Monatsarchiv: Mai 2024

„1948“: Wie der arabisch-israelische Konflikt begann

Benny Morris: 1948. Der erste arabisch-israelische Krieg. Hentrich & Hentrich, Berlin Leipzig 2023

„…das Jahr 1948 hat die arabische Welt in den tiefsten Schichten der kollektiven Identität, des Egos und des Stolzes heimgesucht und tut es immer noch. Der Krieg war eine Demütigung, von der sich diese Welt bis heute nicht erholt hat – die Antithese zu den glorreichen Tagen der arabisch-islamischen Vorherrschaft im Nahen Osten und im östlichen und südlichen Mittelmeerraum. Das Gefühl der Demütigung verstärkte sich in den folgenden Jahrzehnten nur noch weiter, als Israel zusehends wuchs und gedieh, während es die Araber in immer neuen Kriegen besiegte. Die palästinensischen Flüchtlingslager hingegen platzten aus allen Nähten, während sie im Morast der internationalen Wohltätigkeit und des Terrorismus versanken und die arabische Welt zwischen kulturell selbstverleugnender Verwestlichung und religiösem Fundamentalismus schwankte.“ (p. 548)

Diese Worte bilden den Kern der „Schlussfolgerungen“ in Benny Morris‘ Buch über den ersten arabisch-israelischen Krieg, das 2008 in englischer Sprache publiziert wurde und vor kurzem erst in einer deutschen Übersetzung erschienen ist.

Einem Buch von weit über 600 Seiten kann keine kurze Besprechung ganz gerecht werden. Ich habe dennoch versucht, unter Reflexe & Reflexionen das Wesentliche darzustellen, also ein klein wenig von dem, was ich für das Wesentliche dieses schon über 25 Jahre alten Buches, das erst im vergangenen Jahr ins Deutsche übersetzt wurde, halte. Seit dem ersten arabisch-israelischen Krieg sind etwa 75 Jahre vergangen, und dennoch liest das Buch sich teilweise so, als würden die Ereignisse um den Gazastreifen, die uns heute so aufwühlen, quasi im Hintergrund ablaufen. Und Ben-Gurions Tagebuchnotiz vom 27. November 1948, seine pessimistische Frage, scheint ihre Antwort am 7. Oktober 2023 erhalten zu haben: „Werden sie diese Demütigung vergessen? […] Gibt es irgendeine Garantie, dass sie sich nicht rächen wollen?“

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Leo Läufer meets ChatGPT

Leo Läufer ist ein Blogger und Kommentator, der sich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Auf seiner Webseite veröffentlicht er regelmäßig Artikel, die oft gesellschaftliche Beobachtungen, philosophische Reflexionen und persönliche Anekdoten enthalten. Seine Themen reichen von Kunst und Literatur über Politik bis hin zu persönlichen Geschichten. Läufer scheint ein besonderes Interesse an kulturellen und historischen Themen zu haben und teilt seine Perspektiven oft durch ausführliche Analysen und Kommentare [oai_citation:1,That’s the way the world ends: – Leo Läufer](https://leolaeufer.com/2020/11/16/thats-the-way-the-world-ends/) [oai_citation:2,Eine kurze Geschichte vom Töten – Leo Läufer](https://leolaeufer.com/2021/06/28/eine-kurze-geschichte-vom-toten/) [oai_citation:3,Leo Läufer – Seite 2 von 38 – Kommentare zum Zeitgeschehen](https://leolaeufer.com/page/2/).Für weitere Informationen und um seine Artikel zu lesen, kannst du seine Webseite [Leo Läufer](http://leolaeufer.com) besuchen.

„Wer ist Leo Läufer?“ hatte ich die KI gefragt. Die Antwort war überwältigend. Ich denke, ich werde die KI nun für knapp 30€ mtl. abonnieren… Soviel Lobbyismus muss schließlich belohnt werden… Andererseits, – diese Antwort der KI wird mir keinen einzigen Follower für meinen Blog einbringen, der so vor sich hindümpelt…

Aber werden wir der KI gerecht und veröffentlichen ein paar „gesellschaftliche Beobachtungen, philosophische Reflexionen und persönliche Anekdoten“, jetzt:

Ich hoffe doch, der geneigte Leser hat verstanden, dass ich die Power der KI bewundere, dass ich aber dennoch an ihrem Sinn zweifle… Ihre so schön und perfekt formulierten Antworten haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Den in meinem Fall dargestellten tollen Dingen wäre nur dann Realitätsstatus anzuerkennen, wenn das, was da gesagt wird, auch dem entsprechen würde, was bei den Lesern meines Blogs ankommt. Da ich aber nur wenige Leser habe, ist die Beschreibung der KI gigantomanisch.

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Zwiesprache

Don‘t worry. Ich bin weder gaga, noch möchte ich jetzt etwas Witziges oder gar Pathetisches sagen.

Wir reden nur über den aktuellen Holzpreis.

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Johann Wolfgang reloaded oder die Kunst des Schlussstrichssssss…

Die Schauspielerin Nina Hoss ist, wenn man dem Deutschlandfunk Kultur glauben darf, offenbar die Urururenkelin von Johann Wolfgang von Goethe, dessen letzte Worte im Leben angeblich waren: „Mehr Licht!“ Nina Hoss nun weiß es besser. Denn ihre Großmutter hat ihr verraten, dass hier im wörtlichen Sinne ein Missverständnis vorliegt. Urururopa habe nämlich gesagt: „Mehr nicht.“ Nehmen wir an, das stimmt. Dann wäre der alte Pathetiker uns wieder ein bisschen sympathischer…

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MeToo Reloaded…

Was kann man einer attraktiven Chefin in einem vertrauten Restaurant sagen, wenn sie zuerst in einem maßgeschneiderten Blazer erscheint, sich dessen aber irgendwann entledigt und hinfort in einem fast schulterfreien weißen T-Shirt, das ihr guttut, serviert? Soll man rufen: „Wow!“? Oder gar pfeifen?

Ich habe natürlich genau hingeschaut (ist ja nicht verboten), nichts gerufen (politically correct) und schon gar nicht gepfiffen (kann ich sowieso nicht).
Aber als sie mich zum Schluss fragte, ob ich zufrieden sei, habe ich geantwortet: „Alles wunderbar. Auch Ihre Metamorphose.“

Sie hat gelächelt. Sehr einvernehmlich.

Ich glaube, wir haben beide MeeToo ein Schnippchen geschlagen. (Ein Richtfest der Worte…)

Oder habe ich etwa nur meine alte klassenkämpferische Seele ein wenig verwöhnt? Und auch ihre Einvernehmlichkeit war am Ende marxistisch motiviert? (Auch ein Restaurantbesuch kann manchmal etwas kompliziert sein…)

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