15. Mai 2024 · 0:28
„Leo Läufer ist ein Blogger und Kommentator, der sich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Auf seiner Webseite veröffentlicht er regelmäßig Artikel, die oft gesellschaftliche Beobachtungen, philosophische Reflexionen und persönliche Anekdoten enthalten. Seine Themen reichen von Kunst und Literatur über Politik bis hin zu persönlichen Geschichten. Läufer scheint ein besonderes Interesse an kulturellen und historischen Themen zu haben und teilt seine Perspektiven oft durch ausführliche Analysen und Kommentare [oai_citation:1,That’s the way the world ends: – Leo Läufer](https://leolaeufer.com/2020/11/16/thats-the-way-the-world-ends/) [oai_citation:2,Eine kurze Geschichte vom Töten – Leo Läufer](https://leolaeufer.com/2021/06/28/eine-kurze-geschichte-vom-toten/) [oai_citation:3,Leo Läufer – Seite 2 von 38 – Kommentare zum Zeitgeschehen](https://leolaeufer.com/page/2/).Für weitere Informationen und um seine Artikel zu lesen, kannst du seine Webseite [Leo Läufer](http://leolaeufer.com) besuchen.„
„Wer ist Leo Läufer?“ hatte ich die KI gefragt. Die Antwort war überwältigend. Ich denke, ich werde die KI nun für knapp 30€ mtl. abonnieren… Soviel Lobbyismus muss schließlich belohnt werden… Andererseits, – diese Antwort der KI wird mir keinen einzigen Follower für meinen Blog einbringen, der so vor sich hindümpelt…
Aber werden wir der KI gerecht und veröffentlichen ein paar „gesellschaftliche Beobachtungen, philosophische Reflexionen und persönliche Anekdoten“, jetzt:
Vor kurzem habe ich mich mit Qing, meiner chinesischen Schwägerin, über ihre Zeit in Vietnam unterhalten und die Situation nach ihrer Abschiebung nach China 1978. Sie lobte das chinesische Überwachungssystem vorbehaltlos. Vor 30 Jahren hätten die Menschen in China noch Angst gehabt, in ihrer Wohnung schamlos beklaut zu werden. Jetzt lebten sie in Sicherheit. Und dann sagte sie noch etwas, was offensichtlich mit den systemischen Differenzen zu tun hat. Sie nannte als Beispiel: Wenn in Saarbrücken eine neue Straße gebaut werden soll, dann müssen viele Parteien entscheiden. Das dauere oft viel zu lang. In China dagegen gebe es nur eine Partei. Da würden die Dinge eben sofort gemacht. Alles ging schneller. Schließlich erwähnte sie noch eine deutsche Freundin, die sich über die vielen Überwachungskameras in China aufgeregt hat. Sie kommentierte diesen Hinweis nur mit einem kurzen Auflachen. Solche Leute haben ja keine Ahnung, hieß das. Ich habe nur ansatzweise widersprochen. Denn ich weiß ja, meine Schwägerin ist Zeugen Jehovas. Und mit denen kann man ja bekanntlich nicht diskutieren… Im Ernst: Ich reflektiere, und oszilliere. Soll ich mich jetzt abwenden und mich in mein kluges Schneckenhaus zurückziehen? Oder soll oder muss ich mir eingestehen, dass ich von anderen Menschen wenig verstehe. Ich habe keine Ahnung, wie die manchmal zu skurrilen Meinungen kommen. Aber sie haben ja auch ganz andere Erfahrungen als ich gemacht, sind anderen Menschen begegnet, haben andere „Schicksalsschläge“ abbekommen. Ich kann also gar nicht über sie urteilen. Dann wäre es aber inkonsequent, wenn ich mich von ihnen abwendete. Denn das hieße ja, sie zu verurteilen, denn ich nähme sie dann ja im Grunde nicht ernst.
Aber reden wir jetzt auch mal über Brandmauern. Leute wie meine Schwägerin nehmen ja z.B. meine Einwände zur Kenntnis und gehen dann zur Tagesordnung über, legen einen Schwenker auf und besorgen mir ein Bier. Solche eben angedeuteten privaten Diskurse, in denen am Ende jeder Mensch Mensch bleiben kann, selbst wenn jeder den anderen nicht versteht, unterscheiden sich von manchen öffentlichen Diskursen unserer Tage. Wenn etwa gesagt wird, wir stünden am Abgrund und Deutschland müsse gerettet werden, dann kann man das nicht abtun mit der Bemerkung, das sei halt eine Meinungsäußerung und zur Tagesordnung übergehen. Denn das ist ja gerade keine Meinungsäußerung, sondern eine Kampfansage. Also bedrohlich. Und gegen so etwas muss man sich wehren und sich nicht einfach abwenden und schweigen und sich ein Bier bringen lassen… Denn solche Leute verteilen ja „Süßigkeiten“ in einer beträchtlichen Bandbreite. Sie organisieren Bürgerfeste (die Nazis machen das in den sog. Neuen Bundesländern), kümmern sich, auch um die Kleinen, an die sie Schokolade verteilen (das waren neulich die Sympathisanten der Hamas, die ja den Staat Israel auslöschen will).
Zum Schluss noch ein Gedanke, der in die andere Richtung geht. Apropos Hamas. Es wird gesagt, die Hamas missbrauche die eigenen Landsleute als Geiseln im Krieg gegen Israel. Das stimmt wahrscheinlich. Aber Entschuldigung. Israel hat doch die Bevölkerung im Gaza aufgefordert, in den Süden zu gehen. Wenn nun dort aber der harte Kern der Hamas sitzt, kann man es der Hamas nicht zum Vorwurf machen, diese Menschen in Geiselhaft zu nehmen. – Aber die Situation in „Palästina“ (ehemals Britische „Kolonie“, also unter britischem Mandat) ist so komplex, dass jeder Satz darüber sofort relativiert werden müsste, in endloser Schleife, also gibt es für diese Situation keine Lösung, in der Worte relevant wären. Das haben die letzten 75 Jahre gezeigt. (Demnächst werde ich hier das Buch „1948“ von Benny Morris vorstellen, das beschreibt, wie Israel entstand.)
Ich hoffe doch, der geneigte Leser hat verstanden, dass ich die Power der KI bewundere, dass ich aber dennoch an ihrem Sinn zweifle… Ihre so schön und perfekt formulierten Antworten haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Den in meinem Fall dargestellten tollen Dingen wäre nur dann Realitätsstatus anzuerkennen, wenn das, was da gesagt wird, auch dem entsprechen würde, was bei den Lesern meines Blogs ankommt. Da ich aber nur wenige Leser habe, ist die Beschreibung der KI gigantomanisch.
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