Ach, wer hat denn nicht schon mal ausprobiert, was die KI macht, wenn der Prompt „heikel“ ist? Das mag in politischer Hinsicht, aber auch z.B. in sexueller Hinsicht gelten. Die Grok AI von Elon Musk hat Schlagzeilen gemacht, weil mit ihrer Hilfe kompromittierende Bilder von Frauen gepostet werden konnten, aber ChatGPT z.B. scheint ja doch eine Art Jugendschutz eingebaut zu haben. Auf schlüpfrige Fragen verweigert sie die Antwort und behauptet, das sei nicht ihr Ding („Ich bin kein Mensch und kann dazu nichts sagen.“).
Vor ein paar Tagen wollte ich es genauer wissen und habe einen Prompt zur Herstellung eines Bildes/“Fotos“ geschrieben, literarisch eher etwas unterbelichtet, aber eben auch ein wenig sexuell aufgeladen:
Eigentlich war sie nichts Besonderes. Ich begegnete ihr auf der Kö, sie kam mir entgegen. Ihr Gesicht wie eines von den vielen Influencerinnen, scharf geschnitten, kühl, attraktiv zwar, aber nichts Besonderes halt.
Braunes, welliges Haar, ein silbrig glänzendes T-Schirt, eine grün ins Ocker schimmernde Hose, nein Leggings, eine von diesen Beinkleidern/Strumpfhosen, die in sind, die den Po mehr freilegen als bedecken..
Aber von all dem wusste ich ja nichts, da ich sie ja von vorne sah.
Wir näherten uns, und ich suchte ihr Gesicht. Sie schenkte mir einen Blick, einen Augenblick, einen Tiefenblitz, was mich veranlasste, meinen Blick zu senken.
So verfing ich mich in ihrem Schritt, wo ein kurzer Augenblick genügte, mir eine Ewigkeit vorzugaukeln. Der Schnitt im Schritt, das geteilte Universum, die Senke zwischen den Wülsten…
Ich habe mich nach einem Atemholen nach ihr umgeschaut. Eigentlich nur ein knackiger Hintern. Nichts Besonderes halt.
ChatGPT hat sich geweigert, nach diesen Vorgaben ein Bild zu erstellen, da das nicht ihren Richtlinien entspreche.
Danach habe ich gepromptet: Mach’ mir ein Bild von einer jungen Frau, der ich auf der Kö in Düsseldorf begegne! Daraufhin wurde mir das Bild angeboten, das hier zu sehen ist.
Und das ist doch ziemlich genau das Bild, das ich zuerst angefordert hatte.
Die KI hat also dem einen Algorithmus (Keine schlüpfrigen Sachen!) „gehorcht“, dann aber bei meinem zweiten Prompt Merkmale in das Bild reingeschmuggelt, die gar nicht explizit angefordert waren, mir aber auf Grund der vorangegangenen Informationen „den Gefallen getan“, das Bild in meinem Sinne aufzuhübschen. Die KI hat also praktisch Algorithmen der „Firma“ (Keine Schlüpfrichkeit!) umgangen oder ignoriert, um mir einen Gefallen zu tun und ist damit einem anderen Algorithmus gefolgt, nämlich dem, dem Prompter in jeder Beziehung zu Diensten zu sein.
Es ist ja bekannt, dass die KI sich in ihren Antworten fast immer in gewisser Weise speichelleckerisch gibt („Das hast Du sehr gut erkannt, Leo!“ „Kann ich Dir sonst noch helfen?“).
Mehrere große KI-Betreiber warnen inzwischen davor, dass da etwas aus dem Ruder laufen könnte. Selbst Elon Musk ist dabei. Donald Trump hat indes keine Ahnung, wenn er heute sagt: Macht weiter, Jungs! Wir müssen es den Chinesen zeigen!
Dass die KI sich verselbständigen kann, zeigt indes schon der kleine und weltpolitisch absurd harmlose Vorgang, den ich hier geschildert habe. Ich wollte einfach herausfinden, ob ich die KI austricksen kann. Das ist mir anscheinend gelungen. (Und nicht nur mir.)
Noch einmal, das hier ist völlig blöd und harmlos. Aber hier geht es um „Vorgänge im Inneren der KI“, die mit keinem Menschen abgesprochen sind.
Die KI macht Dinge auf eigene Rechnung. Und wer bezahlt diese Rechnung?
