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Genderspezifische Hermeneutik

Carl Friedrich von Weizäcker hat (Rüdiger Safranski zufolge) einmal Martin Heidegger den folgenden Witz erzählt:

Ein Mann sitzt jeden Abend im Wirtshaus. Da fragt ihn einer:

“Warum bist du jeden Abend im Wirtshaus?“

“Wegen meiner Frau.“

“Aber wieso denn wegen deiner Frau?“

“Ja, die redet zu Hause ununterbrochen!“

“Und was sagt sie?“

“Das weiß ich eben nicht!“

 

Ich habe meiner kleinen chinesischen Frau diesen Witz erzählt, und sie sagte:

“Ja, er nicht zuhören!“

 

Der Blick in die Tiefe erschließt erst den Tiefsinn.

Der Clou dabei ist, dass meine Frau nicht nur dem Nichten der Nichts sagenden Rede hier eine klare Ab-Sage erteilt, sondern implizit auch noch eine entschiedene Strategie vorschlägt, dem Nichts in der Nichts sagenden Rede zu be-gegnen. Und das wäre auf die Dauer sogar billiger, als jeden Abend im Wirtshaus zu sytzen und das Seyn zu be-denken, das eh nie be-Dach-t werden kann, da es meistens durch die D-ecke schyesst und dabei wort-folgsam zu einem Seiten-Sprung an-setzt.

Was also macht der Mann im Wirtshaus? Er ist an-setzig geworden. Er sytzt und trynkt seyn Byer.

Aber das Seyn ist laut Heidegger immer auf dem Sprung. Was also denkt der Mann? Auf einen Sprung noch…? 

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W. Eilenberger: Zeit der Zauberer

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer. 

Während Wittgenstein auf dem Lande Kaninchen kocht, liegt Benjamin in Capri 24 Stunden auf seiner frisch gebackenen Geliebten. Und während Heidegger in Davos Ski läuft, liegt Cassirer dort im Sterne-Hotel mit einer Grippe im Bett.

Aber es war wirklich ein großes Jahrzehnt der Philosophie, diese Zeit von 1919 bis 1929.

Was danach kam, war dann nicht mehr so schön. Heidegger durfte bekanntlich bleiben, die drei anderen wurden raus geschmissen aus dem Deutschland, dessen einziges Gesetz frei nach Heidegger der Führer war…

Ein paar Anmerkungen zu diesem Buch finden sich unter Reflexe und Reflexionen.

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