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Bad Temper Joe – Sonntags ans Schloß

Am 8. Juli war es wieder soweit. Bad Temper Joe spielte am Schloss in Saarbrücken auf mit seiner Band, Max Dettling am Bass, Paul Moser am Schlagzeug und Marcel Rahe mit Mundorgel. Geboten wurde „zeitgemäßer Roots-Blues“ (whatever that means), der „staubtrocken“ daherkommen soll, zugleich aber auch „gefühlvoll“, und weil das offenbar unzureichend beschrieben ist, soll er noch „einfach mitreißend“ sein, wie die Vorankündigung verheißt. Lap-Slide-Gitarre gehörte zum Programm, genauso wie das bad-temperierte Genuschele Joes, bei dem man oft nicht wusste, ob er Englisch sprach oder irgendeinen Bielefelder Dialekt.

Für meine Freunde stelle ich ein paar Fotos online, wie immer durch Passwort geschützt. Diese im nächsten Beitrag.

Und  für meine allgemeinen BLOG-Follower hier ein paar Bilder,  öffentlich zugängliche Impressionen :

 

 

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Sonntags ans Schloss 14.08.2016

Manfred Häder ist die Frankfurter Blueslegende, und Klaus Mojo Kilian zählt zu den besten Bluesharp Spielern Deutschlands. Außerdem waren dabei Udo Kistner am Bass und Michael Hoffmann am Schlagzeug. Die Hammond-Orgel wurde von dem in Saarbrücken wohlbekannten schlanken Mann mit der Teilglatze gespielt. Ach Gott, wie heißt der noch? Fragt am besten bei der Festivalleitung einmal nach, wenn ihr das wissen wollt. Der spielt zwar gewaltig gut auf der guten alten Hammond, wurde heute aber deutlich dominiert von der Blues Harp und der Gitarre.

Highlight waren zwei Stücke: The Thrill is Gone nach B.B.King und ein Kabinettstück auf der Bluesharp zur Demonstration dessen, wie man eine Dampflock auf der Harmonika lebendig werden lassen kann. Das Stück von B.B.King ist wirklich herzzerreißend. Es wird ein altes Bluesthema variiert: Die Trennung von der Geliebten. Die Verzauberung ist weg. Einerseits. Und das An-sie-gefesselt-Sein. Andererseits. Aber das sind ja keine Widersprüche. Denn Verzauberung bedeutet ja Fesselung. Und Befreit-Sein, Freiheit, bedeutet dann also auch immer Verlust von etwas, das der Verzauberte einmal besessen hat. Darum ist Freiheit ja auch oft so schwer zu ertragen. Weil sich quasi alle Ventile öffnen und man ein wenig auseinandergerissen wird. Als würde man sich im Nichts verlieren…  Darum gibt es ja noch immer trotz der Freizügigkeiten, die man sich gönnt, so viele Familienmenschen…

Auf den paar Bildern, die ich gemacht habe, sieht man die Band, aber auch Nahaufnahmen zweier einsamer Tänzer, beide scheinen ein wenig verrückt zu sein. Aber es gibt auch immer noch den kleinen, dicken Herren mit dem Strohhut, der sich absolut nicht von der Stelle bewegt. Ist der normal? Und dann gibt es schon seit Jahren diese Frau, die ein ganz normales Kleid trägt und sich immerzu zum Rhythmus des Blues bewegt, also auf der Stelle tanzt, dezenter als der Mann mit dem Zylinder, aber mindestens ebenso hingegeben. Ist denn der exotisch Gekleidete, der ekstatisch tanzt, allein deshalb verrückter als die Frau, die im bunten Sommerkleid ekstatisch tanzt, weil er Dinge anhat, die die meisten anzuziehen sich einfach nicht trauen würden?

Seien wir doch mal ehrlich: Leider denken wir so. Und erweisen uns so als Gefesselte, als Gefangene unserer Vorurteile.

 

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Sonntags ans Schloss 30. August 2015

Honey Creek

Kawumm!

Kawumm!

Das letzte Konzert in diesem Sommer wurde von einer Band aus Saarbrücken bestritten, die also ein absolutes Heimspiel hatte. James Boyle, der Mann, um den herum sich die Honey Creek (mit Michael Reufsteck, Holger Janes und Martin Donner) gebildet hat, wie es auf deren Homepage heißt, und der aus Amerika stammen soll, machte seine Ansagen allerdings in der schönen hessischen Mundart. Irgendwie erinnerte er mich an Uncle Sam, den Uramerikaner mit dem Zylinder. Denn auch er trug einen Chapeau Claque, einen Frack und eine hautnahe Hose, die seine dünnen Beinchen gut zur Geltung bringt. Allerdings nicht in den amerikanischen Farben, sondern in Schwarz-Weiß gehalten, ein paar Streifen hier und da und an den Ohren etwas, was man, wenn man sich in der einschlägigen Szene nicht so gut auskennt, für Riesen-Ohrringe halten könnte, in Wirklichkeit aber ins Monumentale gedehnte Ohrläppchenlöcher sind, in denen, wie ich früher schon mal schrieb, als ich James Boyle noch nicht kannte, Papageien Platz fänden.

DSCN3394Die Honey Creek sind in dem Alter, wo der meiste Honig schon den Bach runter gegangen sein dürfte. Sie sind in Würde gealterte, domestizierte Punks. Und die zahlreich erschienenen Saarbrücker Altrocker und Altrockerinnen waren begeistert. Vieles war zum Mitsingen, also alte Rock Lyrics.

Man kann wirklich sagen, dass an einem der letzten wirklich warmen Sommertage ein großes Publikum zum Schloss geströmt ist, jung und – erstaunlich viel – alt.Und M. meinte es Ernst, als er am Schluss wehmütig in unsere Runde fragte: Und was machen wir in den nächsten Monaten des Sonntags? Darauf hatte niemand eine schlüssige Antwort…

 

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Sonntags ans Schloss 21. Juni 2015

Manfred Häder & Band

featurig

Jessica Born

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Thomas Korb an der Orgel

Also der Manfred. Ist mir zunächst einmal durch seine rote Hose aufgefallen. Dann durch seinen Sound. Und schließlich habe ich schnell recherchiert und festgestellt, dass, wenn der 1976 seine erste Band gegründete hat, dann ist der nicht viel jünger als ich. Udo Jürgens ist tot. B.B. King auch. Ich wünsche ihm ein langes Leben! Thomas Korb bediente die Hammond Orgel. Hinter ihm stand diese sagenhafte Kiste, die Seele der Hammond Orgel, ein Museumsstück. Solider Bass von Udo Kistner und klasse Schlagzeug von Michael Hoffmann.

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Manfred und Jessica

Nach einer Weile kam Jessica Born auf die Bühne. Wer bis jetzt noch seine Kamera schüchtern oder verlegen in der Hosentasche hatte, der verlor nun jede Scheu und Besinnung. Ihr sonst so schönes langes Haar hatte sie allerdings in einem Dutt verknotet. Sonst aber trat sie auf, als ob sie gerade von einem Geschäftsessen mit Bankern kam, die es zu überzeugen galt, ihr Kredit zu geben. Muss ein ziemlich hoher Kredit gewesen sein…

Manfred Häder singt auf Deutsch, Udo Jürgens z.B.. Jessica singt auf Englisch, röhrt, seufzt, vibriert, schreit und flüstert. B.B. King z.B. und auch die Blues Brothers. Chicago war so etwas wie der Höhepunkt des Konzerts.

Wir waren zu dritt. Unser Blues-Freunde-Kreis scheint dezimiert. Es kann aber auch sein, dass G. und Co. am Samstag ihre neue Dauerwelle erhalten hatten. Und für heute war ja Regen angesagt…

St. bewegte sich weniger als sonst zum Rhythm & Blues. Kann daran gelegen haben, dass er sich vor dem Konzert total vernagelt hat…

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Der Schuh vom großen Manitu

Weitere Bilder kann man bei mir auf web.de ansehen oder hier.

 

 

 

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Sonntags ans Schloss 14. Juni 2015

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Saarbrücker Schloss finden seit vielen Jahren schon Blues-Konzerte statt, im Sommer am Sonntag Morgen. Die Saison wurde eröffnet von San2 & Soul Patrol aus München. Da die Batterie meiner Kamera ihren Geist aufgab, verfüge ich über nur sehr wenige Bilder, die hier betrachtet werden können. Als Hintergrundmusik dazu habe ich ein Stück von Ray Charles genommen, das zur Aufführung kam.

Nur wenige meiner Bluesfreunde waren anwesend. Entschädigt wurde ich durch die Präsenz so vieler Fans, die in fantastischen Kostümen daherkamen. Die einen trugen tolle Hüte, manche Frauen wackelten toll mit ihrem angewachsenen Popo, andere zeigten, was sie sonst noch zu bieten hatten.

Auf dem Mäuerchen nahe der Tribüne saß eine Chinesin, die viele Songs mitsang. Neben der Tribüne tanzte ein Freak besinnungslos zur Musik, trank zwischendurch  Milch, dann eine Dose Bier. Ansonsten wurde viel geklatscht und beifällig gepfiffen.

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