Frühlingswetter und Literatur: Ein Spaziergang in Gedanken

Heute war wieder Frühlingswetter. Gehen wir spazieren? Fragte meine Frau. Da musste ich passen, da ich für solche Kurzwanderungen nicht mehr geeignet bin.

Ich habe mich nach dem Sonntagskrimi ins Arbeitszimmer begeben. Eine Davidoff No2 geraucht. Und fühle mich nun genau so ra(s)tlos wie gestern oder vorgestern. Werde mich bald mit The Corrections (Jonathan Franzen) ins Bett begeben. Das Buch hatte ich ja schon mal gelesen. Ich erinnere mich zwar nicht an Einzelheiten der Handlung. Habe aber den Verdacht, dass mein Unbewusstes sie noch kennt. Das trübt den Lesegenuss. Das Lesen fühlt sich an wie schales Bier Trinken. Es stillt den Durst, schmeckt aber nicht so richtig. Den Zauberberg habe ich ja auch zwei oder auch schon dreimal gelesen. Aber das fühlt sich an wie Champagner, der jedes mal anders den Gaumen kitzelt. Da steckt noch mehr Leben drin, es prickelt (d.h. immer neue Bläschen (Türen, Schichten, Perspektiven, etc.) erscheinen).

Aber vielleicht tue ich Jonathan Franzen hier ein großes Unrecht an. Was Thomas Mann angeht, bin ich nun mal sehr, sehr voreingenommen. Denn ich wurde ja durch seine Romane während meiner Zeit am Stiftisch-Humanistischen Gymnasium literarisch sozialisiert. Und als ich damals nach dem letzten Buch, das ich bei der Buchhandlung Boltze in Mönchengladbach auf der Hindenburgstraße gekauft hatte, herausfand, dass es keine „weiteren“ Bücher von diesem Mann gab, war ich richtig traurig.

Ach übrigens: Keine Wanderung, bitte. Aber wie wär‘s mit einem kleinen Ausritt?

Aladin ist mir gewachsen… Aber wieso verpasst die KI mir diesen Ehering?

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