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Gelegentliche Anmerkungen zu diesem und jenem

„Bleiben Sie sofort stehen!“

Wer könnte es mir verübeln, dass ich des Samstags gern auswärts essen gehe? So etwas gehört zu den harmlosen Vergnügungen, die ich mir noch leiste. Ich hatte also allen Grund für eine gewisse Vorfreude – glaubte ich jedenfalls.

Nicht nur angesichts der hohen Preise für Benzin lasse ich mein Auto in der Garage und richte mich auf eine gemütliche Fahrt im ÖNV ein. Ich schaue mir also in der App der Saarbahn die Verbindungen von Dudweiler nach Saarbrücken an und kaufe auch gleich ein Online-Ticket, das in der App angezeigt werden kann.

Das Ticket, das niemand wollte…

Da das Lesegerät in den Bussen jedoch noch nie den Code erkannte (die Fahrer haben mich bisher entweder müde durchgewunken oder sich den Text unter dem Code angeschaut, Kopfnicken, bitte durchgehen…), halte ich es diesmal für eine gute Idee, das Ticket in einer DinA4-Vergrößerung auszudrucken. Zumal ich vermeiden will, dass der Fahrer das iPhone selber in die Hand nimmt, um sich das Ticket anzuschauen. Ich bin zwar seit einer Woche nach einer Coronaerkrankung freigetestet, kann jedoch nicht sicher sein, ob ich mich nicht erneut angesteckt habe oder der Fahrer erkrankt ist. Eine Amtsärztin sagte vor kurzem zu mir: „Lassen Sie sich bloß nicht dauernd testen!“ Wenn das alle machen würden, müssten wahrscheinlich viel mehr Menschen als bisher in Quarantäne gehen.

Der Bus, Linie 102, kommt pünktlich, ich setze meine Maske auf, öffne beim Einsteigen die App und halte den Code an das Lesegerät. Nichts passiert, wie vorhergesehen. Der Busfahrer, ein kleiner, mürrischer Mensch, sagt: 

„Stellen Sie das Display auf heller.“ 

Ich sage: „Das hat noch nie funktioniert“, ziehe die Kopie des Handy-Tickets aus der Tasche und halte sie vor das Plexiglas, das uns trennt. 

„Das zählt nicht, das ist kein gültiges Ticket!“ schnauzt er.

„Glauben Sie, ich hätte das gefälscht?“ frage ich ihn.

„Kann sein. Sie müssen ein Ticket kaufen!“ kommt es sehr unwirsch von ihm.

Ich bestehe darauf, dass ich ein gültiges Ticket habe, im Handy und als Papierkopie, und sage dem Fahrer, dass ich nunmehr einen Sitzplatz aufsuchen wolle, was ich auch umgehend tue.

Da ist es mit seiner strapazierten Geduld am Ende. Er öffnet die Seitenverkleidung mit dem Plexiglas, um freie Sicht auf den Schwarzfahrer zu haben und brüllt:

„Steigen Sie sofort aus!“

Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich das nicht tun werde und warne ihn davor, handgreiflich zu werden („Rühren Sie mich bloß nicht an!“) und schlage ihm vor, die Polizei zu verständigen. Ich halte die Situation für dermaßen überzogen, dass ich sicher bin, ich habe das ironisch gemeint.

Er macht sich an seinem Handy zu schaffen, um die Polizei anzurufen. Denn dieser Busderwisch versteht absolut keine Spass. 

Ich begebe mich noch einmal nach vorne und schlage ihm vor, das Online-Ticket im iPhone in Augenschein zu nehmen und halte ihm das Handy vor das wieder geschlossene Plexiglas, damit er alles, was unter dem Code steht, lesen kann. Er jedoch greift durch die Bezahlöffnung hindurch und möchte das iPhone an sich nehmen, was ich ihm verweigere wegen der Corona-Situation.

„Sie können das doch auch so lesen.“ sage ich noch, bevor er wieder explodiert und mich auffordert, den Bus sofort zu verlassen.

Ich begebe mich also wieder auf meinen Platz und biete ihm noch einmal an, die Polizei zu holen.

„Das mache ich. Darauf können Sie sich verlassen (oder sagt er „einen lassen“?)!“ brüllt er wieder, woraufhin eine muslimische Frau und ihre Tochter, die vor mir sitzen, wahrscheinlich durch das Wort „Polizei“ aufgeschreckt, den Koffer nehmen und durch die noch geöffnete hintere Tür das Freie aufsuchen und dann das Weite. Kurz danach wird diese Tür vom inzwischen hektisch telefonierenden Fahrermännchen geschlossen. 

Es ist nun still im Bus, Minuten vergehen. Die Polizei muss vermutlich aus Sulzbach anrücken, da die Dudweiler Station offenbar nur noch Verwaltungsdienst macht. Die anderen Fahrgäste tun mir leid, die nun wegen meiner Sturheit und der kurzschlüssigen Reaktion des Fahrers in diesem Bus gefangen sind. 

Ich gehe also noch einmal nach vorne zum Fahrer, der sich offenbar Notizen macht. Ich unterbreite ihm mit ruhiger Stimme den Vorschlag, er möge sich doch mein Online-Ticket einmal ansehen, und versichere ihm, es tue mir leid wegen der anderen Fahrgäste. Die Situation sei eskaliert, aber könne doch bereinigt werden. Ich sage ihm, ich wolle mich für mein Verhalten entschuldigen.

Er jedoch schaut mich wütend von der Seite an und schreit:

„Ich habe die Polizei angerufen. Das müssen Sie alles bezahlen. Dann kommt noch ein Ersatzbus dazu, mit einem weiteren Fahrer. Das wird sehr teuer. Sehr teuer!“

Nun dämmert mir, warum er vor 10 Minuten schon die hintere Tür, in deren Nähe ich saß, geschlossen hatte. Er wollte mich einsperren, ich sollte ihm nicht entkommen. 

Ich frage ihn, wie er heiße. Keine Auskunft. Ich mache ein Foto von ihm. Dann zwänge ich mich an der geöffneten Funktionswand zwischen Fahrersitz und vorderer Tür vorbei. Er springt von seinem Sitz auf, ich auf den Gehweg. Er erscheint in der Tür, ich laufe ein paar Schritte, da ich ihn jetzt für unberechenbar halte.

Ich höre bloß noch diesen geschrieenen Satz, diesen wütenden Schrei:

„Bleiben Sie sofort stehen!“

Zu Hause gebe ich meiner äußeren Erscheinung ein etwas anderes Aussehen, Mantel statt Lederjacke, Borselino statt Baseballmütze, und fahre mit dem Auto zum Essen.

Es könnte ja immerhin sein, dass die Polizei inzwischen auf dem Schwähnsel patroulliert und nach mir Ausschau hält…

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 54: Im Maschinenraum der Pandemie

Was kann in solchen Zeiten schöner sein als schöne Erinnerungen an schönere Zeiten. Als noch kein Mann daran dachte, eine Maske zu tragen, wenn er etwa zu seiner Frau wollte… (s.u.!), als die Filme noch voller ungezügelter Leidenschaft und wilden Begehrens waren und die Männer sich ihren Frauen ohne Maske am Mund, aber gelegentlich mit Axt in der Hand näherten.

Here’s Johnny!

Ich bin vor drei Tagen positiv getestet. Seitdem fahre ich nicht nur mit an Deck des Totenschiffes, sondern habe privilegierten Zugang zum Maschinenraum. Hier ein paar Details vom pandemischen Räderwerk.

Vor einer Woche habe ich meinen Bruder besucht, der in einem Pflegeheim wohnt. In seinem Zimmer habe ich mich ohne Maske bewegt, habe ihm das Hörgerät und die Brille zurechtgerückt.

Am Abend dieses Tages habe ich in einer gut besuchten Brasserie gegessen, in der zwar am Eingang ein Impfpass vorgezeigt werden musste, hatte man diese Barriere aber überwunden, konnte man sich weitgehend unbeschränkt ins Gedränge stürzen. Nur die Servicekräfte trugen Masken.

Am Samstag erhielt ich die Mitteilung, dass mein Bruder positiv getestet worden sei. Die mich informierende Pflegekraft gab mir die Auskunft, ich müsse mich nun sechs Tage in Quarantäne begeben und könne mich danach mit einem PCR-Test frei testen.

Ein von mir zu Hause durchgeführter Schnelltest war negativ.

Meine Frau hat zwei Tage darauf an einer größeren Geburtstagsfeier teilgenommen.

Am Tag danach habe ich mich erneut getestet. Das Ergebnis war negativ.

Am Abend stellte ich eine Körpertemperatur fest, die fast ein Grad über dem Wert lag, den sie normalerweise aufweist.

Am fünften Tag hatte ich Schnupfen, hustete ein wenig, fühlte mich matt. Die Körpertemperatur war auf 38,1° angestiegen. Ich habe mich in eine Test-Station begeben und erhielt nach 15 Minuten die Nachricht auf mein iPhone: POSITIV!

Gestern Morgen habe ich meinen Hausarzt angerufen. Die Sprechstundenhilfe sagte mir, der Doktor sei selber krank. Aber da ich ja nicht mehr berufstätig sei, brauchte ich ja keine Bescheinigung. Ich solle 10 Tage zu Hause bleiben und danach einen Schnelltest machen.

Wegen eines geplanten wichtigen Besuchs in einer Augenklinik in einer Woche war ich nun in Sorge und rief dort an. Nach Schilderung meiner Situation wurde mir beschieden, ich könne zum Termin kommen, wenn ich symptomfrei sei und mich selber vorher negativ getestet habe. Das Testkästchen solle ich mitbringen. Ein PCR-Test sei nicht notwendig

Meine Frau und ich leben zwar, wie sich das gehört und naturgemäß, im selben Haushalt, aber in diesen Tagen praktisch nur unter demselben Dach: Wie gehen uns aus dem Weg und schaffen das recht gut auf drei Etagen… Mit Maske bringt sie mir etwas zu essen und sagt mit Maske durch die verschlossene Tür Gute Nacht. Heute geht sie zur Arbeit.

Heute beträgt meine Körpertemperatur 37,1°, ich spucke ab und zu ein wenig Schleim aus, habe mich indes rasiert und geduscht. Bin ich bald Teil dieser immunen Herde? Ich schaue mehr Nachrichten als sonst, entsetze mich beim Anblick dieser sinnlosen Verwüstungen durch Putins Krieg, den man in Russland nicht Krieg nennen darf und denke auch: Wieso hört man aus der Ukraine nichts von Corona? Ich gebe mir selber die traurige Antwort.

Ich bin übrigens viermal geimpft. Dies ist eine Zeit des Zerbröckelns vieler Gewissheiten… So wie es ja auch in diesem Maschinenraum ein paar ungewisse, offene Enden gibt. Soviel ist indes gewiss: Das Räderwerk bleibt vorerst nicht stehen, das Totenschiff fährt unbeirrbar weiter.

Manche Dinge sind vielleicht aber unvergänglich, nahezu unvergänglich. Nein, ich meine nicht die Seele oder etwa die Schönheit, obwohl es schöne Dinge gibt, die unvergänglich scheinen, zum Beispiel die Säulen des Herakles oder auch die Beine mancher Frauen, die etwas von mittig sich wölbenden dorischen Säulen an sich haben. Fast schon ein Säulentempel, könnte man das Ganze wohl nennen, wenn nicht andere Bestandteile noch größerer Wertschätzung unterlägen…

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Sich einen Namen machen

„Man muß es nur nötiger haben als andere, dann macht man sich bei der Menschheit einen Namen.“

(Thomas Mann: Der Erwählte. S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1956, p. 271)

Hier kann man etwas mehr über dieses sehr witzige Buch erfahren.

In diesem auch etwas über die Unterschiede von Mann und Frau:

„Herrlich“, antwortete er ihr, „bist du, Sibylla, ganz von selbst und ohne Buhurd (Kampfturnier)! Mein Geschlecht, das muß sich regen und etwas tun, um herrlich zu sein. Mit deinem darf man nur sein und blühen und ist schon herrlich. Das ist der allgemeinste Unterschied zwischen Mann und Weib, von genauerem abgesehen.“

Ich bin mir nicht sicher, ob der Erzähler, ein mönchiches Schlitzohr in Sankt Gallen, wirklich von Genauerem abgesehen hat…

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Joseph, mein Joseph

Antonio M. Esquivel: José y la mujer de Putifar (1854) (Museo de Bellas Artes in Seville, Leo Läufer 2019)

Obwohl Thomas Manns Romane über die biblische Gestalt Joseph, Sohn Jaakobs, zu den „Jahrhundertwerken“ der Literatur gerechnet werden, zusammen genannt etwa mit James Joyces Ulysses und Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, gehe ich wohl nicht fehl in der Annahme, dass viele meiner Zeitgenossen, zumal wenn sie keine Affinität zur Literaturwissenschaft haben, von diesem Werk noch nie etwas gehört haben oder wenn, dann allenfalls von dem berühmten Kapitel Die Damengesellschaft, in dem geschildert wird, wie sich zig ägyptische Damen der Hofgesellschaft bei einem Dinner ausnahmslos beim Apfel Schälen dermaßen in den Finger schneiden, dass ein allgemeines, gewaltiges Blutbad entsteht, – eine Folge dessen, dass der schöne, junge Joseph ins Zimmer trat, um ihnen Tee einzugießen. Das Ganze war von Potiphars Weib, die unsäglich in Joseph verliebt war, arrangiert, inszeniert und provoziert worden, und zwar aus Frust darüber, dass sie beim Joseph keinen Fuß in die Tür kriegte, bzw. Joseph nicht dazu zu bewegen war, mit ihr „Häupter und Füße zusammenzutun“.

Mehr über dieses Buch und seinen Leser unter „Reflexe und Reflexionen“.

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Putin ist Schröd(ing)ers Katze…

Schrödinger erfand im Jahr 1935 das Gedankenexperiment, welches man bis heute unter dem Namen ‚Schrödingers Katze‘ kennt. Es ist ein paradoxes Gedankenexperiment aus der Quantenphysik.

In dem Experiment befindet sich eine Katze in einer Kiste. Zusätzlich ist auch eine Vorrichtung mit einem radioaktiven , chemischen Element und einer Giftampulle eingebaut. Sobald das radioaktive Material in dieser Apparatur zerfällt, wird das Gift freigesetzt und die Katze stirbt.

Das Problem besteht nun darin, dass die radioaktive Substanz in der ersten Stunde nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zerfällt. Dadurch ist nicht sicher, dass das Gift zu der Zeit bereits freigesetzt wurde und die Katze gestorben ist. Vor dem Öffnen der Kiste, wird die Katze deshalb als tot und lebendig angesehen.

Putin ist sowohl „lupenreiner Demokrat“ als auch der lupus, der die Ukraine fressen will.

Zwei altersstarre Männer, Putin und Schröder. Jener ist im Begriff, die Welt zu vernichten, dieser nur sich selber endgültig zu demontieren, also den Rest dessen, was Frau Schöder-Kim nicht schon erledigt hat.

Schröder ist Putins (dummer) Hund.

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Bruder Hitler (Thomas Mann, 1938)

Zwei der letzten Sätze in Thomas Manns Roman Joseph und seine Brüder, dessen letzter Band 1943 veröffentlicht wurde, lauten:

„…Ein Mann, der die Macht braucht, nur weil er sie hat, gegen Recht und Verstand, der ist zum Lachen. Ist er’s aber heute noch nicht, so soll er’s in Zukunft sein, und wir halten’s mit dieser.“

Es fällt mir schwer, diesen humanistischen Optimismus heute zu teilen.

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Fake News – nichts Neues eigentlich

Lügen haben viele Beine.

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Über Menschen – Übermenschen

Juli Zeh: Über Menschen. Luchterhand, München 2021

Der neueste Roman von Juli Zeh ist offenbar mit heißer Nadel gestrickt. In ihm werden gewisse Veränderungen im Leben der Protagonistin, Dora, geschildert, die sich alle im ersten Jahr der Pandemie ereignen. Schuld an diesen Veränderungen ist, um es einmal ein wenig platt und damit auch nicht ganz richtig zu sagen, Corona. Damit dürfte der Roman also das Interesse einer breiten Leserschaft auf sich ziehen, da wir ja alle schon seit mehr als zwei Jahre in dieser pandemischen Situation gefangen sind und dadurch alle zu erheblichen Veränderungen gezwungen werden.

Die Präsentation. (So hätte er’s wohl gerne…)

Diese „heiße Nadel“ manifestiert sich aber nicht nur in der Schilderung von höchst aktuellen Ereignissen und Lebensumständen, sondern auch in der Anlage des Romans. der ein relativ einfach gestricktes Erzählmuster aufweist. 15 von 50 Kapiteln werden Namen als Titel vorangestellt. In diesen Kapiteln wird meist eine kurze Begegnung der Protagonistin mit einem Mitbewohner des Dorfes Bracken geschildert, so dass wir in Umrissen erfahren, mit wem die Stadtflüchtige es auf dem Lande zu tun bekommt. Den meisten übrigen Kapiteln werden schlicht die Namen verschiedener Gegenstände vorangestellt, die in der im Kapitel geschilderten Episode vorkommen. Das können Pfandflaschen“ oder „Messer“ sein, „Farbe“ oder „Mon Chéri“. Im zuletzt zitierten Kapitel wird geschildert, wie Dora einen Besuch bei zwei jungen Nachbarn abstattet, bei dem man sich über die Beschäftigung von Ausländern und Nazis unterhält. Man warnt sie vor ihrem Nachbarn Gote, der sich selber den „Dorf-Nazi“ nennt. Und zum Schluss sagt Steffen:

„Am besten, du gehst jetzt. Dein Hund hat die ganzen Mon Chéri aus dem Präsentkörbchen gefressen.“

Das mag als Schlusspointe eines Kapitels zwar ganz witzig klingen, zeigt aber auch, wie wenig die Überschriften mit den Inhalten zu tun haben. Der Roman besteht nämlich aus einzelnen Episoden, deren innerer Zusammenhalt lange unklar bleibt. Erst im dritten Teil des Buches erleben wir eine Fokussierung auf ein Thema, das man mit ein wenig Böswilligkeit so formulieren könnte: „Erst ein todkranker Nazi ist ein guter Nazi.“

Bitte weiterlesen unter Reflexe und Reflexionen!

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Am Abend noch einmal Suppe gegessen

Adonis, o Adonis!

Dann mit Youying Sturm der Liebe angeschaut. Die Liebenden hatten in dieser Folge viel Schwierigkeiten miteinander. „Die Kacke ist am Dampfen!“ habe ich des öfteren kommentiert. Youying hat schließlich auch mal gesagt, und zwar durchaus passend: „Kacke Dampf!“ Am Nachmittag hatte ich ihre neue Karaoke-Anlage so eingerichtet, dass sie problemlos ihre Songs sehen und hören konnte. Nach „unserem“ Sturm der Liebe fragte sie mich, was ich nun mache. Ich sagte, ich schaue jetzt noch Wilsberg. Wo? fragte sie. Da wusste ich, dass es Zeit wäre, das Feld zu räumen und mich in mein Zimmer im Dachgeschoss zurückzuziehen. „Ok, ich verstehe. Du willst noch was Karaoke machen.“ sagte ich und habe sogar noch das Gerät angeschaltet. Und sie, als das Theater losging: „Ist laut. Du schade, dass Kauf?“ Bevor ich etwas antworten konnte, schob sie nach: „Kacke Dampf?“ Und unser beider Lachen übertönte schließlich den chinesischen Pop-Song, den eine sexy China-Sängerin, die auf dem Riesen-Bildschirm gewisse einstudierte Verrenkungen verübte, die denen in amerikanischen Supershows wie z.B. „Utah seeks the Super Star“zum Verwechseln ähnelten, um ein Vielfaches. 

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Mitteilungen aus der Kronen-Gruft 53: Nichts ist gewöhnlicher als der Tod (No3)

Bist du noch bei Trost? Kann man dich noch trösten? Kann man jemanden noch trösten, der im Sterben liegt? Macht man sich und dem Sterbenden nicht etwas vor? Mont-kaw, der Chef Josephs, war einmal verheiratet. Doch Frau und Kind waren bei der Geburt des Kindes gestorben. So erklärt sich, dass dieser ägyptische Witwer sich des schönen Sklaven angenommen hat und ihn zu seinem Erben bestimmte… Thomas Mann hat hier eine schlüssige Story abgeliefert. Nun liegt also Mont-kaw auf dem Sterbebett und wird von Joseph getröstet.

Wie man einen Sterbenden trösten kann

… und was war, das wird sein. Mehr Trost geht nicht. Da kann man getrost sterben.

Geboostert, gehe ich morgen hinaus und werde mir ein paar schöne Dinge kaufen und ein paar liebe Freunde treffen. Ich verlasse die „Kerkergrube meiner Belästigung“, hoffentlich nicht für alle Ewigkeit. Und wenn’s mich erwischt, lese ich noch einmal Josephs tröstende Worte und bin gespannt, ob ich die dann noch als tröstend empfinde. Hier kommt wieder das Problem von Kunst und Wirklichkeit ins ernste Spiel, wir könnten da leicht unter die Räder kommen…

Meine Prognose: Fluchend ginge ich dahin…

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