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Mitteilungen aus der Kronengruft 48: Künstlerische Wandlungen

Vor fast zwei Jahren habe ich bei dem Sohn meines Cousins, der in Berlin als Regisseur und Musiker arbeitet, eine Art umgekehrtes Care-Paket bestellt. Angesichts des Lockdowns hatten er und seine Band Theodor Shitstorm sich darauf verlegt, T-Shirts, Shopping-Bags und Atemmasken zu verkaufen, um sich etwas zu verdienen. Glaubte ich jedenfalls und habe ein Paket mit diversen Sachen bestellt.

Die Gruppe Shitstorm hat sehr früh zur Pandemie musikalisch Stellung bezogen. Ich fand: sehr witzig und ironisch, aber alles in allem, was die Richtung möglicher Kritik angeht, nicht eindeutig festgelegt.

Dieser Song von der „Sozialen Distanz“ wurde auch im Radio gelegentlich gespielt in dieser frühen Phase der Pandemie.

Dann aber hat sich Dietrich Brüggemann als Regisseur und Mitinitiator der Aktion in Stellung gebracht, in der eine Reihe von bekannten Schauspielern sich teilweise etwas wirr zur Corona-Situation positionierten.

Und heute stieß ich dann auf folgenden Tweet:

Dieser Tweet ist dramaturgisch gelungen. Am Anfang steht ein eindringliches Zitat. Die Aussage dieses Zitats enthält allerdings eine mehr als grobe Übertreibung.

Dann schreibt Brüggemann: Wer so was gesagt haben würde, ist geisteskrank.

Dann unterstellt er, dass wir genau die Situation haben, die damals als unmöglich dargestellt wurde. Unterschlägt aber bei dieser Behauptung die kleine Ungenauigkeit, dass das so ja gar nicht stimmt. Denn auch die Ungeimpften können durchaus noch vieles tun, aber eben nicht alles. (Übrigens lautet eine Antwort auf den Tweet: „Lass Dich doch einfach impfen!“)

„Der Irrsinn soll enden“ bedeutet im Klartext: Die Politiker, die die Entscheidungen treffen, was in dieser Pandemie gemacht werden soll, müssen beseitigt werden. Zahlreiche Beiträge in Social Medien, auf denen auch Brüggemann zitiert wird, machen explizit die „geisteskranken“ Politiker dafür verantwortlich, dass alle unter der Pandemie leiden.

Brüggemann ist in dieser Beziehung zurückhaltend. Aber er lässt den Leser wissen, dass er sich zurückhält.

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Die Heilige Nacht – Revisited

Gestern war der dritte Advent, also Zeit, etwas für das übliche weihnachtliche Ambiente zu tun. Ich habe also ein kunsthandwerklich gefertigtes Karussell aus dem Keller geholt. Und beim Ölen der Mittelachse, um die sich die hl. Familie samt Hirten dreht, habe ich Theodor Shitstorm auf meinem iPad gehört: Rock & Roll. Das sah dann so aus und hat sich auch so angehört:

Das Karussell rockt…

Und dann kam mir nach langer Zeit in den Sinn, noch einmal ein Persiflat zu schreiben. Denn diese Geschichte von dem schmuddeligen Rock’Roller hat mich doch an die Hl. Familie erinnert, der es, wie allgemein bekannt und der Mythenbildung sehr förderlich, auf dem Weg nach Bethlehem auch sehr dreckig ging:

Josef:

Meine Schuhe sind verschlissen,
und mein Stab ist schon ganz wund.
Doch wir wandern ganz verbissen,
bis uns schlägt die heil’ge Stund‘.
In der Krippe keine Maden,
nur ein nackter kleiner Sohn.
Das ist alles was wir haben!

Mary (mit einem wissenden Lächeln):

Komm, halt’s Maul, das reicht doch schon!

Und so ist aus dem Persiflat eine plausible Kurzfassung der Weihnachtsgeschichte geworden…

Leo Läufer hat sie vertont. Leider hatte er seine Ukulele nicht zur Hand. Aber das ist ja noch ausbaufähig.

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