Sonntags ans Schloss, 8. Juni 2014

Cologne-Blues-Club

Cologne Blues Club, Teilansicht

Erratische Randnotizen:

FinsterlachenStefan Roesners Tochter war so wohltuend normal gekleidet. Ihr Vater stellt andere bei solchen Events vor eine große Herausforderung: Sie müssen sich erst mal mit seinen kurzen Hosen, spitzen Schuhen und bunten Hemden quasi auseinandersetzen, bis sie zu ihm vordringen, dem eigentlich ganz normalen Stefan. (Aber über diese Einschätzung wird der Stefan nur sein finsteres Lachen ins Gesicht zaubern…).

Aber die Tochter scheint sich dennoch mit dem Erscheinungsbild der Menschen auseinanderzusetzen. Wenn ich es recht verstanden habe, fand sie die Band nicht besonders attraktiv. Dem kann ich nicht ganz folgen: Bunte Turnschuhe, ganz unterschiedliche Charakterköpfe, im Gesicht diesen Ausdruck totaler Hingabe an jede Note, die angeschlagen wurde. Wer könnte das toppen?

Gabis-BeineIch persönlich war angetan (mal abgesehen von der Band) von zwei Dingen: Von Gabis Beinen und dem Silberlockewohlbemähnten Charakterkopf dieses Unbekannten, der hinter der Bühne stand und sich die ganze Zeit über kein bisschen bewegte. Man kann ja beobachten, dass begnadete Gitarrenspieler beim Spielen fast nichts bewegen als ihre Finger. Der Arm bleibt still, die Hand fast unbewegt. Dieser Typ mit der Silbermähne ist vielleicht ein begnadeter Zuhörer, der beim Zuhören nichts bewegt außer vielleicht seine Ohrmuscheln. Aber das können wir ja nicht sehen bei ihm. Eine andere Wahrheit wäre, dass er einfach Angst hat, seine Perücke könne verrutschen. Mutmaßte Gabi. Und setzte damit wieder mal einen eher praktischen Akzent.

Der Cologne Blues Club hat m.W. bisher drei CDs veröffentlicht, die in der Fachwelt hochgelobt wurden. Géza Tényi gibt vokal den Sound vor, Thilo Hornschild gilt als einer der kommenden Blues Gitarristen Deutschlands, Michael Gebhardt am Bass und Frank Bruns am Schlagzeug legen das Fundament. Micka Kunze war in Saarbrücken nicht dabei (Oder habe ich den überhört?).

Ich bin natürlich als alter Düsseldorfer am Schluss mal zu den Kölner Jungs auf die Bühne gestiegen. Hätte nie erwartet, dass Michael Gebhardt, der Cologne-Bassist, einen Kniefall machen würde. Na ja, er hat einfach nur (ironisch, versteht sich) Respekt bezeugen wollen, weil ich als Düsseldorfer die Musik einer Kölner Band ohne Wenn und Aber sehr, sehr gut gefunden habe. Oder weil er als Fan des 1. FC Köln ahnte, dass ich früher bei Borussia Mönchengladbach gespielt habe, in den Jugendmannschaften D bis B.

Abgesang

Eine Diashow für Quicktime mit musikalischer Untermalung und alternativ eine Bildfolge für jeden Browser kann man nun auch sehen. Stefan Haerecke hat ein paar Bilder beigesteuert. Danke, Stefan!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Blues am Schloss 2014, Zeitliches

3 Antworten zu “Sonntags ans Schloss, 8. Juni 2014

  1. Dregtett

    Wenn auch spät, so ist es doch an der Zeit das Thema Kleidung in diesem Jahr nochmals von meiner Seite zu kommentieren vielmehr zu hinterfragen!
    Wie sieht normale Kleidung aus?
    Woran erkenne ich abnormale Kleidung
    Ist ein Mensch der normale Kleidung trägt auch automatisch normal?
    Ist ein Mensch der abnormale kleidung trägt auch automatisch abnormal?
    Kann es auch eine Mischung von den einzelnen Kategorien geben und wenn ja woran erkenne ich das?
    Wie kann ich Farben von Kleider erkennen, wenn der Fotograf keine Farbe bei seinen Bilder verwendet, oder unterdrückt!
    Ist das ein normaler Fotograf der sowas macht?
    ………………..

    Forrtsetzung folgt, da uns dieses Thema auch dank meiner tatkräftigen Mithilfe sicher noch weiter beschäftigen wird!

    • Hi Dregtett,
      ich habe Dir die Farbe aus den Kleidern genommen, weil Dein Lachen als finster bezeichnet worden war. Zu einem finsteren Lachen passt kein buntes Hemd. Und da der Mensch ein Gesamtkunstwerk ist, muss das Hemd nicht nur zur Hose passen, sondern auch zum Gesicht. Im übrigen habe ich keine Ahnung, was „normale Kleidung“ ist. Und daher kann ich zu Deiner ausgefeilten Dialektik keine Antwort geben. Vielleicht fragst du mal den Martin?

      • Denisius Zeitstrumpf

        Hallo Leo, Du willst keine Ahnung haben, was „normale“ Kleidung ist, lässt Dich aber aus über „normal gekleidet“ usw.?! Was geht mich mein Geschwätz von gestern an, wirst Du vielleicht denken. Ich mache Dir einen Vorschlag, was Du Dir vielleicht gedacht haben könntest: „Normal“ heißt in Bezug auf Kleidung „unauffällig“. Unnormal wäre dann eben: „mit seiner Kleidung auffallen wollen“. Dann wäre der Stefan also bekleidungsmäßig definitiv unnormal, vom Wesen her aber normal im normalen Sinne, bis auf die eine Ecke, wo er doch ein bisschen aus der Reihe tanzen will. Also auffallen will. Aber eigentlich ist das doch normal, oder? Viele trauen sich bloss nicht…

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