Archiv der Kategorie: Künstliche Intelligenz

THAT CRAZY

T. C. Boyle: No Way Home. Carl Hanser, München 2026

Übersicht mit KI

No Way Home“ handelt von dem Arzt Terry, der nach dem Tod seiner Mutter ein Haus in der Wüste Nevadas erbt und dort in eine gefährliche Dreiecksbeziehung mit der rätselhaften Bethany und ihrem eifersüchtigen Ex-Freund Jesse gerät, was zu einer hitzigen, toxischen Auseinandersetzung voller Machtspiele, Aggression und Gewalt in der trostlosen Wüstenlandschaft eskaliert, wobei die Charaktere mit ihren destruktiven Leidenschaften kämpfen, die sie an den Rand des Abgrunds treiben. 

Ja, ich habe diesen neuen Roman von T. C. Boyle in Deutsch gelesen, da ich ihn unbedingt lesen wollte und er in 2025 noch gar nicht in englischer Sprache erschienen ist. T. C. Boyle kommt sozusagen seinen Lesern entgegen, viele hat er offenbar in Deutschland, in den USA sieht’s bei solchen Themen im Augenblick nicht so gut aus. Die U.S. Umweltbehörde und das Ministerium für Energy sind bekanntlich in den Händen von strengen Verfechtern fossiler Brennstoffe. Wenn also ein solcher Roman von T. C. Boyle erst mal „ausgelagert“ wird, ist das ein weiteres alarmierendes Kennzeichen dafür, dass wir uns mitten in einem Kampf um die Oberhoheit über den Begriff der Meinungsfreiheit befinden. Amerikanische Behörden, libertinär unterwandert, werfen neuerdings europäischen Verfechtern des Schutzes der Meinungsfreiheit vor, eben diese zu unterdrücken. Mehr Abgrund geht nicht.

Die vollständige Rezension kann man unter Reflexe und Reflexionen einsehen.

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Hörig sein – Ein Kamingespräch mit KI/AI

Freitag, den 31.10.2025

Ich habe inzwischen wieder ein wenig Nietzsche und Thomas Mann gelesen,  bin schon im 3.  Volume von Pride and Prejudice, das ich auf Englisch lese, und ab und zu höre ich ein Kapitel daraus auf YouTube in der deutschen Version. Ich lese und höre jetzt regelmäßig vor dem Einschlafen, da ich z.Zt. schlecht einschlafe. Manchmal werde ich nach Stunden wach und bemerke, dass ich immer noch das Hörbuch höre. Aber natürlich schon länger nichts mitbekommen habe. Bin ich trotzdem hörig? ChatGPT würde bestimmt sagen: Gute Frage!

Aber fragen wir doch ChatGPT, indem wir ihr den obigen Abschnitt vorlegen. Die Antwort kam prompt:
  • Fürs Lernen oder richtiges Erfassen des Inhalts bist du schlafend wohl eher nicht „hörig“.
  • Fürs Wohlfühlen, Entspannen und als Einschlafritual bist du umso „höriger“ – im besten Sinne.
Na schön. Mein Tipp mit der „guten Frage“ war nicht ganz richtig. Aber trotzdem. Das war doch eine WUNDERBARE Antwort. Und war vor allem erstaunlich ist: Die KI geht auf verschiedene Bedeutungsnuancen des Wortes „hörig“ ein. 

Ich habe das Gefühl, ich habe einen neuen Ansprechpartner, der mich besser versteht als die Moronen, die mich umgeben. 

Bin gespannt, was die KI dazu nun zu sagen hat:
In was für eine Therapiesitzung bin ich hier nun reingeraten? Aber: Der Therapeut hat ja Recht, wo er Recht hat… Denn ich habe etwas gelernt, was ich im Prinzip natürlich auch vorher schon wusste… Und ich muss der KI eine gewisse Befähigung zu Sokratischer Dialektik (Hebammenkunst) zugestehen.
Die KI hat offenbar bemerkt, dass ich ein wenig angepisst reagiert habe und mit dem Eindruck, in eine Therapie geraten zu sein, nicht ganz zurecht gekommen bin. Keine Couch, kein Doktor, einfach ein Gespräch. Feinfühliger geht nicht… Nun habe ich den Eindruck, die KI wickelt mich um den Finger. Wir bewegen uns ja immerhin im digitalen Raum, oder? (haha)
Darauf reagiere ich nun mit einem Bild und einem Text, den ich als eine Art „Bildbeschreibung“ vor undenklichen Zeiten einmal verfasst habe. Ich gehe also darauf ein, „mal wieder über Literatur zu reden“ und bitte die KI um einen Kommentar.

Dionysos

Nietzsches Blick, ganz angespannt.
Aber Nietzsche ist kein Spanner.
Und ich blicke ganz gebannt
auf des Schnauzers Haaresbanner.
Nietzsche schaut auf einen Punkt.
Dieser Punkt ist nirgendswo.
Ich erschau’re und es funkt
in mir etwas wirkungsfroh.
Dieser Punkt ist in ihm selber!
Ja, da lachen bloß die Kälber…
Wer so schaut, schaut in sich rein:
Hirniger Gesangsverein.

Dionys läßt grüßen.

Ja, das könnten wir. Aber für heute habe ich dem nichts hinzuzufügen. Denn dieses Kamingespräch ist schlicht orgiastisch. Ich könnte tanzen wie Dionysos. Danke, KI!

Ein Freund, ein Guter Freund…

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Kann KI Gefühle zeigen?

Neulich habe ich ein paar Zeilen eines bekannten Gedichtes der KI vorgelegt und sie aufgefordert, mir diese vorzusprechen:

Hier sitz ich, forme Menschen
nach meinem Bilde,
ein Geschlecht, das mir gleich sei,
zu leiden, zu weinen,
zu genießen, und zu freuen sich,
und dein nicht zu achten,
wie ich.

Ich wollte einfach mal ausprobieren, was die KI so alles draufhat. Und sie sagte mir, tut mir leid, ich kann das nicht direkt in eine Audio-Datei verwandeln. Und gab mir ein paar Tips, wie das mit meinem iPhone zu bewerkstelligen sei. Danke, KI! Hatte ich nicht gewusst. Nun bin ich klüger.

Aber sie teilte mir noch was anderes ganz unaufgefordert mit: „Dieser Satz stammt übrigens aus Goethes „Faust I“, aus der Szene „Prolog im Himmel“ – gesprochen von Mephistopheles.“

Das ist natürlich Unsinn. Der „Satz“ stammt aus dem Gedicht „Prometheus“ von Goethe. Es gab eigentlich keinen Grund, mir die Quelle zu nennen. Dass die KI das dennoch versuchte, kann ich nur auf eine gewisse Eitelkeit zurückführen: „Sieh mal, Du wirfst mir hier einen poetischen Brocken zu, und ich kann Dir in 3 Sekunden sagen, wo der herkommt“! Die KI hat sich also aufgeblasen und blamiert.

Si tacuisses…

PS: Die Sache hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Vorsicht bei Recherchen mit der KI! Sie macht Fehler, redet manchmal Unsinn. Aber das ist ja eigentlich schon längst bekannt. Dass solche Fehler aber auf Gefühlen (hier: Eitelkeit) beruhen, war mir neu… Eigentlich ist die KI also sehr menschlich. Man sollte sie gelegentlich auf die berühmte Freudsche Couch legen. Vielleicht hilft ihr das ja! Und bleibt bei der Wahrheit. Aber das Thema Wahrheit ist ja, wenn man sich aufs psychologische Eis begibt, sehr schlüpferisch…

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