie’s jenen gefällt.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Auf ein Wort, Zeitliches