More than a handshake…

Manche Medien wussten zu berichten, dass Putin auf dem Rollfeld in Anchorage von Trump freundlich empfangen wurde. Das obige Bild sagt etwas ganz anderes.

Zuerst einmal: Die beiden begrüßen sich nicht, sondern starren in die Kameras. Putein leicht verkniffen, Trump wild entschlossen, es der Welt zu zeigen: Seht her, ich empfange ihn, diesen „Kriegsverbrecher“, weil ich es will, weil ich es kann! Und dies im Gesicht Ausgedrückte wird handlich unterstrichen. Er tätschelt Putins Hand mit der linken, während er dessen im Anlauf schon lange ausgestreckte, als diese am Ziel angekommen ist, mit der rechten drückt.

Was aber macht Putin mit seiner linken Hand? Er lässt den linken Arm steif und unbewegt herunterhängen, die mit diesem Arm verbundene Hand macht – nichts.

Fazit: Trump macht bei Putin Liebkind, während Putin noch nicht so recht weiß, was er zu erwarten hat. Oder von vornherein klar machen will, was er will, nämlich keinen Schritt entgegenkommen. Spätestens bei dem Bild von Putin in Trumps SUV wird indes klar, dass Putin nun begriffen hat, nein, dass er es eigentlich nicht begreifen kann, was ihm hier Gutes widerfährt. An seinem Gesicht hinter dem Fenster ist förmlich zu erkennen, wie er sich ungläubig mit der linken Hand auf den Schenkel schlägt.

Der Aufmarsch der Europäer im Weißen Haus, Selenskijs schwarzes Jackett, das Trumps Wohlgefallen fand, die Unternehmungen der Europäer für eine Friedenstruppe, all das sind Teile einer absurden Inszenierung, von der jeder wissen müsste, dass sie zu nichts führt, zu nichts, was Putin bewegen könnte, von seinen Großmachtsplänen abzurücken. Putin hat den Faktor Zeit als seinen besten Verbündeten erkannt. Und „der Westen“ kapiert das nicht oder tut nur so, als würde er es nicht kapieren. Manche sagen ja, es sei nun doch Bewegung in die Geschichte gekommen, denn vieles wird nun diskutiert und geplant sogar. Aber niemand gesteht sich ein, dass das alles nur Zeichen der Ohnmacht sind. Die Füße bewegen sich immer schneller an einem Abgrund, wo der Rand längst weggebrochen ist.

Und das liegt daran, dass Menschen im Augenblick weltweit an der Macht sind, die den Menschen nicht wohlgesonnen sind. Das Böse triumphiert. Ist das Böse das kommende Gute?

Wir wissen es nicht. Am Anfang unserer Kultur stand der Satz: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Vielleicht hätte sich Sokrates noch ein bisschen mehr anstrengen müssen…

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