Ins Denken ziehen

Eine philosophische Autobiografie C.H.Beck, München 2021

Der Titel dieser sog. Philosophischen Autobiografie (eine Versammlung mehrerer Gespräche, die zwei Wissenschaftler, der eine sozusagen bei Karl-Jaspers zu Hause, der andere ein leitender Archivar in Marbach, mit Dieter Henrich über die Jahre geführt haben) ist, um es mit einem Lieblingswort des Autors zu umschreiben, sehr „luzide“ und – um es mit meinen eher bescheidenen Worten zu sagen – vielbedeutend. „Ins Denken ziehen“ kann zunächst suggerieren, es gehe in diesem Buch um einen, der auszog, das Denken zu lernen. In die Welt ziehen, sich aufmachen zu etwas Neuem, das wird mitgedacht. Zugleich aber drängt sich der Gedanke auf, es gehe um mehr, nämlich um einen Anspruch, um Verantwortung für andere. Denn man verzieht sich nicht allein in eine neue Gedankenlandschaft, sondern zieht andere mit. Die Botschaft dahinter also: Grundanliegen der Philosophie sollte es sein, die Menschen ins Denken zu ziehen, sie zu Philosophen zu machen. Am Ende ist jeder Mensch ein Philosoph. Wer hätte gedacht, dass sich hier eine Parallele zu Josef Beuys auftut, für den jeder Mensch ein Künstler ist. Der Mann mit dem Verstand eines Wunderkinds und der Mann mit dem Hut – zwei Brüder im Geiste… Ich habe jedenfalls versucht, die beiden unter einen Hut zu bringen, verstanden?

Der Rest vom Fest ist hier zu besichtigen.

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Eingeordnet unter Reflexe und Reflexionen, Zeitliches

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