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Der Wert des Nichtseins

Im Heft K der Sudelbücher von Georg Christoph Lichtenberg, unter der Nummer 66, finden sich Gedanken über den Wert des Nichtseins, die in Zeiten globaler Maßlosigkeit ein schönes Zeugnis metaphysischer Bescheidenheit sind.

Die wenigsten Menschen haben wohl recht über den Wert des >Nichtseins< gehörig nachgedacht. Unter Nichtsein nach dem Tode stelle ich mir den Zustand vor, in dem ich mich befand, ehe ich geboren ward. Es ist eigentlich nicht Apathie, denn die kann noch gefühlt werden, sondern es ist gar nichts. Gerate ich in diesen Zustand – wiewohl hier die Wörter >ich< und >Zustand< gar nicht mehr passen; es it, glaube ich, etwas, das dem ewigen Leben völlig das Gleichgewicht hält. >Sein< und >Nichtsein< stehen einander, wenn von empfindenden Wesen die Rede ist, nicht entgegen, sondern >Nichtsein< und >höchste Glückseligkeit<. Ich glaube, man befindet sich gleich wohl, in welchem von beiden Zuständen man ist. Sein und >abwarten<, seiner Vernunft gemäß handeln, ist unsere Pflicht, da wir das Ganze nicht übersehen.

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