Monatsarchiv: Februar 2021

Herr Biedermann, der Brandstifter: Saarbrücker Possenspiel

  1. „Das betroffene Grundstück wird unsachgemäß, fast schon wie ein Campingplatz genutzt, wodurch für viele Bewohner des Anwesens z.T. nachhaltige Beeinträchtigungen entstehen (Verbrennen unterschiedlicher Gegenstände und Geräuschbelästigungen bis zeitweilig spät in die Nacht.“ (sic)
    So der Text in der Einladung zu einer ETV. Hoppenkamps outet sich auf der ETV als Eigentümer des Gartengrundstücks und weist die Vorwürfe zurück. Er weist darauf hin, dass ein Campingwagen auf einem Gartengrundstück, der als Gartenhaus dient, diesen Garten nicht zu einem Campingplatz macht, da die Pächter dort nie schlafen, keinen Strom und keine Heizung haben, keine Dusche da ist und keine Toiletten. Die HV weigert sich, die Namen derjenigen zu nennen, die sich in dieser Angelegenheit an die HV gewandt haben.
  2. Auf der ETV vom 06.06.2020 wird dann nach einer „teilweise kontroversen Diskussion“ beschlossen, die UBA mit einer Untersuchung zu beauftragen. „Gegenstand des Auftrags an die UBA soll insbesondere die Feststellung über die bestimmungsgerechte Nutzung des Grundstücks sein sowie die Überprüfung der Einhaltung der Feuerstättenverordnung.“ 
  3. Die UBA teilte mir am 27.01.2021 mit: „Der auf dem Grundstück abgestellte Wohnwagen …. dient augenscheinlich dauerhaften Aufenthaltszwecken (Wasserversorgung, Strom, Klingel, Solaranlage…). Das Abstellen von Wohnwagen bedarf einer Baugenehmigung nach § 60 LBO. Diese liegt nicht vor.“
  4. In einem Schreiben an die UBA habe ich dargelegt, dass die Indizien für einen „dauerhaften Aufenthaltszweck“ allesamt nicht zutreffen. Bis auf die Klingel dienen die aufgeführten Einrichtungen der Versorgung der Pflanzen. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass es keinen Strom- und Wasseranschluss gibt.
  5. Zu meiner Überraschung teilte mir die UBA dann mit: „Im Ergebnis meiner Anhörung geht es darum, dass der Wohnwagen mit dem Vordach genehmigungspflichtig ist. Es spielt keine Rolle, ob dieser dauerhaft zu Aufenthaltszwecken genutzt wird…“
    Wenn das wirklich keine Rolle spielt, warum bemüht sich dann die UBA anhand von vier Indizien nachzuweisen, dass der Wohnwagen dauernden Aufenthaltszwecken dient?
  6. Das sieht danach aus, als ob die UBA nicht zurückrudern will. Sie zieht sich zurück auf die Position, der Wohnwagen sei an sich genehmigungspflichtig. 
    Wie konnte es zu dieser Volte kommen?
  7. Ich habe bei der UBA nachgefragt, was in dem Beschwerdeschreiben stand, dass diesen Vorgang ausgelöst hat. Der wesentliche Satz in diesem Schreiben ist: „Das dem Anwesen gegenüberliegende Grundstück wird ähnlich wie ein Campinggrundstück genutzt.“
    Von diesem Satz hat sich offenbar die Behörde leiten lassen. Und in die Irre führen lassen. Denn der Satz war ja längst in der ETV von mir widerlegt worden. 
  8. Offenbar hat aber die HV meine Widerlegung nicht ernst genommen und voll auf die ursprünglichen Anschuldigungen EINES notorischen „Blockwarts“ gesetzt. 
    Das Schreiben an die UKB spiegelt also nicht das wider, was laut Protokoll beschlossen worden ist. Es gibt lediglich die Ansicht/Meinung/Beschuldigung dessen wider, der es nicht ertragen kann, dass zwei Leute sich im Grundstück jenseits der Straße ein kleines Paradies eingerichtet haben. 
  9. Der Hausverwaltung ist vorzuwerfen, dass sie nicht unterscheiden kann zwischen dem, was einer behauptet, und dem, was sein könnte. Man könnte auch sagen: Sie glaubt dem ersten Besten. Selbst wenn das ein Arschloch ist. 
  10. Vor ein paar Tagen erhielt ich ein Schreiben derselben HV mit der Aufforderung, den Notausgang der Tiefgarage, den man ohne Weiteres von innen nach außen benutzen kann, aber nicht umgekehrt, nicht mehr zu benutzen. Jemand habe ihr, der HV, zugetragen, ich würde dort aus- und eingehen und jedesmal die Tür offen stehen lassen. 
    Das gleiche Muster wie oben: Jemand behauptet etwas, die HV glaubt dieser Behauptung und handelt kettenhundmäßig. Sie beißt den Beschuldigten. Blind. Da diese Tür von außen gar nicht geöffnet werden kann, beweist allein das, dass der Denunziant etwas gesehen haben will, was er gar nicht sehen konnte. Wahrscheinlich derselbe Brandstifter wie oben.

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 30: Das große Film- und Zigarrenquiz

Zwei Cowboys auf einer Kutsche mit einer indianischen Leiche auf dem gefährlichen Weg zu einem Friedhof der Weißen. Schusswechsel.

„Hast du was abbekommen?“

„Nein. Aber meine Zigarre zieht jetzt nicht mehr.“ (Zündet sich eine neue Zigarre an.)

Wer sind die beiden Schauspieler, und wie heißt der Film?

Mir hat diese Szene während meines späten TV-Konsums gut gefallen, weil ich gerade eine Corona rauche. Ich muss gestehen, nach dem Schusswechsel habe ich mich umgesehen, ob meine Frau, die bereits zu Bett gegangen war, nicht doch mit einem Revolver an der Tür lauerte… (statt des üblichen Nudelholzes)

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 29: Trivial Pursuit revisited

Der Lockdown lockt uns alle ein. Da kramen wir schon mal in den Ecken von Schränken, die seit gefühlten Jahrhunderten nicht mehr aufgesucht worden sind. In Wirklichkeit mag das 30 oder 40 Jahre her sein. Ich stieß jedenfalls auf ein altes Spiel, das dort schlummerte: Trivial Pursuit. Beim Trivial Persuit, das ich noch habe und in diesen Zeiten nach langer, langer Zeit wieder herauskramte, tauchen Fragen auf wie: Wer war der Nachfolger von Dieter Thomas Heck? Offenbar habe ich da was verschlafen. Aber bei den „Pflanzen und Tieren“ ist noch alles, wie es immer schon war. Die Natur hat immer noch den längeren Atem… Drum: Machen wir sie nicht kaputt! Sonst ergeht es uns wie Dieter Thomas Heck. (Der ist doch tot, oder?)

 

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 28: Einen Augenblick noch, bitte!

Augenblick

Bitte nicht vergrößern

„Unser größter und längster Irrtum ist, dass wir das Leben, d.h. seinen Genuss, wie die Materialisten das Ich, in seiner Zusammensetzung suchen, als könnte das ganze oder das Verhältnis der Bestandteile uns etwas geben, das nicht jeder einzelne Teil schon hätte. Besteht denn der Himmel unseres Daseins, wie der blaue über uns, aus öder matter Luft, die in der Nähe und im Kleinen nur ein durchsichtiges Nichts ist und die erst in der Ferne und im Großen blauer Äther wird? Das Jahrhundert wirft den Blumensamen deiner Freude nur aus der porösen Säemaschine von Minuten; oder vielmehr an der seligen Ewigkeit selber ist keine andere Handhabe als der Augenblick. Das Leben besteht nicht aus 70 Jahren, sondern die 70 Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wenn man will.°

(Jean Paul, Sämtliche Werke, Abteilung 1, 3. Band: Titan, p. 25. Darmstadt 1999)

Siehe auch Leo Läufer: Nur einen Augenblick.

English translation, Google improved…“Our greatest and longest mistake is that we look for life, i.e. its enjoyment, like the materialists for the ego, in its composition, as if the whole or the ratio of the components could give us something that not every single part already had. Does the sky of our existence, like the blue one above us, consist of desolate, dull air, which in the vicinity and in the small is only a transparent nothing and which only becomes blue ether in the distance and in the great? The century only throws the flower seeds of your joy out of the porous sowing machine of minutes; or rather, in blessed eternity itself there is no other handle than the moment. Life does not consist of 70 years, but the 70 years consist of an ongoing life, and one has always lived and lived enough, no matter when you die.“

Institut zur Restoration menschlicher Würde

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Ernst Dronke: Berlin

 

Dieser zum ersten Mal im August 1846 erschienene und Georg Herwegh gewidmete Band über Berlin und über preußische und deutsche Zustände in den Jahren des 19. Jahrhunderts, die man einmal den „Vormärz“ nennen sollte, zeichnet sich vor allem aus durch das vorbehaltlose Engagement des Autors für das soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben seiner Zeit – und zwar aus einer kompromisslos radikal-sozialistischen, ja kommunistischen Perspektive.

Hier nun ein paar Stichwörter zu Aspekten, denen nachzugehen sich lohnen möchte:

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Reflexe und Reflexionen!

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 27: Geschäfte zu…

Ich weiß nicht, wie es Euch so ergeht. Aber ich habe ein paar Kilo zugenommen, nun, da ich ohne Fitness Studio auskommen muss. Da kann es natürlich passieren, dass man eine neue Hose braucht, weil alle alten zu eng geworden sind. Ich habe also bei P&C eine tolle Jeans von BOSS bestellt, – geht ja alles nur online zur Zeit – die trotz eines Rabatts von 40€ noch über 100€ gekostet hat. Aber nun passierte das Unglaubliche: Die Hose war geflickt, sie hatte mehrere Löcher, die nicht etwa schamhaft-kunstvoll genäht worden waren, sondern mit groben Stichen, wobei der untergelegte Stoff sogar noch ein wenig aus der Naht quoll, ja platzte. Ich habe dann bei P&C angerufen und mich beschwert, und das nicht zu leise! Aber wisst Ihr, was diese Hotline-Hure mir flötete? „Wenn Sie Hosen ohne Kaputt-Design kaufen wollen, müssen Sie sich im Billig-Segment umsehen!“ Das hätte mir mal einer vorher sagen sollen…

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 26: Sauna? Was war das noch?

Ein Dokument aus längst vergessenen Zeiten. Aus einem Fitness-Center übrigens. Obwohl die Rechtschreibung eher vermuten lässt, dass hier ein Schüler oder eine Schülerin aus dem homegeschoolten Corona-Jahrgang 2020/2021 am Werke war. Wohin führt uns das noch? Die Wirtschaft hält sich ja ganz gut. Aber was ist mit der Orthographie? Brot war immer schon wichtiger als das „scharfe S“. 

Damit haben wir aber ganz unbeabsichtigt ein heißes Thema angeschnitten.

Die Filmemacher, die Intendanten, die Schauspieler rufen:

Rettet die Kultur! Denn die macht  den Menschen erst zum Menschen!

Was aber ist mit den vielen Millionen, wahrscheinlich Milliarden Menschen, die ums Überleben kämpfen? Die keine Zeit für Kino oder Kunst haben. Sind das keine vollwertigen Menschen?

Ja, dann geht jetzt zu den Menschen, geht dahin, wo Ihr gebraucht werdet. Geht in die Krankenhäuser und die Altenheime, wo Personal fehlt. Und redet nicht von Kultur, wenn’s ums Überleben geht.

Kultur könnte ohne Subventionen nicht gedeihen. Das heißt, die Gesellschaft tut was für Euch. Nun tut mal was für die Gesellschaft – außer Beinchen schwingen oder ein Gesicht in die Kamera halten.

Denn wir leben in außergewöhnlichen Zeiten. Mitten in einer Jahrhundertkatastrophe, gell?

Von der viele aber kaum was merken würden, wenn man es sub specie aeternitatis betrachtete. Das Leben ist beschwerlicher als früher, sicher. Aber es fallen keine Bomben, und niemand muss in den Luftschutzkeller. Wir leben in schweren Zeiten, aber wenn wir einen größeren Maßstab anlegen, können wir immer noch sagen:

Es ist eine privilegierte Katastrophe.

Was mich betrifft. Was uns betrifft. Hier in Deutschland.

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