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Der Virologische Imperativ

Vor ein paar Tagen hat jemand in einer Sendung zur Corona-Krise den Begriff „Virologischer Imperativ“ verwendet, um damit auszudrücken, was nun nottut.

Der Begriff „Kategorischer Imperativ“ ist zentraler Bestandteil der Ethik Immanuel Kants, der besagt:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Manche Leute sagen auch, die etwas bekanntere Version dieses Gebotes lautet:

Was du nicht willst, dass man es dir tut, das füg auch keinem anderen zu!

Offenbar hatte der oben zitierte Interviewpartner (leider kann ich mich nicht entsinnen, wer das war) den Kantischen Imperativ im Hinterkopf, als er von einem virologischen Imperativ sprach, der offenbar in etwa so lauten könnte:

Halte so viel Abstand zu anderen Menschen, wie Du von demjenigen erwarten würdest, von dem Du annehmen kannst, er sei mit dem Corona-Virus infiziert.

Und solange es keinen wirksamen Impfstoff gegen das Virus gibt, also nach Schätzungen noch etwa 1 1/2 Jahre, sollte dieser Virologische Imperativ gelten.

So einfach ist das. Und so schrecklich.

Und so einfach ist auch die folgende Überlegung: Wenn sich alle Menschen überall an dieses Gebot halten würden oder müssten, würde unsere Gesellschaft sehr bald an einer kompletten Auszehrung leiden und kaputt gehen.

Was tun? (Fragte schon Lenin…)

Dieses Gebot müsste für systemrelevante Bereiche oder Ereignisse gelockert oder modifiziert werden. Eine Geburtstagsparty würde wohl eher nicht dazu gehören, Geschäfte und Produktionsstätten schon. Ohne die Öffnung der letzteren könnten ja erstere gar nicht stattfinden (man braucht ja Tischdecken, Getränke, Geschenke, etc.), aber ohne solche Feiern könnte ja durchaus produziert und verkauft werden.

Noch einmal: So einfach ist das. Ist das nicht schrecklich?

Worum es eigentlich geht: „Nur“ um Schadensbegrenzung, Risikominimierung und- darum, dass möglichst viele Menschen gesund bleiben.

Womit wir allerdings bei einem utilitaristischen Standpunkt wären (siehe z.B. Jeremy Bentham), ethisch gesehen. Aber die Frage kann doch nicht sein: Kant oder Bentham? Sollen die beiden sich doch vertragen und auch mal Abstriche machen. Müssen wir jetzt doch alle.

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