Gibt es noch etwas, das in Verbindung mit der gegenwärtigen amerikanischen Regierung als „unglaublich absurd“ gelten könnte?
In der Süddeutschen Zeitung wurde folgender Artikel veröffentlicht:
Der letzte Abschnitt lautet so:
„Bereits beim Beginn der US-Angriffe Ende Februar waren auf derselben Plattform ungewöhnlich präzise Wetten platziert worden. Eine Analyse der Financial Timesidentifizierte mehrere Konten, die kurz vor den Luftschlägen große Summen setzten – und damit Gewinne erzielten. Ein Datenanbieter sagte der Zeitung: „Wenn ein neues Konto eine sehr große Wette auf ein einzelnes Ereignis platziert, fragt man sich, warum.“ Solche Muster ließen vermuten, „dass es sich um Insiderhandel handeln könnte“.
Jonathan Franzen, The Corrections. Fourth Estate, London 2001
Dieser Roman ist vollgepackt mit kleinen und großen Katastrophen. Ich bin aus dem Schmunzeln kaum rausgekommen.
Wie gut muss das erzählt sein!
Dreh- und Angelpunkt dieses Romans liegt in St. Jude, einem kleinen Ort im Mittleren Westen, wo Alfred und Enid immer noch in ihrem großen Haus wohnen, die drei Kinder sind längst ausgezogen, aber die beiden Alten wollen dieses Jahr noch einmal, wohl ein letztes Mal, ihre Kinder und Enkelkinder bei sich versammeln. Das zu bewerkstelligen ist alles andere als einfach, und so rankt sich eine Katastrophenkette um das halb misslungene Bemühen, dieses von Enid mit aller Machte herbeigesehnte Familienfest zustande zu bringen…
Ja, ich lese zur Zeit ein wenig Rilke, genauer: die Duineser Elegien in der Ausgabe der Manesse-Bücher der 50er Jahre mit den Erläuterungen von Katharina Kippenberg. Rilkes Elegien gehören anscheinend zum Kanon der großen Kunst, und Kippennbergs Erläuterungen erhalten ihre Autentizität durch ihre Nähe zum Autor. Sie war Zeugin seiner Dichterlesung im Chateau de Muzot und vermag deswegen angeblich, den genialisch verkürzten Bildwelten, sie innig verstehend, zu folgen.
Ich hatte vor circa 30 Jahren eine kurze Begegnung mit Rilke („Blaue Hortensie“) und habe dies auf meiner (veralteten) Homepage dokumentiert. Heute erfuhr ich in einer Fernsehsendung, dass die KI in einer großen Zahl von Fällen falsche Dinge von sich gibt, da sie sich nicht anders zu helfen weiß, wenn sie von etwas, das sie gefragt wird, keine Ahnung hat. Ich habe die KI nun mit meiner alten Begegnung mit Rilke konfrontiert, in der Annahme, dass ich ganz gut beurteilen könnte, ob das, was sie zu sagen hat, Hand und Fuß hat. Das Ergebnis ist erstaunlich. Wenn ich im Folgenden den Link zu diesem Austausch mit ChatGPT freigebe, dann mit einem Gefühl von Verlegenheit, denn es ist ja bekannt, dass die KI darauf programmiert ist, den menschlich Fragenden mächtig zu umschmeicheln. Nachdem dies nun aber klargestellt worden ist und ich hoffentlich glaubhaft versichern kann, dass es mir um die Sache geht, nicht um mich, gebe ich nun den Link zu meinem intimen Austausch mit der KI frei.
Viel Spaß also mit den Anmerkungen zum Rilkeschen Ding-Gedicht und dem Leo-Läuferschen Dong dazu!
Heute war wieder Frühlingswetter. Gehen wir spazieren? Fragte meine Frau. Da musste ich passen, da ich für solche Kurzwanderungen nicht mehr geeignet bin.
Ich habe mich nach dem Sonntagskrimi ins Arbeitszimmer begeben. Eine Davidoff No2 geraucht. Und fühle mich nun genau so ra(s)tlos wie gestern oder vorgestern. Werde mich bald mit The Corrections (Jonathan Franzen) ins Bett begeben. Das Buch hatte ich ja schon mal gelesen. Ich erinnere mich zwar nicht an Einzelheiten der Handlung. Habe aber den Verdacht, dass mein Unbewusstes sie noch kennt. Das trübt den Lesegenuss. Das Lesen fühlt sich an wie schales Bier Trinken. Es stillt den Durst, schmeckt aber nicht so richtig. Den Zauberberg habe ich ja auch zwei oder auch schon dreimal gelesen. Aber das fühlt sich an wie Champagner, der jedes mal anders den Gaumen kitzelt. Da steckt noch mehr Leben drin, es prickelt (d.h. immer neue Bläschen (Türen, Schichten, Perspektiven, etc.) erscheinen).
Aber vielleicht tue ich Jonathan Franzen hier ein großes Unrecht an. Was Thomas Mann angeht, bin ich nun mal sehr, sehr voreingenommen. Denn ich wurde ja durch seine Romane während meiner Zeit am Stiftisch-Humanistischen Gymnasium literarisch sozialisiert. Und als ich damals nach dem letzten Buch, das ich bei der Buchhandlung Boltze in Mönchengladbach auf der Hindenburgstraße gekauft hatte, herausfand, dass es keine „weiteren“ Bücher von diesem Mann gab, war ich richtig traurig.
Ach übrigens: Keine Wanderung, bitte. Aber wie wär‘s mit einem kleinen Ausritt?
Aladin ist mir gewachsen… Aber wieso verpasst die KI mir diesen Ehering?